Gesund im Job - Laura Stoiber (Instahelp)

Gute Entscheidungen zu treffen ist wichtig! Aber wie?

Wir scheitern häufig an Entscheidungen und entscheiden uns dann am Ende gar nicht. Fragen wie „Wie soll ich mich denn entscheiden?“ kommen in einer psychologischen Beratung sehr oft vor. Es sind meist Fragen, welche das weitere Leben beeinflussen und wir wollen alles dafür tun, es „richtig“ zu machen. Aber wie?

Der Körper und die Psyche spielen eine große Rolle bei Entscheidungen

Unsere Entscheidungen sind unbewusst aber gleichzeitig auch bewusst.

Das heißt, wir besitzen zwei Entscheidungssysteme.

 
Das sogenannte rationale (bewusste) Entscheidungssystem, also zum Beispiel das gedankliche Abwägen von Vor- und Nachteilen, sowie das emotionale (unbewusste) Entscheidungssystem, also die Gefühlswelt, welche oftmals viel schneller arbeitet als der Verstand und häufig als Bauchgefühl oder Intuition beschrieben wird. Das Geheimnis guten Entscheidens besteht darin, beide Systeme mitreden zu lassen.

Gefühle und Verstand spielen oft gegeneinander anstatt miteinander

Mit dem Verstand Entscheidungen zu treffen, ohne dass das Gefühl dazu stimmt, führt oft zu typischen fehlerhaften Vorsätzen. Die Entscheidung, beispielsweise mehr Sport zu betreiben oder mit dem Rauchen aufzuhören, funktioniert nicht ohne auf der Gefühlsebene mitzuschwingen und den Sinn auf der emotionalen Ebene zu finden. Gute Entscheidungen treffen wir also dann, wenn wir den Verstand und das Bauchgefühl in Einklang bringen. Viele Menschen handeln jedoch häufig nur auf einer Ebene, wenn Entscheidungen getroffen werden. Die meisten Menschen entscheiden lediglich auf der rationalen Ebene, weil diese oft greifbarer und einfacher zu verstehen ist. Deswegen ist es umso wichtiger, zusätzlich auf das sogenannte Bauchgefühl oder die Intuition zu achten.

Fragen Sie sich deswegen oft konkret in Situationen, welche Gefühle und Emotionen Sie haben, wenn Sie sich für die Option A entscheiden.

 
Und was wären die gefühlsmäßigen und emotionalen Unterschiede zu Option B? Denn erst wenn die Gefühlsseite mit einer Entscheidung stimmig ist, ist sie nachhaltig.

Gute Entscheidungen treffen mit drei praktischen Tipps

Tipp 1 – Entspannung, Abstand und Zeit schaffen

Treffen Sie Entscheidungen nicht unter Stress. Stress ist eine schlechte Voraussetzung, um gute Entscheidungen zu treffen, da Stress unser rationales und vernünftiges Denken blockiert. Unter Stress schüttet das Gehirn unter anderem Noradrenalin aus, was bewirkt, dass wir in bedrohlichen Situationen blitzschnell reagieren. Es schaltet aber gleichzeitig den Verstand, also die rationale Seite im Gehirn aus. Stellen Sie deswegen eine entspannte Atmosphäre her um eine Entscheidung abzuwägen. Weiters hilft es auch, ein wenig Abstand zu bekommen, indem Sie ein paar Tage raus in eine andere Umgebung fahren oder beispielweise bei einem Spaziergang die Entscheidung in Ruhe treffen. Auch hilft es, nochmal ein bis zwei Nächte darüber zu schlafen bevor es zur Entscheidung kommt. Denn richtige Entscheidungen zu treffen ist oft ein längerer zeitlicher Prozess. Auch wenn dieses oftmalige Hin- und Herschwanken als unangenehm wahrgenommen wird, ist es wichtig, beide Seiten wirklich gut abzuwägen.

Tipp 2 – Überblick gewinnen sowie auf Emotionen und Gefühle hören

Legen Sie eine Liste mit Vor- und Nachteilen für alle Entscheidungsoptionen an. Füllen Sie die Liste detailliert aus. Gewichten Sie Ihre Vor- und Nachteile. Welche Vorteile sind besonders schwerwiegend, welche Nachteile weniger wichtig? Parallel dazu machen Sie eine Liste für die Gefühls- und Emotionsebene. Stellen Sie sich die Fragen: „Wie fühle ich mich bei diesem Vorteil und wie bei diesem Nachteil?“. Dann sehen Sie, wo es Übereinstimmungen gibt zwischen der emotionalen und rationalen Seite und treffen so eine Wahl auf beiden Ebenen. Denn die richtigen Entscheidungen treffen Sie nur dann, wenn Sie neben dem Verstand auch Ihr Bauchgefühl berücksichtigen.

Tipp 3 – Lieber eine Entscheidung als keine

Jede Entscheidung hat zwar ihre Konsequenzen, deshalb sollte man sie sorgfältig treffen. Doch nur wenige Entscheidungen sind wirklich endgültig. Denn das einzig Beständige im Leben ist der Wandel. Und vielleicht war bei der ersten Entscheidung die Zeit noch nicht reif. Wichtig ist daher, eine möglicherweise falsche Entscheidung anzunehmen, zu revidieren, daraus zu lernen und neue Chancen zu ergreifen.

Denn wenn Sie bei Entscheidungen keinen Fehler machen wollen, dann entscheiden Sie am Ende vor lauter Angst gar nicht.

 
Doch auch keine Entscheidung ist eine Entscheidung und im Allgemeinen bereuen wir eher das, was wir nicht getan haben, als das, was wir getan haben.

Quellen:

  • Von Schlippe, A., & Schweitzer, J. (2016). Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung I: das
    Grundlagenwissen (Vol. 1). Vandenhoeck & Ruprecht.
  • Storch, M. (2003). Das Geheimnis kluger Entscheidungen: Von somatischen Markern, Bauchgefühl und
    Überzeugungskraft. Pendo-Verlag.
  • Fuller, C. & Taylor, Ph.: Therapie-Tools – Motivierende Gesprächsführung (2012).


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Christiane Maier-Plos

Mag. Christiane Maier-Plos

Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin

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