Gesund im Job - Barbara Reichert

Burnout – Wenn nichts mehr geht!

“Burnout – Es fühlt sich an, als ob ein Tonnengewicht auf mir lastet. Ich suche nach einer Aufladestation, aber finde diese nicht. Je länger ich mich bemühe, neue Kräfte zu tanken, desto schwieriger erscheint es mir, überhaupt noch aufzustehen. Irgendwann klappe ich restlos zusammen und meine Augen sprechen für sich: tilt.”

Aus, vorbei und Ende! Burnout-Betroffene fühlen sich innerlich leer und der Übersetzung Ihres Übels gleich, nämlich „ausgebrannt“. Für Außenstehende kaum nachvollziehbar, mutieren “Burnouter” nach und nach zu Trockenobst. Ihnen fehlen Saft und Kraft, sie ringen mit Mutlosigkeit und versuchen, wie ein Ertrinkender das rettende Ufer zu erreichen – welches im Fall von echtem Burnout leider häufig mit einer „Fata Morgana“ gleichzusetzen ist. Denn hat der Burnout-Zustand erst einmal Besitz von der Psyche des Menschen ergriffen, verläuft das Syndrom unbehandelt gerne chronisch und kann hier unter Umständen sogar schwere körperliche Folgen nach sich ziehen.

Doch, woher kommt das Gefühl des totalen Zusammenbruchs? Wen befällt diese hinterhältige Form von Ausweglosigkeit, welche nicht selten zur ausgeprägten Depression oder diffusen Körperschmerzen führen kann?

Diskrepanz zwischen Erwartung und Realität? Wer sich in seinen Job extrem tief reinkniet und eventuell mit zu hohen Erwartungen schwanger geht, könnte zum Beispiel ein optimaler Kandidat für Burnout sein. Alles geben wollen, um jeden Preis. Sich seiner eigenen Grenzen nicht wirklich bewusst sein und wenig achtsam mit sich und seinem Körper umgehen. Mit seinen Kräften übermäßig wuchern. Nicht im positiven Sinn über sich hinauswachsen, sondern gnadenlos “durchbrennen”. Tatsächlich brennt bei “Burnoutern” die natürliche Sicherung irgendwann durch. Und dann wird es erst einmal dunkel!

Das Burnout-Syndrom – Überforderung, psychischer und physischer Leidensdruck

Da Burnout teilweise mit fataler Fehleinschätzung, sowie extremer Selbstüberschätzung einherzugehen versucht, tritt schnell, aber dennoch zunächst meist unbemerkt ein desolater Zustand ein. Unterschwellige Unzufriedenheit und eine Art Traurigkeit, welche Betroffene nur nicht wahr haben wollen. Hinter Burnout-Persönlichkeiten können sich wahre Perfektionisten verbergen. Nur so kann ein Teil des Syndroms erklärt werden. Denn unbeachtet aller inneren und äußeren Warnsignale mutet der Burnout-Betroffene sich statt weniger, immer mehr zu und verzweifelt an den Grenzen seines eigenen Körpers, welcher langsam aber sicher einen starren Streikposten bezieht.

“Und bist du nicht willig, dann brauche ich Gewalt!” Nein und nochmals nein. Was ein “Burnouter” dann braucht, ist ein klares Bild, ein gesundes Körperbewusstsein.

Ist das Kind erst einmal in den Brunnen gefallen, hat sich das Burnout-Syndrom manifestiert, helfen versierte Psychologen und Psychotherapeuten die aus den Fugen geratene Welt wieder gerade zu rücken. Natürlich setzt dieser Heilungsprozess ein wenig Offenheit und Problemeinsicht voraus.

Prävention: Wir können Burnout frühzeitig entgegenwirken

Burnout, die schleichende Gefahr, hüllt sich gerne in fremde Gewänder. So schafft es das Leid lange unerkannt zu bleiben. Die Flinte ins Korn werfen, ja! Aber weit und breit kein Kornfeld in Sicht? Menschen mit dem Burnout-Syndrom schleppen sich häufig von Arzt zu Arzt. Da gerade hier gerne um den heißen Brei herum geredet wird, rutscht der Betroffene von einer Fehldiagnose zur nächsten — und versinkt schließlich im Sumpf der Zufallsdiagnosen, fernab der eigentlichen Problematik.

Nun ist es wahrlich nicht so, dass es für Burnout keine Früherkennung gibt. Wer auf folgende Zeichen achtet, früh handelt und sich vorzugsweise zeitnah hoffnungsfrohe Hilfe bei psychologischen Beratungsstellen holt, hat gute Chancen, der kalten Kralle des Burnout-Syndroms zu entkommen.

Symptome in Zusammenhang mit Burnout:

  • Gedanken drehen sich vermehrt im Kreis und rauben alsbald die Nachtruhe
  • Aggression und Erschöpfungszustände nehmen zu
  • Müdigkeit rund um die Uhr, obwohl man eigentlich genügend Schlaf erfahren hat
  • Gedankenlosigkeit, ständig das Gefühl “unter Strom zu stehen”
  • Trauer ohne Grund, Entwicklung eines “Sumpf-Gefühls” (alles zieht uns runter)
  • Körperschmerzen ohne Ursache, “sich innerlich wund fühlen”
  • Appetitmangel oder “Fressattacken”

Viele weitere, verdeckte Symptome können Ausdruck eines chronischen Überlastungszustands sein.

Wichtig ist es “Stopp” zu sagen, Pausen wahrzunehmen, auch einzuhalten. Sobald wir nur noch wie ein Hamster im Hamsterrad rotieren, sollten wir uns selbst wachrütteln oder uns von Freunden und Familie empathisch wachrütteln  lassen.

Sie denken, dass auch Sie von Burnout betroffen sein könnten? Holen Sie sich selbst dort ab, wo Sie gerade stehen. Verdrängen Sie nichts und nehmen Sie Ihre Gefühle und Gedanken ernst. Sprechen Sie möglichst offen und direkt über Ihre Eigenbeobachtung. Wenn Sie sich jetzt einem Psychologen anvertrauen, sich etwas Gutes gönnen und die Seele öfter mal baumeln lassen, hat Burnout keine Chance. Gehen Sie’s an und atmen Sie auf.

Fotoquelle: (c) iStock.com/wildpixel


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Elisabeth Poisinger

Mag. Elisabeth Poisinger

Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin

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