Spannungskopfschmerzen

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Die dumpfen, den ganzen Kopf einnehmenden Schmerzen sind die häufigste Kopfschmerzform. Einzelne Episoden können mit Schmerzmitteln, chronisches Kopfweh mit Entspannungstechniken und Psychotherapie gelindert werden.

Kopfschmerzen vom Spannungstyp sind die häufigste Kopfschmerzform. Die Geschlechter sind zu gleichen Teilen betroffen, insgesamt leidet etwa ein Drittel der Bevölkerung in unterschiedlichem Maße darunter.

Die Ursachen sind nicht geklärt, wahrscheinlich ist im Gehirn die Reizunterdrückung von normalerweise nicht wahrnehmbaren Impulsen gestört, was als Schmerz empfunden wird. Die Auslöser für diesen Zustand sind vielfältig, häufig sind es Fehlhaltungen mit muskulärer Verspannung des Kopfes, psychischer und körperlicher Stress. Auch Alkohol, Nikotin und Koffein (sowie deren Entzug) können die Beschwerden verursachen.

Die Betroffenen leiden unter dumpfen, den ganzen Kopf einnehmenden Schmerzen. Hinter den Schmerzen stecken keine gefährlichen körperlichen Krankheiten, langfristige Schäden sind ebenfalls nicht zu erwarten. Gefährlich sind vor allem die bei längerer Einnahme häufigen Nebenwirkungen der Schmerzmedikamente.

Wenn die Beschwerden nur episodenhaft auftreten, wirken Schmerzmittel. Chronischen Spannungskopfschmerz sollte man eher mit Entspannungstechniken und einer Umstellung der Lebensweise zu lindern versuchen.

Ursachen und Häufigkeit

Was die Schmerzen verursacht, ist nicht ganz geklärt. Rund ein Drittel der Bevölkerung leidet zeitweise daran, Frauen gleich häufig wie Männer.

Die Ursachen des Kopfschmerzes vom Spannungstyp sind nicht geklärt. Viele Faktoren tragen zu seiner Entstehung bei, ein allein verantwortlicher Auslöser kann nicht gefunden werden. Es wurde lange Zeit vermutet, dass hinter den Schmerzen Verspannungen der Nackenmuskulatur stecken. Bei einigen Patienten konnten diese Begleitsymptome auch nachgewiesen werden, bei den meisten war die Muskelaktivität bei Messungen aber normal.

Hauptursache scheint eine erhöhte Schmerzempfindung zu sein, ausgelöst durch eine mangelnde Reizunterdrückung in den dafür zuständigen Arealen des Gehirns. Das Gehirn wird ständig von Impulsen aus dem ganzen Körper versorgt, nur wenige gelangen jedoch ins Bewusstsein, unnötige Information wird herausgefiltert. Beim Spannungskopfschmerz scheint dieses Filtersystem nicht richtig zu funktionieren; normalerweise unterschwellige Schmerzimpulse dringen dann in das Bewusstsein und werden als Kopfschmerz empfunden.

Den Kopfschmerzen liegt kein erkennbarer körperlicher Schaden zugrunde.

Körperlicher oder psychischer Stress geht den Beschwerden meist voraus und begleitet ihn. In einigen Fällen sind die Beschwerden Ausdruck einer unterdrückten Emotion oder eines chronisch ungelösten Konfliktes, oft genug sogar deren einziger Ausdruck. Die Kopfschmerzen werden dann hingenommen, weil dies noch weniger belastend erscheint als die Konflikte anzugehen. So können die Schmerzen auch als Versuch verstanden werden, sich den Konflikten zu entziehen.

Belastungen durch vorwiegend sitzende Tätigkeit an einem Bildschirm mit permanenten Fehlhaltungen des Kopfes, wenig Schlaf, Alkohol und Nikotin können im Einzelfall der Auslöser sein.

Rund jeder dritte Österreicher und jede dritte Österreicherin leidet zeitweilig unter Spannungskopfschmerzen, Frauen und Männer gleichermaßen.

Beschwerden

Die Schmerzen werden als drückend und dumpf wahrgenommen und können wenige Stunden bis zu einer Woche anhalten.

Der Kopfschmerz wird von den Betroffenen als drückend oder ziehend und dumpf erlebt – als ob ein Band um den Kopf gespannt wäre oder ein zu enger Hut auf dem Kopf sitzen würde. Manchmal stehen die Schmerzen nicht im Vordergrund, sondern der Kopf fühlt sich leer an, und man hat das Gefühl, nicht klar denken zu können. Beide Beschwerdebilder können gemeinsam auftreten oder ineinander übergehen. Die Kopfschmerzepisoden treten meist nur gelegentlich auf, und halten zwischen wenigen Stunden bis zu sieben Tagen an. Körperliche Aktivität verstärkt die Schmerzen nicht. Bestehen die Beschwerden an mehr als 15 Tagen im Monat bzw. an mehr als 180 Tagen im Jahr, spricht man von chronischem Spannungskopfschmerz.

Bei der chronischen Form gehen die Beschwerden nie richtig zurück, sondern variieren lediglich in ihrer Stärke. Anders als bei der episodenhaften Form kann dabei auch Übelkeit die Schmerzen begleiten.

Mögliche Folgeerkrankungen und Komplikationen

Die Schmerzen selbst haben keinerlei Folgewirkungen für die Gesundheit.

Durch die Schmerzen selbst werden keine körperlichen Schäden verursacht. Problematisch können vor allem die Nebenwirkungen langfristig eingenommener Schmerzmittel sein. Je nach Medikament besteht die Gefahr von Magen-, Nieren- und Leberschäden. Dauertherapie mit Schmerzmitteln kann selbst der Auslöser von Kopfschmerz sein, ebenso der Entzug der Medikamente nach längerer Einnahme.

Diagnose

Die Schmerzen sind so typisch, dass die Diagnose meist nicht kompliziert ist.

Der Arzt stellt die Diagnose anhand der typischen Symptome und nach Ausschluss anderer Ursachen für Kopfschmerzen.

Typisch für den Spannungskopfschmerz ist das Fehlen weiterer Symptome, es bestehen also weder Übelkeit oder Erbrechen noch neurologische Ausfälle wie Sehstörungen oder Schwindel. Weitere Untersuchungen sollten nur einmal unternommen werden, um Spannungskopfschmerz-Patienten eine diagnostische Odysee zu ersparen.

Behandlung

Schmerzmittel helfen gegen einzelne Schmerzepisoden. Bei chronischen Schmerzen ist eine psychotherapeutische Behandlung oder das Erlernen einer Entspannungsmethode sinnvoll.

Medikamentöse Behandlung

Die Behandlung einfacher, nur sporadisch auftauchender Kopfschmerzen, die für wenige Stunden bis Tage anhalten, erfolgt mit der Gabe von Schmerzmitteln. Acetylsalicylsäure, andere nicht steroidale Antirheumatika und Paracetamol kommen in Frage. Präparate, die neben dem Schmerzmittel noch andere Wirkstoffe wie Koffein, Codein, Tranquilizer, Antihistaminika, Muskelrelaxantien oder Ergotamin enthalten, sollten vermieden werden; diese Zusatzstoffe sind beim Spannungskopfschmerz nicht von Nutzen. Ebenso sollten keine Mischpräparate von mehreren Schmerzmitteln verwendet werden, um eventuell auftauchende Nebenwirkungen eindeutig zuordnen zu können. Ergänzend hilft das einfache Auflegen von Eisbeuteln auf die schmerzende Stelle am Kopf.

Die Behandlung des chronischen Spannungskopfschmerzes kann auch mit trizyklischen Antidepressiva erfolgen, wenn keine manifesten depressiven Symptome vorliegen. Es kann aber bis zu sechs Wochen dauern, bis die Wirkung eintritt. Die Behandlungsdauer sollte mindestens vier bis sechs Wochen betragen.

Beim chronischem Spannungskopfschmerz muss versucht werden, über andere Wege als Schmerzmittel eine Besserung zu erreichen. Die langfristige Einnahme von Schmerzmitteln hat zahlreiche Nebenwirkungen und kann letztlich selbst zu Kopfschmerz führen.

Kopfschmerzkalender

Besonders wichtig ist auch die Führung eines Kopfschmerzkalenders, in dem die Beschwerden sowie die Menge der eingenommenen Medikamente laufend dokumentiert werden. Dadurch können Zusammenhänge zwischen Lebensweise und Intensität des Kopfschmerzes sowie eventuell durch zu viel Schmerzmedikamente hervorgerufene Kopfschmerzen herausgefunden werden.

Andere Maßnahmen

Größerer Wert sollte auf Entspannungstechniken gelegt werden, Studien haben gezeigt, dass dadurch bessere Erfolge als durch Medikamente erzielt werden können; eine allgemeine Änderung der Lebensweise hin zu gesünderem Essen, mehr Bewegung und einem gesünderen Umgang mit Stress und anderen psychischen Belastungen sind die wichtigsten Ansätze.

Progressive Muskelentspannung und Biofeedback haben sich ebenfalls bewährt.

Akupunktur und Akupressur zeigen in Einzelfällen gute Erfolge.

Psychotherapeutische Behandlung

Auch eine psychotherapeutische Behandlung mit tiefenpsychologischen Verfahren ist in Betracht zu ziehen. In chronischen Fällen mit starker psychischen Komponente mit Ängsten und Depressionen können trizyklische Antidepressiva, besonders Amitriptylin, hilfreich sein.

Heilungschancen

Über die Dauer der Erkrankung können für den Einzelfall keine konkreten Zahlen genannt werden. Entscheidend ist auch, ob ein allgemein gesünderer Lebensstil etabliert werden kann. Im Mittel sind die Patienten in unterschiedlichem Maße etwa zehn Jahre lang immer wieder von Kopfschmerzen geplagt.



Redakteurin: Verena Ahne (Journalistin)
Aktualisierung: 09.11.2015, Elisabeth Tschachler (Journalistin)
Medizinisches Review: Dr. med. Francis Baudet (Schmerztherapie), Univ. Prof. Dr. med. Ulrich Egle (Psychologie), Dipl.-Psych. Wolfgang Dumat (Schmerztherapie), Univ. Prof. Dr. med. Wolfgang Grisold (Neurologie), Univ. Prof. Dr. med. Hans-Georg Kress (Anästhesiologie), Dr. med. Christian Merhaut (Anästhesie, Schmerztherapie)

Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.

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