Besser leben - Sandra Linde

Wie erkennt man eine Depression und was kann man tun?

Laut dem deutschen Bundesministerium für Gesundheit leiden weltweit etwa 350 Millionen Menschen unter einer Depression. Die Dunkelziffer dürfte jedoch um ein Vielfaches höher sein. Das ist erschreckend. Umso wichtiger ist es, die Gesellschaft und jeden Einzelnen für diese Krankeit zu sensibilisieren. Wer sich aufmerksam beobachtet, kann viel schneller und effektiver reagieren, wenn sich erste Symptome zeigen.

Seit wann kennt die Wissenschaft die “Depression”?

Der Depression als Krankheitsbild wurde erst im Laufe des 19. Jahrhunderts eine besondere Bedeutung beigemessen. In den letzten dreißig Jahren des 20. Jahrhunderts setzte sich der medizinische Begriff vollends durch und wurde 1976 auch zum ersten Mal in Meyers Lexikon erwähnt. Daraus lässt sich schließen, dass die Wissenschaft, die sich mit diesem Thema beschäftigt, im Vergleich zu vielen anderen noch relativ jung ist. Dennoch sind die Erkenntnisse bezüglich der Ursachen, Auslöser, Erscheinungsformen und Therapien von Depressionen in dieser kurzen Zeit sehr weit fortgeschritten. Das liegt vor allem daran, dass die Zahl der diagnostizierten depressiven Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten drastisch zugenommen hat.

Auf welche Alarmsignale sollte man achten?

Das Wort Depression kommt aus dem Lateinischen („deprimere“) und bedeutet: unterdrücken, niederdrücken. Einen passenderen Ausdruck für dieses Krankheitsbild hätte man nicht finden können. Depressive Menschen fühlen sich niedergedrückt von ihrer Krankheit mit all ihren unterschiedlichen Symptomen. Diese sind so vielschichtig und von Mensch zu Mensch so individuell, dass es oft lange dauert, bis eine Depression als solche erkannt wird. Betroffene leiden in erster Linie unter Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Erschöpfungsgefühl. Sie verlieren ihr Interesse an ihrem Umfeld, Hobbys oder Ähnlichem und ziehen sich aus dem gesellschaftlichen Leben zurück. Darüber hinaus gehören Schlafstörungen, Appetitmangel, Übelkeit, Konzentrationsstörungen und Suizidgedanken zu den häufigsten Begleitsymptomen. Depressive Menschen fühlen sich wie gelähmt und sind deshalb oft nicht mehr in der Lage, sich selbst zu helfen.

Während einer Depression nimmt man nicht mehr am Leben teil. Man zieht sich zurück, sehnt sich nach Ruhe und möchte allein sein. Falls man noch in der Lage ist, zu arbeiten, verbringt man die restliche Freizeit oft nur im Bett. Man flieht aus der Realität, vor der emotionalen Taubheit, dem Gefühl der Einsamkeit und der Leere im Inneren. Eine logische Reaktion, doch leider wird dadurch die negative Spirale nach unten nur noch verstärkt.

Erste Hilfe

Wenn sich dieser Zustand bereits einige Wochen oder sogar Monate festgesetzt hat, ist es dringend nötig, ärztlichen Rat einzuholen. Aus eigener Kraft, die bei Depressiven sowieso kaum vorhanden ist, kann man dem Teufelskreis nicht mehr entkommen.

Ein Hausarzt überweist den Betroffenen in der Regel an einen Psychologen oder Psychiater – an Letzteren vor allem, um gegebenenfalls eine medikamentöse Therapie einzuleiten. Auch bei Instahelp sind Psychologen, die auf Depressionen spezialisiert sind. Die psychologische bzw. psychiatrische Betreuung ist bei einer Depression aber in erster Linie deshalb so wichtig, weil man die Ursachen der Erkrankung herausfinden muss. Bekämpft man nur die Symptome, kommt die Depression in der Regel zurück.

Wie entsteht eine Depression?

Als Ursachen kommen sowohl biologische als auch psychosoziale Aspekte in Frage. Zu den biologischen zählen eine genetische Veranlagung oder andere Grunderkrankungen, wie beispielsweise eine Schilddrüsenunterfunktion. In den meisten Fällen sind es aber die Begleiterscheinungen unsere schnelllebigen Zeit, die irgendwann zum Burnout oder einer Depression führen. Akuter Stress, psychische Überbelastung, negative, prägende Erlebnisse sind die Hauptursachen. Der Spagat zwischen Familie und Job, Mobbing, der Anspruch an sich selbst, immer perfekt zu funktionieren und alles richtig zu machen, überfordern uns zunehmend.

In jedem Fall ist es wichtig, sich mit der Krankheit auseinander zu setzen, sobald man sie erkannt hat. Es sollte sich niemand der Krankheit gegenüber ausgeliefert und hilflos fühlen müssen. Denn mit einer passenden Therapie und dem Willen und Wunsch, die Depression in den Griff zu bekommen, kann es jeder schaffen. Oft braucht es dazu lediglich ein bisschen Geduld, was im Hinblick auf das Ziel einer Heilung oder Verbesserung der Lebensqualität eine verhältnismäßig geringe Investition ist.

 

Quellen:

Depression, in: Bundesministerium für Gesundheit (2016) unter: https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/gesundheitsgefahren/depression.html (Stand: 23.01.2017)

Jurk, Charlotte: Der niedergeschlagene Mensch (2005) unter: http://geb.uni-giessen.de/geb/volltexte/2006/2711/pdf/JurkCharlotte-2006-02-13.pdf  (Stand: 25.01.2017)

Fotocredit: (c) iStock.com/kieferpix


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Christine Stöger-Knes

Mag. MSc Christine Stöger-Knes

Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin

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