Besser leben - Susanne Prosser

Durch die fünf Sinne Glück erleben

Fühlen Sie sich manchmal ausgelaugt und leer? Lesen Sie hier, wie Sie Ihren Tank schnell selbst wieder „auffüllen“ können.

Mit Achtsamkeit oder „Mindfulness“ setzen sich zahlreiche Bücher, Blogs und Coaches auseinander. Wie geht es Ihnen damit?

Für mich persönlich war es immer herausfordernd, mit diesem inflationär verwendeten und sperrigen Begriff in der Praxis wirklich etwas anzufangen. Ich fand nämlich, dass sich „achtsam sein“ nicht wirklich nach „Glücklich sein“ anhört. Viel mehr schwang in meiner Wahrnehmungswelt mit dem Thema Achtsamkeit der Hauch von etwas Erzwungenem mit. Auch, wenn mir klar ist, worum es bei Achtsamkeitsübungen geht, schien es in meiner eigenen Wahrnehmung immer ein wenig so, als würden Menschen, die sich mit Achtsamkeit beschäftigten, selbst so gar nicht glücklich sein. So weit zu meiner Bedeutungsgebung für den großen Trend.

Achtsam sein: Nichts anderes als Genießen!

Dabei geht es bei der Achtsamkeit im Wesentlichen um nichts anderes als ums Genießen. Gemeint ist ein Genuss, den wir über unsere fünf Sinne detailliert erleben. Und noch ein Stück mehr. Wer sich selbst in jedem Augenblick Glück herbeiführen möchte, braucht nur einen oder mehrere der fünf Sinne anzusprechen und dabei die Wahrnehmung des Empfindens jedes Mal noch mehr schärfen. Dabei entsteht eine Reihe positiver Gefühle, die – je öfter wir sie erleben – tatsächlich die Synapsen in unserem Gehirn verändern, wodurch wir uns selbst mit kleinen Ereignissen mehr und mehr auf Glück “programmieren”.

Und so lässt sich das in der Praxis umsetzen:

Hören

Beglückendes Hören können wir jederzeit selbst herbei führen. Welche Art von Musik macht jetzt Freude? Es sind oft auch traurige Lieder, die uns auf verschiedene Arten glücklich machen können, das haben Wissenschaftler der Universität Oxford sogar in einer Studie erforscht. Denn wie es Musikern und Komponisten gelingt, große Gefühle in Musik hineinzupacken, so können die Zuhörer diese Emotionen aus der Musik herausholen und empfinden. Musik wirkt dadurch oft wie eine Medizin.

Hirnforscher fanden heraus, dass das Gehirn keinen großen Unterschied zwischen Musik und Sprache macht. Selbst, wenn wir alleine auf der Couch liegen und Musik hören, die uns emotional berührt, fühlen wir uns auf eine Art verbunden, als würden wir kommunizieren.

Riechen

Ob frische Blumen, ein Bad in fruchtigen Aroma-Ölen oder Duft, den ein selbst gebackener Kuchen in der Wohnung verströmt: Es gibt viele Möglichkeiten, den Geruchssinn anzusprechen und ihn mit positiven Gefühlen zu aktivieren. Zudem speichern wir unser ganzes Leben lang Gerüche verknüpft mit Emotionen in unserem Gehirn ab. Selbst nach Jahren oder Jahrzehnten lösen bestimmte Düfte noch Erinnerungen in uns aus. Zum Beispiel, wenn der Sommerregen auf den Asphalt nieder rieselt oder wenn das Haus am Sonntag nach frisch gebratenen Schnitzeln duftet.

Schmecken

Essen und Trinken ist die nahe liegendste Form des Genießens. Unsere Zunge beherbergt rund 5.000 Geschmacksknospen, warum sollten wir bei diesem Reichtum einfach „irgendetwas“ essen, um unseren Hunger zu stillen, und dieses Mittel zum Zweck auch noch hinunterschlingen? Wie bereits das erwähnte Schnitzel lösen auch Geschmäcker Erinnerungen in uns aus. So kann es sein, dass wir beim Essen von Apfelstrudel Behaglichkeit verspüren, weil wir es unbewusst mit kuscheligen Nachmittagen verbinden, die wir schon als Kinder mit unseren Eltern in Harmonie verbrachten. Glück lässt sich schmecken, wenn wir diese schönen Erinnerungen geschmacklich wieder aufleben lassen – oder, indem wir uns durch neue Kreationen neue Glücksmomente “erkochen”.

Fühlen

Berühren, umarmen, streicheln, … das angenehme Fühlen durch Körperkontakt bringt im Körper die Produktion des Kuschelhormons Oxytocin in Gang, das in uns das Gefühl von Nähe und Geborgenheit auslöst.

Auch unsere unterschiedlichen Gefühle können wir bewusst wahrnehmen: Freude, Entspannt sein, Ekstase, Neugier, aber auch Trauer, Wut und Angst. Indem wir auch negative Gefühle zulassen und wahrnehmen, können wir sie verarbeiten und auflösen, so werden wir als Mensch „ganz“.

Meditationen und Fantasiereisen helfen dabei, sich von belastenden Gedanken und damit verbundenen Gefühlen zu befreien.

Sehen

Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters, um Schönheit möglichst oft und intensiv zu erkennen und wahrzunehmen, müssen wir genau hinsehen. Schönheit und Vollkommenheit können wir in Kunst erleben, aber auch in wunderschönen Landschaften, wir können die Schönheit des Augenblicks sehen, wenn wir beobachten, wie sich zarte Sonnenstrahlen nach dem Regen ihren Weg durch die dunklen Wolken bahnen.

Fotocredit Titelbild: iStock.com/evgenyatamanenko 


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 Isabella  Dyba

Dipl.-Psych. Isabella Dyba

Diplom-Psychologin

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