Familie - Annette Wallisch-Tomasch (Instahelp)

Das neue Leben mit Maske & Co? Schutzmaßnahmen, überraschendes Lernen und ein Schimmer von Hoffnung

Machen Sie sich auch Sorgen?
Wie wir diese Zeit überstehen sollen, wo wir uns jeden Kontakt, jedes Gespräch und jede Berührung dreimal überlegen. Wo wir uns innerlich bremsen müssen, dem anderen nicht zu nahe zu kommen. Lernen, unser urmenschliches Bedürfnis nach Nähe zu unterdrücken.
Kontakte reduzieren, Abstand halten, Maske tragen, Hände waschen – das ist die Devise, damit wir und die anderen möglichst gesund bleiben. Manches ist leicht getan und schnell gewöhnt. Hände waschen ist sicher das Einfachste!

Desinfektionsmittel und diverse Tüchleins für unterwegs sind praktisch, aber auch schon wieder ein Stück weit bedrohlich. „Krankheit und Tod lauern überall!“ könnte ein Angstgedanke sein, der begleitet und belastet.
Und dann auch noch die Tatsache, dass man seine Kontakte reduzieren soll – und nun – jegliche Geselligkeit mit gastronomischen Genüssen untersagt ist. So wie so manch anderes, was Spaß macht und gut tut (Sport, Kultur etc.). Ja, es ist zum Haare raufen! Zukunftssorgen um berufliche/finanzielle Perspektiven runden den Cocktail ab. Wer nicht wütend ist, ist verzweifelt, ratlos, ängstlich oder depressiv. Und einsam.
Gleichzeitig müssen Sie für Ihre Familie/Ihre Kinder stark, ruhig und klar bleiben. Eine echte Zerreißprobe!

Sie sind nicht alleine, ganz vielen Menschen geht es genauso.

 

Alleine sein als neue Normalität

Online-Beratung will Sie hier ganz gezielt im Wohnzimmer, in der Küche, unterwegs – ganz egal wo Sie mit Ihren Gedanken alleine sind – abholen und Ihnen beistehen. Und konkrete Schritte umsetzen, was zu tun ist, den Alltag besser zu meistern. Und mit den starken Gefühlen umgehen zu können.

Über die Belastung zu sprechen ist also der erste Schritt, um sich der Lage wieder zu bemächtigen, Herr oder Frau der Lage zu werden. Raus aus der Starrheit und Angst – rein ins neue Tun!

Und wie sieht der „neue“ Alltag nun aus?
Neulich war ich einkaufen. Natürlich „bemaskt“. So eine nette Dame an der Kasse. Ob Sie mein Lächeln gesehen hat, wie ich einen Scherz gemacht habe? Hat sie meinen Tonfall gehört, meine lächelnden Augen erkannt? Ich hoffe es. Wissen tu ich es allerdings nicht. Das miteinander „Schwingen“ – das geht mir ab. Ihnen auch? Und wie geht es unseren Kindern damit?

Nachdem wir Ihnen mühsam gelernt haben, sich mit Händedruck zu begrüßen/verabschieden, müssen sie dies nun verlernen. Sie dürfen nicht mehr drängeln, es gilt Abstand zu halten. Ich als Mutter wundere mich darüber, wie sie sich fühlen müssen, wenn ich sie darüber ermahne („Halte Abstand!“), wenn sie auf dem Schulweg einem anderen Papa und dessen Kind (aus einer anderen Klasse) von hinten zu nahe kommen.

Achtung: Die Chance, Neues zu lernen!

Eine positive Seite hat das Ganze für Kinder und Erwachsene: Wir lernen, einen Respektsabstand zu halten. Und das kann wirklich wichtig sein. Dem anderen Raum zu lassen ist eine wichtige Lernaufgabe. Niemanden über den Haufen zu rennen ebenso. Körpersprache lesen lernen.

Der Umgang mit der Maske für Schulkinder scheint in der ersten Praxis zwar lästig, aber nicht wirklich belastend zu sein. Nach einigen Monaten Übung macht der MundNasenSchutz im Spielwarengeschäft fast gar nichts mehr aus. Kein Jammern mehr, wunderbar! Die Maske als neues Kleidungstück zu sehen, bei dem man auch ein Stück seiner Individualität ausleben kann steht im krassen und sehr erbaulichen Widerspruch zu den Einweg-Masken aus asiatischer Fabrikation. Mit diesem Psychotrick lassen wir uns glauben, es sei ein Mode-Gag. Sehr clever.

Dass wir darüber hinaus beispiellos viel lernen, welche alternativen Kommunikationsmethoden über Computer und Smartphone möglich sind, ist offensichtlich. Nach einer anfänglichen Überforderung mit diversen Tools für Videokonferenzen stellen sich erste Erfolge ein und wir haben ein Gefühl der Eigenmächtigkeit: Ja, das ist zu schaffen! Ja, es kann und darf so auch Spaß machen.

Kommunikation und stabile Beziehungen

Trotzdem geschieht da etwas, was wir alle kaum erahnen können: Welchen gesellschaftlichen Effekt wird das Tragen von Masken in der Öffentlichkeit haben? Löst diese Maskierung ein Gefühl der Anonymität aus, verschwindet unser Interesse an den anderen? Wie kann Kommunikation dann gelingen? Und wie wirkt die Angst vor einer Ansteckung auf mein Sozialverhalten? Gut möglich, dass wir Erwachsene hier ängstlicher sind als Kinder. Sie nehmen die Lage, wie sie ist.

Solange da eine ruhige, klare Person ist, die alles einfach erklärt, ist ein psychisch stabiles Kind recht hart im Nehmen und ist anpassungsfähiger als wir glauben. Aber es gibt auch Kinder die anfälliger sind für Ängste, und die besonders jetzt mehr Unterstützung brauchen.

Liebe, Nähe und Rituale in der Familie finden

Das, was Kindern wie auch uns Erwachsenen fehlen kann, ist die physische, körperliche Nähe. Das Spüren. Die Präsenz und der Kontakt. Umso wichtiger ist es nun, im engen Familienverband besonders Wert auf diese Nähe zu legen.

Umarmungen, Kuscheln, gemeinsam Toben und Rangeln mit Regeln sind existentiell wichtig für Kinder – und: Überraschung! – für uns Erwachsene wahre Segensbringer. Schaffen Sie dafür ganz bewusst neue Rituale und treffen Sie dazu fixe Vereinbarungen! Polsterschlacht? Abendlicher Kuschelalarm? „Alle auf den Papa!“

Erlauben Sie sich mehr körperliche Nähe zu Ihren Kindern – auch nachts! Auch ältere, ängstliche Schulkinder dürfen sich jederzeit die Sicherheit holen, die sie brauchen. Es ist nichts Ungewöhnliches, dass in diesen Monaten die Kinder nachts vermehrt ans Elternbett tappen. Geben Sie Ihnen bei sich Platz oder richten Sie sich eine Schlafmöglichkeit im Zimmer des Kindes, wenn nötig. In Zeiten der Verunsicherung ist alles erlaubt!

Zeit für Gespräche bringen außerdem Sicherheit und stärken die (Ver-)Bindung. Suchen Sie ganz bewusst Augenkontakt, berühren Sie Ihr Kind beim Sprechen. Auch Erwachsenen und vor allem in Partnerschaften tut diese achtsame Kommunikation gut!

Und wenn es ein Gespräch mit einem „neutralen“ Menschen sein soll, wo Sie ihr Herz ausschütten und auftanken wollen, können Sie ja mal Onlineberatung probieren! Zwar auch ohne Berührung, aber rasch und mit emotionaler Nähe!

Fotoquelle: (c) pixabay.com/users/Robbie_Wi

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