Gesund im Job - Doro Raht

Burnout und dann – Rückkehr in den alten Job

Nach einem überstandenen Burnout wieder in den alten Job zurückzukehren, kann eine große Herausforderung sein. Das Risiko in alte Muster zu fallen und einen Rückfall zu erleiden, ist relativ hoch. Mit diesen 8 Tipps möchten wir Sie dabei unterstützen, nicht wieder auszubrennen.

Nach einer langen Krankheitsphase durch Burnout wieder die gleiche Tätigkeit aufzunehmen, bietet so einige Fallstricke. Kollegen und Vorgesetzte könnten durch die lange Fehlzeit hohe Erwartungen haben und Leistungsdruck auf Sie ausüben. Oder aber Sie setzen selber Maßstäbe an Ihre Arbeit an, die aus einer Zeit stammen, in der Sie mehr geleistet haben, als gesund ist. Man muss sich im alten Arbeitsumfeld mit den neu kennengelernten Belastungsgrenzen erst einmal einfinden. Mit den folgenden 8 Tipps möchten wir Sie beim Wiedereinstieg in den Job unterstützen.

1. Therapie fortführen

Wenn Sie Ihr Burnout mithilfe einer Psycho- oder Körpertherapie behandelt haben, führen Sie diese fort. Mit professioneller Unterstützung können Sie Anzeichen für einen Rückfall besser erkennen und vorbeugen. Auch der regelmäßige Raum zur Reflexion hilft dabei, nicht unbemerkt in alte Muster zu fallen.

2. Überstunden vermeiden

Bei der Arbeit stehen einige Veränderungen an: achten Sie besonders auf Ihr Zeitmanagement und setzen Sie Prioritäten. Dokumentieren Sie Ihre Arbeitszeiten und machen nur ausnahmsweise Überstunden. Wenn Ihre Arbeit für Sie nicht in der Arbeitszeit schaffbar ist, zögern Sie nicht, dies zu thematisieren. Auch Ihre Vorgesetzten haben Interesse daran, dass Sie dauerhaft gesund bleiben. Vielleicht können Aufgaben anders verteilt werden oder Arbeitsabläufe umstrukturiert.

3. Aufgaben abgeben

Geben Sie auch mal Verantwortung ab. Eine sehr typische Ursache von Überforderung, ist die Einstellung, alles alleine schaffen zu müssen. Sie müssen die Firma nicht alleine schmeißen. Geben Sie also ruhig Aufgaben an die Kollegen ab, selbst wenn diese das Problem anders lösen, als Sie es gemacht hätten. Selbiges gilt übrigens auch im Privatleben.

4. Achtsamkeit, Geduld und Verständnis für sich haben

Vielen Menschen fällt es schwer, nach einem Burnout geduldig mit sich zu sein. Dabei sind Achtsamkeit, Verständnis und Geduld jetzt immens wichtig. Vielleicht wird Ihr privates oder berufliches Umfeld manchmal ungeduldig mit Ihnen sein. Einige möchten, dass Sie sofort wieder „funktionieren“ wie früher. Umso wichtiger, dass Sie selber sich mit Verständnis und Geduld behandeln. Sie haben gerade eine sehr schwerwiegende Erkrankung überlebt. Dies erfordert, dass Sie achtsam schauen, was Ihnen gut tut und wie viel davon – und was nicht. Nach einem Beinbruch klettert man ja auch nicht gleich auf den höchsten Berg!

5. Verständnis für langsame Leistungssteigerung haben

Es dauert eine lange Zeit, um sich von einer Erschöpfungsdepression zu erholen. Danach wird man in der Regel zunächst viel schneller erschöpft sein. Auch die Steigerung der Arbeitsleistung zu einem individuell gesunden Level braucht einiges an Geduld. Vielleicht hilft Ihnen dabei das folgende Bild: wenn man einen Marathon läuft, startet man erst einmal mit kleineren Läufen, die man über viele Monate langsam steigert. Zwischendurch macht man Ausgleichssportarten, man dehnt sich – und man erholt sich. Nach einigen Wochen merkt man, dass man die 7 Kilometer ganz einfach laufen kann, die einem vorher noch sehr anstrengend vorkamen. Ebenso müssen Sie sich wieder langsam an die Arbeit gewöhnen und werden zunächst weniger leisten und erst langsam mehr. Aber beachten Sie bei diesem Bild auch: man läuft nicht täglich einen Marathon, sondern nur ein- oder zweimal im Jahr – ein Dauermarathon bei der Arbeit sollte also nicht (wieder) das Ziel werden!

6. Selbstfürsorge groß schreiben

Alles, was in den letzten Monaten der Genesungsphase geholfen hat, sollte weitergeführt werden. Achten Sie auf sich selber. Essen Sie gesundes Essen, gehen Sie in die Sonne und an die frische Luft und pflegen Sie Ihre Sozialkontakte. Genießen Sie das alles! Eine regelmäßige wohltuende Bewegung wie Yoga, Pilates, Walking oder Entspannungsübungen in einer netten Gruppe sind empfehlenswert – so bleiben Sie aktiv und in Kontakt mit anderen Menschen. Bei der Bewegung können Sie sich selber spüren und lernen präsent im eigenen Körper zu sein.

7. Freizeitstress vermeiden

Damit all die Aktivitäten nicht zu Freizeitstress führen, ist es wichtig, auch für unverplante Zeit zu sorgen. Mindestens einen Tag pro Woche, am besten mehr, sollten Sie genau das tun können, wonach Ihnen in dem Moment ist. Planen Sie bei der Arbeit regelmäßige Urlaube. Erholsame Urlaube mit anderen Menschen in der Natur sind anstrengenden Stadtreisen dabei vorzuziehen. Der Urlaub soll der Erholung und dem Genuss dienen, ebenso wie der Feierabend.

8. Hinter dem Burnout liegt das Paradies

…und last but not least, könnte es auch sein, dass Ihr alter Job nicht zu Ihren neuen Erfahrungen und Interessen passt. Sie müssen nichts durchhalten – Sie können auch ganz neue berufliche Perspektiven für sich entwickeln. Hierbei kann Ihnen beispielsweise ein Coaching helfen.

Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihr persönliches „und dann“, nach dem Burnout!

Fotoquelle: (c) iStock.com/fanjianhua


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Dipl.-Psych. Susann Müller

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