Gesund im Job - Pascal Bandra

Prokrastination: Mit diesen 5 Tipps die Aufschieberitis überwinden

Mit der Aufschieberitis ist es wie mit einer chronisch verschnupften Nase: man kommt schon klar, aber es ist lästig, stressig und verhindert, dass man sein volles Leistungspotenzial entfalten kann. Die Aufschieberitis erscheint vielen so übermächtig, dass sie sich ihrem Schicksal ergeben. Aber: Das muss nicht sein! Mit diesen einfachen Tipps können Sie wirksam die Aufschieberitis bekämpfen.

5 Tipps gegen Prokrastination

Die Aufschieberitis, bildungssprachlich auch Prokrastination genannt, gehört wohl zu den meist verbreiteten „Krankheiten“ der Moderne. Klar, dass man mal etwas auf morgen verschiebt, weil man einfach keine Lust hat oder gerade andere, ebenfalls wichtige Dinge aufgetaucht sind. So weit, so normal. Wenn das Aufschieben unangenehmer Dinge aber stets bis zum Äußersten vollzogen wird, wird es problematisch. Zwar handelt es sich bei dem Prokrastinieren für sich genommen nicht wie manchmal angenommen um eine Krankheit, die Prokrastination kann aber Ausdruck einer psychischen Erkrankung wie z.B. einer Angststörung oder einer Depression sein. Auch ohne eine tieferliegende, schwerwiegendere psychische Ursache handelt es sich bei der Prokrastination um ein „behandlungsbedürftiges“ Problem – zu dessen Lösung die folgenden Tipps beitragen können:

1. Halten Sie Ordnung

Eine beliebte Alternativhandlung zu den eigentlich anstehenden Dingen ist das Aufräumen. Wenn Sie versuchen, stets eine gewisse Grundordnung zu halten und einen aufgeräumten Arbeitsplatz zu haben, fällt diese Ausrede weniger ins Gewicht.

2. Schalten Sie externe Reize ab

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die Whatsapp und Facebook viel spannender finden als den Projektantrag oder die Steuererklärung, dann hilft nur eins: Abschalten. Und zwar nicht den Kopf, sondern die Geräte. Wenn das Smartphone außer Reichweite ist und der Computer vom WLAN genommen wurde, lässt es sich mit deutlich weniger Ablenkungen arbeiten. Richten Sie sich feste Pausenzeiten ein, um z.B. Ihre Mails zu checken oder neue Posts zu sichten.

3. Stückeln Sie Aufgaben

Wenn Ihnen eine zu erledigende Aufgabe zu groß erscheint, unterteilen Sie sie in mehrere kleinere Aufgaben, die einfacher und schneller bearbeitet werden können. Dies kann es ungemein erleichtern, die Aufgabe in Angriff zu nehmen – und wenn der Anfang erst gemacht wurde, ist der weitere Fortgang weniger beängstigend, was sich auch auf die gewohnte Prokrastination auswirkt. Wichtig: Setzen Sie bei der Strukturierung Ihrer Arbeit sinnvolle Prioritäten.

4. Bleiben Sie realistisch

Nicht selten rührt die Aufschieberitis daher, dass man sich einfach zuviel vornimmt. Daher sollten Sie sich die Zeit nehmen, ernsthaft zu überlegen, was Sie an einem Tag wirklich bewältigen können – dabei darf auch die gute alte To Do Liste Anwendung finden, wenn Sie damit gute Erfahrungen gemacht haben. Nehmen Sie sich dabei lieber etwas weniger vor, das Sie dann aber auch erledigt bekommen. Ihr Pensum steigern können Sie dann immer noch. Dies nimmt den Stress aus der Arbeit und sorgt für Erfolgsmomente.

5. Fragen Sie sich, ob Sie das überhaupt tun wollen

Manchmal gibt es Aufgaben, die verfolgen einen monatelang und das schlechte Gewissen wird zum ständigen Begleiter. Das kann bspw. das Fällen des morschen Apfelbaumes im Garten sein oder der ausstehende Termin mit einem anstrengenden und wenig einträglichen Kunden. Hier lohnt es, in sich zu gehen und zu fragen, ob man das eigentlich will und wenn ja, wie es auch anders erreicht werden könnte. Denn manchmal macht das Aufrechterhalten bestimmter Ziele gar keinen Sinn, wenn man weder Zeit noch Lust dazu hat oder sie gar nicht wichtig genug sind. So könnte bspw. einfach ein Gärtner mit dem Beseitigen des Apfelbaums betraut (Stichwort Delegieren) oder die alte Geschäftsbeziehung endgültig ad acta gelegt werden.

Sicher gibt es viele weitere Tipps gegen Prokrastination, da jeder Mensch anders gestrickt ist. Was hilft Ihnen, wenn Sie wieder einmal von der Aufschieberitis überwältigt werden? Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Kommentare.

Fotoquelle: (c) iStockphoto.com/AntonioGuillem


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Martina Schelling

MMag. Martina Schelling

Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin

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