Gesund im Job - Doro Raht

Gutes Pausenmanagement – wichtig für Gesundheit und Motivation

Gutes Pausenmanagement und regelmäßige Pausen sind wichtig für den Erhalt von Motivation und Arbeitsleistung. Auch die mentale und körperliche Gesundheit profitieren von Arbeitspausen. Wann, wie oft und wie lang sollten die Pausen sein? Welche Pausenbeschäftigungen sind besonders erholungsfördernd?

Regelmäßige Pausen steigern die Arbeitsleistung

Um allen, die meinen, sie hätten vor lauter Stress keine Zeit für eine Pause, gleich mal den Wind aus den Segeln zu nehmen: regelmäßige Pausen helfen, dauerhaft konzentriert und motiviert zu arbeiten. Gerade wenn Sie viel Stress haben, ist es wichtig ausreichend Pausen zu machen, um den Überblick zu behalten! Eine Studie der baua zur Wirkung von Arbeitspausen auf die psychische Gesundheit („Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt. Pausen”) kommt zum Ergebnis, dass Arbeitspausen die Gesundheit fördern, das Wohlbefinden steigern und die Arbeitsleistung sowie die Arbeitssicherheit befördern.

Auch der Gesetzgeber hat erkannt, dass Pausen ein wichtiger Aspekt zum Erhalt der Gesundheit sind: Er hat Pausen zu einem Teil des Arbeitsrechts gemacht. In Deutschland und Österreich steht Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern bei einem 6-9-stündigen Arbeitstag mindestens 30 Minuten Pause zu. Diese Pause muss nach spätestens 6 Stunden Arbeitszeit genommen werden. Regelmäßige erholsame Pausen sind ein Baustein zur Burnout-Prophylaxe. Und keine Angst: Sie müssen ja nicht immer gleich eine ganze Stunde Pause machen…

Mikropausen, Minipausen, Mittagspausen

Am besten machen Sie mehrere verschieden lange Pausen täglich. Die Literatur variiert von einer notwendigen Pause alle Stunde bis hin zu mehreren Stunden. Schauen Sie, was Ihnen selber guttut und lassen Sie dies zur Gewohnheit werden. Eine Möglichkeit ist, in der Mitte des Vormittags eine Minipause von etwa 5 Minuten zu machen. Am Nachmittag, in dem oft ein Tiefpunkt kommt, machen Sie dann eine Kurzpause von etwa 5 bis 10 Minuten. In dieser Zeit kann man kurz aufstehen, ein paar Meter gehen, das Büro lüften und einen Smalltalk mit KollegInnen halten. Die Mittagspause sollte dann eine längere Ruhepause von einer halben Stunde sein.

Auch sogenannte Mikropausen von etwa einer Minute können regelmäßig oder bei Bedarf gemacht werden. Nach Abschluss einer anstrengenden Aufgabe, nach einer Auseinandersetzung oder einfach bei einem kleinen Tiefpunkt, kann eine Mikropause dazu genutzt werden, die Augen zu entspannen oder den Rücken zu strecken. Anregungen hierfür finden Sie hier. Achten Sie bei der Gestaltung des Arbeitstages und der Pausen auch auf Ihren Biorhythmus.

Pausen sinnvoll zur Erholung nutzen

Nutzen Sie die Pausen für wirklich erholsame Beschäftigungen. Tun Sie nichts Anstrengendes, checken Sie keine E-Mails und bleiben Sie nicht sitzen, wenn Sie eine sitzende Tätigkeit ausüben. Sorgen Sie lieber für einen Ausgleich zum sonstigen Arbeitsalltag. Dies kann zum Beispiel Bewegung an der frischen Luft sein oder ein leichtes und frisches Mittagessen. Auch ein wenig Ruhe oder vielleicht gar ein Power-Nap können eine erholsame Pausengestaltung sein. Fühlen Sie sich nicht verpflichtet, in Ihrer Pause auch noch soziale Arbeit zu leisten, zum Beispiel die ganzen Sorgen eines unsympathischen Kollegen anzuhören. Gehen Sie stattdessen lieber mit Ihrem Lieblingskollegen etwas essen.

Pausen und Urlaube anerkennen

Wenn Sie Führungskraft in Ihrem Unternehmen sind, können Sie Selbstfürsorge und gutes Pausenmanagement fördern. Man kann mit gutem Beispiel vorangehen und auch Mitarbeiter ermutigen, auf ausreichende Pausenzeiten zu achten. Pausen fördern die mentale sowie körperliche Gesundheit und das Wohlbefinden der Arbeitnehmer. Auch die Arbeitsleistung und -motivation werden durch regelmäßige Auszeiten gefördert. Hiervon profitiert also durchaus auch der Arbeitgeber. Neben Pausen gehört auch das Nehmen aller Urlaubstage zur Erholung zwischen den Arbeitstagen. Regelmäßige Auszeiten unterstützt die dauerhafte Gesundheit und Belastbarkeit der Mitarbeiter. Gerade in Zeiten alarmierender Burnout-Raten ist dies extrem wichtig für jedes Unternehmen – und ein relevanter Kostenfaktor.

Selbstfürsorge (vor-)leben

Aber auch wenn Sie keine Personalverantwortung haben, können Sie mit gutem Beispiel vorangehen und Ihre eigene Selbstfürsorge fördern. Bestehen Sie auf Ihre Pausen und nehmen dieses grundlegende Arbeitsrecht ohne schlechtes Gewissen in Anspruch. In vielen Betrieben überbieten sich die Mitarbeiter im “Durcharbeiten” und Überstunden-machen, mit dem Zweck ihre (vermeintliche) Unverzichtbarkeit zu demonstrieren. Machen Sie dabei nicht mit! Sorgen Sie gut für sich selber, indem Sie selbstbewußt Pausen und Urlaube nehmen und Ihre Überstunden in Grenzen halten. Sebstfürsorge kann ein Wert in der Unternehmenskultur werden, der sich sehr positiv auf das Betriebsklima und das Wohlergehen der Mitarbeiter auswirkt – und der nachhaltig gesundheitsfördernd ist.

Fotocredit: iStock.com/bernardbodo


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