Besser leben - Susanne Prosser

10 Wege, die Beziehung zu vertiefen

Viele Beziehungen sind unbefriedigend, weil sie zu sehr an der Oberfläche bleiben. Auf diese 10 Arten können Sie Ihre Partnerschaft auf das nächste Level bringen – und Ihre Verbindung stärken.

1. Den anderen loslassen

Es klingt zuerst wie ein Widerspruch, stärkt aber die Liebe: Lassen Sie Ihren Partner los. Wenn zwei Paare aneinander festhalten und klammern, steckt mehr die Angst vor dem Alleinsein dahinter als wirkliche Zuneigung zum anderen. Wenn zwei Partner einander so stark vertrauen, dass es möglich ist, dass diese zum Beispiel auch einmal alleine in den Urlaub fahren können, ohne dass deshalb ein Drama losbricht, haben Sie beide für eine langfristige Zukunft viel gewonnen.

2. Dem Schatz immer den Vorzug geben

Vielleicht waren Sie vor Ihrer jetzigen Beziehung länger Single und können bestätigen, dass Ihre Freunde in dieser Zeit einen großen Platz Ihres Lebens eingenommen haben. Wenn Sie sich vor einiger Zeit verliebt haben, mag es für Ihre Freunde schwer sein, dass Sie nun plötzlich weniger Zeit für sie haben. Das ist normal.

So ändern sich eben die Lebensabschnitte:

Je ernster die Beziehung zu Ihrem Partner/Ihrer Partnerin geworden ist, desto mehr sollten Sie ihm/ihr den Vortritt geben.

 
Es ist eine Frage des Wollens: Wer zusammen schon eine Familie hat oder plant, mit dem Partner eine zu gründen, dem muss bewusst sein, dass sich dadurch Wertigkeiten verschieben. Da kommt es schon einmal vor, dass man die Geburtstagsfeier einer Freundin absagen muss, weil man mit dem anderen arbeitsbedingt schon länger keine Qualitätszeit verbringen konnte.

3. Die Beziehung pflegen

Und da wären wir auch schon bei einem der wichtigsten Punkte: Eine Beziehung wächst nämlich nicht von alleine – sie braucht Pflege. So wie eine junge Pflanze auch, von der man sich wünscht, dass sie wächst und gedeiht. Eine Beziehung will aber nicht nur sporadisch gepflegt werden, sondern so oft wie möglich. Darum ist es wichtig, regelmäßig nicht einfach nur Zeit, sondern bewusst Zeit miteinander zu verbringen.

4. Sich dem anderen öffnen

Am Anfang, wenn man einander noch nicht so gut kennt, zeigt man sich gerne von seiner Schokoladenseite und sieht auch den anderen aus der Weichzeichner-Perspektive. Bei jeder Verabredung zieht man sein bestes Outfit an und verbringt eine Stunde im Bad, im sich für den anderen hübsch zu machen. Oder man erzählt eben nur Dinge von sich, die das Bild bestätigen, das man dem anderen von sich zeigen will.

Am Anfang – wie gesagt – ist das ganz selbstverständlich und dient eben dazu, den anderen zu beeindrucken.

Doch wenn die Beziehung sich entwickelt, kommt der Punkt, an dem man sich dem anderen öffnen sollte.

 
Nur so lernt man einander so kennen, wie man wirklich ist.

Manche Partner machen diesen Schritt selbst nach Jahren nicht. Es ist aber nunmal so, dass jeder Mensch den tief verwurzelten Wunsch hat, um seiner selbst willen geliebt zu werden und nicht für das, was man darstellt oder vorgibt, zu sein. Darum: Wenn Sie der Meinung sind, dass er/sie der/die Richtige für Sie ist, zeigen Sie auch Ihre verletzliche Seite. Ihr Partner wird es verstehen und es wird ihn motivieren, es bei Ihnen auch zu tun.

 
Wenn eine Beziehung bestand haben soll ist es auch unverzichtbar, zu polarisieren. Wenn einer von beiden immer zu allem ja und Amen sagt, wird das mit hoher Wahrscheinlichkeit den anderen irgendwann langweilen. Und: Es kann auf Dauer nicht erfüllend sein, weil irgendwo die eigenen Wünsche und Bedürfnisse auf der Strecke liegen bleiben.

5. Einander die Wahrheit sagen

Dazu gehört auch, von Unwahrheiten und kleineren und größeren (“Not”-)Lügen Abstand zu nehmen. Sie haben in einer reifen Partnerschaft nichts verloren. Wer dem anderen die Wahrheit sagt, hat keine Angst vor einer Konfrontation. Und die ist manchmal notwendig, um die Beziehung gemeinsam weiterzuentwickeln.

6. Sich gemeinsame Ziele stecken

Gemeinsame Ziele verbinden und motivieren. Ein erstes gemeinsames Ziel kann ein Urlaub zu zweit sein, den man zusammen plant. Dann kommt die gemeinsame Wohnung, die beide miteinander einrichten. Oft folgt eine gemeinsame Familie und/oder sogar ein berufliches Projekt.

Um gemeinsame Ziele entwickeln zu können ist es allerdings wichtig, dass beide Partner ähnliche Werte haben.

 
Denn wem nützt es, wenn der eine unbedingt fünf Kinder haben, der andere aber unabhängig bleiben und jede Minute seiner freien Zeit durch die Weltmeere segeln will?

7. Sich ehrlich austauschen

Um das herauszufinden hilft nur die regelmäßige Kommunikation. Die Betonung liegt auf regelmäßig – denn es kann passieren, dass sich Werte und Prioritäten beim einen ändern, beim anderen aber nicht.

Wer sich laufend mit dem anderen darüber unterhält, was jeder sich von dieser Partnerschaft und vom Leben wünscht, hat die besten Chancen, gemeinsame Nenner in vielen Bereichen zu finden.

8. Materielles teilen

Die Vorstellung, Materielles zu teilen, versetzt viele Partner in Angst und Schrecken. Da wird aus diesem Grund selbst nach vielen Jahren Beziehung partout nicht geheiratet oder es wird jede Rechnung für den Haushalt strikt sortiert und aufgeteilt.

Nicht umsonst macht es Sinn, seine Einstellung zu Geld vor dem Hintergrund einer Beziehung zu reflektieren. Was Bedeutet Geld für mich persönlich? Inwiefern gibt es mir Sicherheit, inwiefern macht es mir Angst? Welche Bedeutung von Geld wurde mir schon in Kindertagen vermittelt? War es immer reichlich vorhanden oder ein knappes Gut, um das man kämpfen musste?

Wer in einer Beziehung den nächsten gemeinsamen Schritt tun will braucht ein gemeinsames finanzielles Konzept. Das kann in mancher Hinsicht Erleichterung bedeuten – zum Beispiel, indem man sich die Lebenserhaltungskosten gemeinsam teilt – in anderen auch Abstriche. Zum Beispiel dann, wenn man Kinder plant und einer der beiden Partner zuhause bleibt bzw. sich mehr um die Kinder kümmert als der andere.

9. Hilfe anbieten und sich helfen lassen

Unsere heutige Gesellschaft hat eine egoistische bis narzisstische Tendenz. Dazu sind tiefe Beziehungen ein wohltuender Gegenpol. Hilfe anbieten und sich vom anderen helfen lassen sind ein guter Weg, das Vertrauen und die Liebe ineinander zu stärken.

10. Den anderen nicht so schnell aufgeben

Was glauben Sie – wie viele Paare hätten sich nicht getrennt, wenn Sie einander noch mehr Chancen gegeben und für die Beziehung gekämpft hätten. Stattdessen sitzen Sie nun womöglich mit einem anderen Partner vor dem Fernseher und langweilen sich wie bereits zuvor. Die Bilanz: Der Partner ist zwar ein anderer, die Probleme sind aber gleich geblieben.

Eine Trennung löst also sehr oft das Thema nicht. Darum zahlt es sich aus, den anderen bzw. die Beziehung nicht zu schnell abzuschreiben. Denn im Endeffekt machten gemeinsam gemeisterte Krisen ein Paar doch nur noch stärker. Wer Probleme miteinander ausfechtet, lernt den anderen am Ende besser kennen und kommt ihm näher. Und das ist es doch, worum es in der Liebe geht.

 

Fotocredit: iStock.com/demaerre


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Christine Stöger-Knes

Mag. MSc Christine Stöger-Knes

Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin

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