{"id":5347,"date":"2017-04-13T10:37:37","date_gmt":"2017-04-13T08:37:37","guid":{"rendered":"https:\/\/instahelp.me\/?post_type=lexikon&#038;p=5347\/"},"modified":"2026-02-16T09:47:45","modified_gmt":"2026-02-16T08:47:45","slug":"hassrede-hatespeech","status":"publish","type":"lexikon","link":"https:\/\/instahelp.me\/de\/lexikon\/hassrede-hatespeech\/","title":{"rendered":"Hassrede (Hate-Speech)"},"content":{"rendered":"Hassrede (Hate Speech) ist kein sprachwissenschaftlicher, sondern ein politischer Ausdruck von Hass gegen Gruppen oder Einzelpersonen, der durch die Verwendung von diskriminierenden und Abwertungs\u00e4u\u00dferungen die Herabsetzung ihrer Eigenschaften dienen.<!--more-->\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"was-ist-hassrede\">Was ist \u00fcberhaupt Hassrede?<\/h2>\r\nZum Beispiel werden Deutsche als frz. boche oder engl. kraut bezeichnet, Deutsche bezeichnen Italiener als Spaghetti; schwarze Amerikaner als Nigger, einige wei\u00dfe Amerikaner als WASP. \u201aEthnic slur terms\u2018 verdeutlichen am besten das kommunikative Verfahren, welche eine abwertende Haltung gegen\u00fcber einer Bev\u00f6lkerungsgruppe zum Ausdruck zu bringen (Markefka 1999).  Insgesamt gibt es im europ\u00e4ischen Sprachraum einen deutlichen Zusammenhang zwischen den politischen Definitionen von Hassrede, da die Grundlage dieses Begriffes eine Diskriminierung darstellt und auf die Meinungsfreiheit hinweist, die eingeschr\u00e4nkt wird. \r\n<br><br>\r\nViele Autoren gehen davon aus, dass die Intention jener menschenverachtenden und diskriminierenden \u00c4u\u00dferungen diese sei,  dass der Sprechende entweder Hass empfindet und\/oder bezwecken will, dass Dritte Hass versp\u00fcren (Marker, 2013). Hassrede kann mit ernstzunehmenden Folgen und Konsequenzen verbunden, wobei besonders sch\u00e4dlich jene \u00c4u\u00dferungen sind, welche durch eine zumindest implizierte Drohung begleitet werden oder wiederholt auftreten (Delgado &#038; Stefancic, 2004). Auch ist es wahrscheinlich, dass solche \u00c4u\u00dferungen dazu beitragen, dass Rassismus, Homophobie oder Sexismus innerhalb einer Gesellschaft aufrechterhalten oder verst\u00e4rkt werden.  Zusammenfassend ist somit die Hassrede nicht nur ein politisches, sondern ein gesellschaftliches Problem, das inzwischen weit verbreitet ist und diverse Bereiche betrifft. \r\n<br><br>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"hassrede-im-internet\">Hassrede im Internet<\/h2>\r\nBelik (2009) schl\u00e4gt vor, die weitreichenden Tathandlungen im Internet zu gruppieren, in die des (1) E-Mail-Stalking, etwa das Verschicken von unerw\u00fcnschten (Droh-)E-Mails, dem (2) Computer-Stalking, etwa indem der T\u00e4ter die Kontrolle \u00fcber den Computer des Opfers erlangt, und schlie\u00dflich dem (3) Internet-Stalking, etwa dem Ver\u00f6ffentlichen von intimen Daten oder anz\u00fcglichen Texten bis zum Versand von Computerviren. Ein Beispiel hierf\u00fcr k\u00f6nnte das Stalking von Personen \u00fcber digitale soziale Netzwerke, wie etwa Facebook sein, in denen beispielsweise private Nachrichten oder Fotos ver\u00f6ffentlicht sowie rufsch\u00e4digende Kommentare versendet werden (Kolek &#038; Saunders, 2008). Wesentlich ist, dass Cyberstalking immer absichtlich, methodisch, bewusst und \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg geschieht.\r\n<br><br>\r\nHassrede ist ein weit verbreitendes Ph\u00e4nomen und nimmt im Internet stetig zu. Die sozialpsychologische Online-Forschung hat unter anderem best\u00e4tigt, dass sich beim Emotionsausdruck im Netz eine deutliche Dramatisierung, beziehungsweise Theatralik zeigt (D\u00f6ring, 2003). Auch scheinen Online- und Offlineidentit\u00e4t nicht unabh\u00e4ngig voneinander zu sein, da die Online-Identit\u00e4t immer h\u00e4ufiger, laut aktuellen Ergebnissen, zum ausschlie\u00dflichen Zweck der T\u00e4uschung konstruiert und aufrechterhalten wird (vgl. D\u00f6ring 2003). Diese Tatsache best\u00e4tigt einen deutlichen Zusammenhang von Offline-Kommunikation im Alltag und Meinungs\u00e4u\u00dferungen eines Sprechers. Au\u00dferdem k\u00f6nnen Hassausdr\u00fccke in einem Forum oder Blog einen Aufmerksamkeitsversuch darstellen, was Robert Mayer-Uellner in seiner Analyse von Online-Diskussionsforen untersucht hat. Er ist zum Schluss gekommen ist, dass dort  \u201edie Lust zur Provokation als Nutzungsmotiv hemmungslos ausgelebt wird\u201c (Mayer-Uellner 2003, 214). \r\n<br><br>\r\nLaut Umfragen geh\u00f6rt Cybermobbing zu einem der relevantesten Probleme in \u00d6sterreich. Der am 1.1.21016 in Kraft getretene Tatbestand der fortgesetzten Bel\u00e4stigung im Wege einer Telekommunikation oder eines Computersystems (\u00a7 107c StGB) richtet sich gegen Verhaltensweisen, die umgangssprachlich unter dem Begriff \u201eCybermobbing\u201c bekannt sind. Danach macht sich strafbar, wer  eine Person f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Zahl von Menschen wahrnehmbar an der Ehre verletzt (Abs. 1 Z 1) oder  Tatsachen oder Bildaufnahmen des h\u00f6chstpers\u00f6nlichen Lebensbereichs einer Person ohne deren Zustimmung f\u00fcr eine gr\u00f6\u00dfere Zahl von Menschen wahrnehmbar macht (Abs. 1 Z 2),  sofern dies  im Weg einer Telekommunikation oder eines Computersystems, l\u00e4ngere Zeit hindurch fortgesetzt geschieht,  und zwar auf eine die Lebensf\u00fchrung des Opfers unzumutbar zu beeintr\u00e4chtigen geeignete Weise. Au\u00dferdem sieht \u00a7107c StGB eine Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bis zu 720 Tagess\u00e4tzen, im Fall des Selbstmords oder eines Selbstmordversuchs der betroffenen Person jedoch eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, vor.\r\n<br><br>\r\nBis heute scheint es keine klare und einheitliche Definition von Cybermobbing (engl. f\u00fcr anp\u00f6beln, bedr\u00e4ngen, \u00fcber jemanden herfallen)  zu geben, wobei sich die meisten Darstellungen vom klassischen Mobbing in der Schule ableiten und um die Nutzung von Internet und Handy erweitert werden. Der Begriff Bullying (engl. \u201eto bully\u201c: schikanieren, drangsalieren)  wird als Synonym vielfachlich gebraucht, der eine bewusste, aggressive Handlung eines Einzelnen oder eine Gruppe bezeichnet, um einem Opfer wiederholt und \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum mittels elektronischer Formen von Kontakt Schaden hinzuzuf\u00fcgen (Schmith et al, 2008). Die drei konstituierenden Kriterien f\u00fcr Bullying, (1) das Vorliegen einer bewussten aggressiven Handlung, (2) das wiederholte Vorkommen und (3) das Machtungleichgewicht zwischen den Beteiligten, werden f\u00fcr Cyberbullying erg\u00e4nzt durch (4) die Vermittlung der Handlung durch elektronische Hilfsmittel (z. B. Raskauskas &#038; Stoltz, 2007).\r\n<br><br>\r\nWesentlich dabei ist, dass Cybermobbing und Cyberstalking immer absichtlich, bewusst und \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum hinweg geschieht sowie, dass Personen aufgrund dieser Belastungen Suizidgedanken, Depressionen, posttraumatischen Stress und weitere Symptome entwickeln k\u00f6nnen (Stetina, Maihofer &#038; Kryspin-Exner, 2009). \u00c4hnlich wie beim Cybermobbing l\u00e4sst sich kein einheitliches Opferprofil erkennen, dennoch haben diverse Untersuchungen best\u00e4tigt, dass diese Erfahrungen mit diversen Auswirkungen und Belastungen verbunden sind.  \u201eEs ruft einen Zustand von totalem Ausgeliefertsein, von Hilflosigkeit, von Kontrollverlust, von Angst und Panik hervor. Es r\u00fcckt die Betroffenen in eine Isolation, in eine Welt- und Menschenferne und vermittelt ihnen das Gef\u00fchl, ihr Heimatrecht verloren zu haben.\u201c (Gm\u00fcr, 2004). \r\n<br><br>\r\nDie direkte Bedrohung durch Hassrede im Internet darf dementsprechend nicht untersch\u00e4tzt werden. Hassrede, Bel\u00e4stigungen und Cybermobbing haben inzwischen bei diversen Plattformen und Online-Netzwerken  eine andere Qualit\u00e4t bekommen. Facebook hat beispielsweise sein Vorgehen verst\u00e4rkt, insbesondere im Zusammenhang mit Asylwerbern, da sich Hasskommentare oftmals gegen einen gesamten Bev\u00f6lkerungsbereich richten.  Twitters  Neuerung ist, dass Nachrichten und auch Unterhaltungen mit bestimmten Begriffen oder S\u00e4tzen von Nutzern komplett aus ihrer Timeline ausgeblendet werden k\u00f6nnen. Auch die Staaten ergreifen nicht nur strafrechtliche Ma\u00dfnahmen, sondern auch positive Ma\u00dfnahmen im Bereich der Pr\u00e4vention und Sensibilisieren und f\u00fchren einige Informationskampagnen zur Problematik durch. Dennoch ist ein respektvolles Miteinander auch im Internet unverzichtbar, da die M\u00f6glichkeit anonym zu bleiben und nicht zur Rechenschaft gezogen zu werden, zunehmend zur Enthemmung beitragen. Trotzdem kann jeder individuell dazu beitragen, dass Hassreden reduziert werden.\r\n<br><br>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"tipps-im-umgang\">Tipps zum Umgang<\/h2>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">1. Selbstmanagement<\/h3>\r\nDie Konfrontation mit Cybermobbing kann diverse Gef\u00fchle hervorrufen, die meistens nicht zuordenbar sind. Folgende Tipps zum Selbstmanagement k\u00f6nnen Ihnen helfen, Ihre Entwicklung unabh\u00e4ngig von diesen Einfl\u00fcssen zu gestalten:\r\n<br><br>\r\n<strong>Selbstbeobachtung:<\/strong> Beobachten Sie sich selbst, registrieren Sie Ihre eigene Gef\u00fchle, Verhalten und die Situation, um Erkenntnisse \u00fcber sich selbst zu gewinnen. Dies soll die Funktion Ihrer Selbstmotivation erf\u00fcllen. <br><br>\r\nSetzen Sie selbst\u00e4ndig <strong>Ziele<\/strong>, Achten Sie dabei mehr auf die eigenen Bed\u00fcrfnisse und vermeiden Sie \u00dcberlastungen. Achten Sie darauf, dass Ziele: \r\n<ul class=\"unordered-list\">\r\n<li>Gedanken anregen und ordnen.<\/li>\r\n<li>m\u00f6glichst konkret formuliert werden sollten.<\/li>\r\n<li>immer ein Verhalten, keine Konsequenz beschreiben.<\/li>\r\n<li>kurzfristig oder langfristig verwirklichbar sind. <\/li>\r\n<li>dass es sinnvoll ist, sich \u00fcber die Hierarchie Ihrer Ziele Gedanken zu machen.<\/li>\r\n<li>bei positiven Zielen soll etwas passieren, bei negativen Zielen nicht<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<br>\r\nLegen Sie den Unterschied zwischen <strong>Soll- und Istzustand<\/strong> fest und versuchen Sie <strong>geeignete Aktionen<\/strong> zu planen, auszuw\u00e4hlen und auszu\u00fcben.\r\n<br><br>\r\n<strong>Probleml\u00f6sen <\/strong>anhand folgender Fragen:\r\n<ul class=\"unordered-list\">\r\n<li>Was gef\u00e4llt mir nicht?<\/li>\r\n<li>Wo will ich hin?<\/li>\r\n<li>Welche M\u00f6glichkeiten gibt es?<\/li>\r\n<li>Welchen Weg gehe ich?<\/li>\r\n<li>Entscheiden, \u00fcberpr\u00fcfen, durchf\u00fchren<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<br>\r\n<strong>Selbstbewertung:<\/strong> Gleichen Sie das Beobachtete, das Erreichte mit Ihren Zielen ab und vergleichen Sie Ihre inneren Eigenschaften mit den allgemeinen Standards. <br>\r\n<strong>Selbstverst\u00e4rkung:<\/strong> Belohnen Sie sich!  \r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">2. Achtsamkeit<\/h3>\r\nAchtsamkeit ist eine besondere Art der Aufmerksamkeit, die es erm\u00f6glicht, einen eigenen stressfreien Raum zu schaffen. Achtsamkeits\u00fcbungen k\u00f6nnen helfen, allt\u00e4glichen Stress zu reduzieren und zu einem klaren Bewusstseinszustand zu gelangen. Bei diesen \u00dcbungen ist es wichtig, auftauchende Gedanken, Empfindungen und Gef\u00fchle nicht zu verdr\u00e4ngen sondern bewusst und urteilsfrei wahrzunehmen:\r\n<ol class=\"ordered-list\">\r\n<li><strong>Achtsames Gehen:<\/strong> Das ist eine meditative \u00dcbung die zwei einfache Aktivit\u00e4ten, n\u00e4mlich Gehen und Atmen, kombiniert.<\/li>\r\n<li><strong>Sitzmeditation:<\/strong> Im Sitzen den K\u00f6rper sp\u00fcren und den Atem beobachten. Wenn es angenehm ist, mit geschlossenen Augen.<\/li>\r\n<li><strong>Morgen\u00fcbung im Bett:<\/strong> Nach dem Aufwachen einige Minuten mit offenen Augen liegenbleiben und sich des Wachseins bewusst werden. Den eigenen Atem sp\u00fcren und in den K\u00f6rper hineinf\u00fchlen. Daran denken, den Erlebnissen des Tages mit Achtsamkeit zu begegnen.<\/li>\r\n<li><strong>\u201eGlocken der Achtsamkeit\u201c nutzen:<\/strong> Bestimmte Ger\u00e4usche wie Glocken, Telefonklingeln, Vibrieren des Handys und Autohupen als \u201eAchtsamkeitscue\u201c verstehen.<\/li>\r\n<li><strong>Bodyscan:<\/strong> Nacheinander in alle K\u00f6rperteile hineinsp\u00fcren und atmen. Zum Beispiel bei den Zehen beginnen, danach die Konzentration auf die Fu\u00dfsohlen und dann die Fersen lenken. Immer weiter<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">3. Selbstliebe &#038; Selbstf\u00fcrsorge<\/h3>\r\nSelbstsicherheit bedeutet, eigene Bed\u00fcrfnisse unter Beachtung sozialer Regeln zu befriedigen.\r\n<ul class=\"unordered-list\">\r\n<li>Verstehen Sie Ihr slbstunsicheres Verhalten: Es kommt zustande, wenn eine Situation negative innere Gespr\u00e4che hervorruft. Es liegen meist unrealistische Bewertungen von Situationen zugrunde.<\/li>\r\n<li>Finden Sie und entwickeln Sie Ressourcen, die Ihnen zeigen, dass Sie stark sind.<\/li>\r\n<li>Werden Sie sich Ihrer St\u00e4rken bewusster! \u00dcberlegen Sie, was Ihre St\u00e4rken in den verschiedenen Bereichen sind.<\/li>\r\n<li>Lesen Sie die Liste mit Ihren St\u00e4rken jeden Tag durch und h\u00e4ngen Sie diese an einem f\u00fcr Sie gut sichtbaren Platz auf. <\/li>\r\n<li>Sorgen Sie f\u00fcr kleine Erfolgserlebnisse, um den Glauben in Ihren eigenen F\u00e4higkeiten zu st\u00e4rken.<\/li>\r\n<li>Formulieren Sie Ihre neuen \u00dcberzeugungen so, dass Sie innerlich stimmig erscheinen und emotional kraftvoll sind. Sagen Sie sich diese S\u00e4tze laut und achtsam mehrfach am Tag, mindestens morgens nach dem Wachwerden und abends vor dem Einschlafen. Visualisieren Sie dabei sich selbst, wie Sie diese S\u00e4tze in Ihrem Leben lebendig werden lassen.<\/li> \r\n<li>Setzen Sie sich vor diesem Hintergrund erreichbare Ziele, an denen Sie arbeiten wollen. Seien Sie ehrlich zu sich selbst. F\u00fchren Sie ein Ver\u00e4nderungstagebuch.<\/li>\r\n<li>Setzen Sie Ihre eigenen Bed\u00fcrfnisse an erster Stelle in Ihrem Leben. Fragen Sie sich mehrfach am Tag, ob das, was Sie gerade tun, im Sinne Ihrer Ziele ist. Wenn Sie jemand um etwas bittet, \u00fcberpr\u00fcfen Sie zun\u00e4chst Ihre eigenen Ziele dabei und antworten Sie erst danach.<\/li>\r\n<li>Sorgen Sie f\u00fcr einen angenehmen Zustand: G\u00f6nnen Sie sich regelm\u00e4\u00dfig etwas, was Sie m\u00f6gen, beispielsweise ein Bad, einen Saunabesuch, Kino, gehen Sie gut essen und tun Sie andere selbstf\u00fcrsorgliche Dinge. Erleben Sie diese achtsam und kosten Sie diese positiv aus.<\/li>\r\n<li>Nehmen Sie sich eine Auszeit, zum Beispiel ein Wochenende mit sich selbst. Denken Sie \u00fcber Ihr Leben nach und kl\u00e4ren Sie Ihre Lebensziele und wichtige Werte. Erstellen Sie einen Lebensplan. <\/li>\r\n<li>Nehmen Sie sich Zeit und schreiben Sie Ihre vermeintlichen Fehler in der Vergangenheit auf.<\/li>\r\n<li>Bewerten Sie Ihr eigenes Verhalten. Machen Sie sich hier nichts mehr vor, seien Sie ehrlich zu sich selbst. <\/li>\r\n<li>Sch\u00e4tzen Sie alle anderen Menschen ebenfalls wert. <\/li>\r\n<li>Unternehmen Sie etwas mit sich allein. Verbringen Sie bewusst Zeit mit sich selbst. Suchen Sie sich Interessen, die sie nur allein verfolgen k\u00f6nnen und tun Sie das auch.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">4. Heraustreten aus einer passiven Haltung<\/h3>\r\nIm Umgang mit Hatespeech und Diskriminierung gibt es verschiedene Umgangsweisen. Das Ignorieren solcher Kommentare hat den Vorteil, dass den Verfassern keine Aufmerksamkeit zugeteilt wird. Jedoch \u00f6ffnet dieser Zugang keinen Raum zum Austausch. Aufwendigere Strategien die das erm\u00f6glichen sind die Moderation und Diskussion\/Kommunikation, wobei problematische Inhalte gel\u00f6scht oder zum Beispiel mit zus\u00e4tzlichen Quellenangaben thematisiert werden. Des Weiteren kann eine Diskussion durch humorvolles ironisieren gut gelenkt werden. \r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">5. Radikale Akzeptanz &#038; Stresstoleranz<\/h3>\r\nIndem gelernt wird, unangenehme Ereignisse und Gef\u00fchle so zu nehmen wie sie sind, sprich sie zu akzeptieren, bietet die radikale Akzeptanz einen Weg die eigene Energie besser einzuteilen. Dabei ist es wichtig die Situation und ihre Reaktion so anzunehmen, wie sie ist, ohne dass Sie diese ver\u00e4ndern:\r\n<br><br>\r\nSchreiben Sie Dinge auf, die Sie radikal akzeptieren m\u00f6chten und stufen Sie diese von 0 bis 5 ein! Schauen Sie, dass es Tatsachen sind, da Meinungen und Interpretationen nicht radikal akzeptiert werden k\u00f6nnen. Lesen Sie diese S\u00e4tze vor und besprechen Sie diese mit einer Bezugsperson.\r\n<br><br>\r\nDie Ziele der Stresstoleranz beziehen sich auf die Bew\u00e4ltigung und Vorbeugung von Hochstressphasen, indem die Hochspannung rechtzeitig erkannt wird, Strategien der Spannungsregulation aufgebaut werden, der Hochstress anerkannt und radikal akzeptiert wird und indem Sie sich schlie\u00dflich f\u00fcr einen \u201eneuen Weg\u201c entscheiden. \r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">6. Dialektik<\/h3>\r\n<strong>Grund der Disputation: <\/strong>Stress und emotionale Probleme entstehen, wenn Menschen ihren Selbstwert immer wieder in Frage stellen oder sich selbst als wertlos ansehen.\r\n<br><br>\r\n<strong>Ziel:<\/strong> Das Selbstwertproblem von Grund auf l\u00f6sen, indem erkannt wird, dass der Wert eines Menschen objektiv nicht zu bestimmen ist. Der Mensch soll sich dann entscheiden, ob oder wie er seinen Wert subjektiv bestimmen will.\r\n<br><br>\r\n<strong>Voraussetzung:<\/strong> Sie wissen, was eine Tatsache und eine Meinung ist und wie er beide unterscheiden kann. Sie pr\u00fcfen nun, ob es sich bei einer Aussage um eine Tatsache oder eine Meinung handelt.\r\n<br><br>\r\n<strong>Tatsache:<\/strong> Behauptete Ph\u00e4nomene sind beobachtbar, haben somit eine Auftretenswahrscheinlichkeit von gr\u00f6\u00dfer Null. Damit kann ihre Existenz \u00fcberpr\u00fcft und bewiesen werden. Auch das Nicht-Zutreffen einer Behauptung kann bewiesen werden, dann ist sie eindeutig falsch.\r\n<br><br>\r\n<strong>Meinung:<\/strong> Es ist aktuell unklar, ob es sich bei dem behaupteten Ph\u00e4nomen um eine Tatsache handelt oder nicht. Die Behauptung kann weder bewiesen noch widerlegt werden.\r\n<br><br>\r\n<strong>Wert des Menschen:<\/strong> Da es keinen Beweis gibt, der einen objektiven Wert des Menschen nachweisen kann, ist der Wert des Menschen eine Meinung. Damit kann dieser frei gew\u00e4hlt werden. Bei der Wahl ist wichtig, dass diese gew\u00e4hlte Meinung zielf\u00f6rderlich ist.\r\n<br><br>\r\n<strong>Wahlm\u00f6glichkeiten<\/strong>: Aufgrund der Meinungsqualit\u00e4t der Wertzuschreibung k\u00f6nnen mehrere Wahlen getroffen werden.<br>\r\n<ol class=\"ordered-list\">\r\n<li>Man verzichtet auf die Zuschreibung eines pauschalen Wertes. Dieser bietet keine hilfreiche Information, da sich von diesem Wert keine sinnvolle Aussage \u00fcber die Person ableiten l\u00e4sst.<\/li>\r\n<li>Man schreibt sich und anderen Menschen einen pauschalen Wert zu, der nicht mehr an Kriterien gebunden ist.<\/li>\r\n<li>Man verwendet weiter einen Kriterienkatalog, um einen Summenwert zu generieren.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<br> \r\n<strong>Leistungsbeurteilung:<\/strong> Die eigenen Leistungen und die Leistungen anderer sollten klar und eindeutig beurteilt werden. Leistungen k\u00f6nnen nur in Hinblick auf ein Ziel oder auf einen Leistungskatalog sinnvoll gemessen und bewertet werden. Hierbei ist es hilfreich, das nicht mehr in \u201egut\u201c oder \u201eschlecht\u201c eingeteilt wird, sondern in \u201eg\u00fcnstig\u201c und \u201eung\u00fcnstig\u201c. \r\n<br><br>\r\n<strong>Pers\u00f6nlich-Nehmen von Zu- und Abneigung:<\/strong> Zu- und Abneigung sind Gef\u00fchle, die etwas \u00fcber die Vorlieben eines Menschen aussagen, aber nicht \u00fcber dies Sache oder den Menschen, die oder den er so beurteilt. Dies ist immer eine pers\u00f6nliche \u201eGeschmackssache\u201c des Beurteilers. Zu- und Abneigung sind also f\u00fcr die beurteilte Person unpers\u00f6nlich.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">7. Kommunikation &#038; Konfliktmanagement<\/h3>\r\nDa Cybermobbing eine konfliktbelastete bzw. feindliche Kommunikation ist, ist ein damit verbundener Umgang auch f\u00fcr die Opfer sehr bedeutsam, da die Folgen sehr belastbar sein k\u00f6nnen. Konflikte treten dennoch recht h\u00e4ufig auf, sind Teil jeder Beziehungsdynamik und k\u00f6nnen anhand einer produktiven Arbeit zu einer erfolgreichen Bew\u00e4ltigung und Entlastung f\u00fchren. Es kommen diverse Kommunikations- und Konfliktbew\u00e4ltigungsstrategien in Frage, die Sie anwenden k\u00f6nnen. Unter anderem soll folgendes 6-Phasen Modell die wesentlichsten Annahmen einer kooperativen Konfliktbew\u00e4ltigung aufzeigen:\r\n<ol class=\"ordered-list\">\r\n<li>Kontrollieren Sie Ihre Erregung: Achten Sie auf Ihre k\u00f6rperliche Warnsignale, \u00fcbergehen Sie die Vorw\u00fcrfe bewusst und unterscheiden Sie zwischen der eigenen und fremden Rolle.<\/li>\r\n<li>Teilen Sie Ihre eigene Vorstellungen und Gef\u00fchle mit: Formulieren Sie realistische Vorstellungen, sprechen Sie Ihre eigene Motive und Absichten offen an.<\/li>\r\n<li>Kommunizieren Sie offen: H\u00f6ren Sie zu und fragen Sie nach, fassen Sie die Ergebnisse immer wieder zusammen, entwickeln Sie einen lockeren Gespr\u00e4chsstil mit Humor.<\/li>\r\n<li>L\u00f6sen Sie das Problem: Streichen Sie den Nutzen und die Vorteile f\u00fcr beide Seiten heraus, sprechen Sie die Risiken bei Nichteinigung an, treten Sie in Tausch und Gegentausch ein.<\/li>\r\n<li>Treffen Sie eine Vereinbarung: Betonen Sie den Erfolg auch bei kleinen Ergebnissen, akzeptieren Sie keine vorschnellen Entscheidungen, formulieren Sie Ihre erzielte Vereinbarung klar und verst\u00e4ndlich.<\/li>\r\n<li>Pers\u00f6nlich verarbeiten: Verbannen Sie Ihre Rachegef\u00fchle, verarbeiten Sie innerlich Ihre Entt\u00e4uschungen und bejahen Sie erzielte Vereinbarungen.<\/li>\r\n<\/ol>\r\n<br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">8. Unterst\u00fctzung in Anspruch nehmen<\/h3>\r\nDie erste Verkn\u00fcpfung zwischen Informationsquellen f\u00fcr Laien, Studierende, Forscher und Gesundheitsberufen ist zwar auf den meisten Webseiten f\u00fcr die meisten zug\u00e4nglich, wobei deren Qualit\u00e4tssicherung derweilen problematisch ist. Da Cyber-Mobbing sehr wohl weitreichende psychische Folgen f\u00fcr Opfer als auch rechtliche Konsequenzen f\u00fcr die T\u00e4ter hat, ist das Aufsuchen professioneller Hilfe, z.B. von Psychologen empfehlenswert. Innerhalb der letzten Jahre haben sich die Angebote und Zielgruppen weiterentwickelt. Eine hilfreiche Kommunikation zwischen Betroffenen und Professionisten stellt Online- und Internet-Therapie Beratung und Behandlung als eine alternative Interventionsform dar. Dabei z\u00e4hlen zu den \u00fcblichsten Kommunikationsmitteln E-Mail und\/oder Formulare auf Webseiten, Chat, Telefon, Videokonferenz, Diskussionsforen, virtuelles Sprechzimmer und Internet-Telefonie (Stetina &#038; Kryspin-Exner, 2009).\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">9. Freie Meinungs\u00e4u\u00dferung<\/h3>\r\nDie freie Meinungsfreiheit ist nicht nur ein Grundrecht sondern auch eine Notwendigkeit der Pers\u00f6nlichkeitsentwicklung. Ebenso kann der Gedankenaustausch in der Kommunikation erst dann funktionieren, wenn Sie ungehindert Aussagen treffen k\u00f6nnen. Wichtig dabei ist, dass Sie Ihre Meinung formulieren und begr\u00fcnden, mit Argumenten \u00fcberzeugen, einen Perspektivenwechsel vornehmen und Kompromisse finden. \r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">10. Emotionale Abgrenzung<\/h3> \r\nEin distanziertes Gef\u00fchlserleben erm\u00f6glicht eine rationale und neutrale Perspektive der Geschehnisse, eine ideale Reflexionsvoraussetzung und Steigerung des emotionalen Wohlbefindens. Die Emotionsregulation beinhaltet den Umgang mit Emotionen in Bezug auf den Intensit\u00e4tsgrad, der schrittweise an die jeweilige Situation angepasst wird. Bei diesem Kontrollprozess werden Gef\u00fchle auf ihre Realit\u00e4tsbezogenheit und Angemessenheit \u00fcberpr\u00fcft, was ihr emotionales Handeln unterst\u00fctzt. Ausl\u00f6sende Ereignisse f\u00fchren zu einer gedanklichen Bewertung der Situation, welche wiederum k\u00f6rperliche Ver\u00e4nderungen und Gef\u00fchle hervorrufen. Die Reflexion dieser Prozesse beeinflusst den darauffolgenden Handlungsimpuls, angepasst auf die eigenen Bed\u00fcrfnisse kommt es zu einer kontrollierten Handlung. Die subjektiven Bewertungen der vorangegangenen Schritte, die bewusst gesteuert werden k\u00f6nnen, haben einen starken Einfluss sowohl auf die Handlung als auch auf die resultierende Konsequenz. \r\n<br><br>\r\n<strong>Literatur<\/strong><br>\r\n<ul class=\"unordered-list\">\r\n\t<li>Delgado, Richard\/Stefancic, Jean (2004): Understanding Words that Wound. Boulder, Col.\/ Oxford.<\/li>\r\n\r\n\t<li>D\u00f6ring, Nicola (2003): Sozialpsychologie des Internet. Die Bedeutung des Internet f\u00fcr Kommunikationsprozesse, Identit\u00e4ten, soziale Beziehungen und Gruppen, 2. Aufl., G\u00f6ttingen.<\/li>\r\n\r\n\t<li>Gm\u00fcr, Mario (2004): Der \u00f6ffentliche Mensch. Medienstars und Medienopfer. M\u00fcnchen: dtv<\/li>\r\n\r\n\t<li>Markefka, Manfred (1999): Ethnische Schimpfnamen \u2013 kollektive Symbole allt\u00e4glicher Diskriminierung.<\/li>\r\n\r\n\t<li>Mayer-Uellner, Robert (2003): Das Schweigen der Lurker. Politische Partizipation und soziale Kontrolle in Online-Diskussionsforen, M\u00fcnchen.<\/li>\r\n\r\n\t<li>Stetina, B.U., Maihofer, E.I.J. &#038; Kryspin-Exner, I. (2009). Die Dunkle Seite des Cyberspace: Nebenwirkungen und Schattenseiten. Verhaltenstherapie &#038; Verhaltensmedizin, 3, 280\u2013301. <\/li>\r\n\r\n\t<li>Stetina, B.U. &#038; Kryspin-Exner, I. (2009) Gesundheit und neue Medien: Psychologische Aspekte der Interaktion mit Informations- und Kommunikationstechnologien. Wien: Springer Verlag.<\/li>\r\n\r\n<\/ul>\r\n<br>\r\n<strong>Redakteurin:<\/strong> Julia Pritz-Mirtakis, MSc. (Psychologin, Psychoanalytikerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Sigmund Freud Privatuniversit\u00e4t und Koordinatorin der psychologischen Universit\u00e4tsambulanz der SFU)<br>\r\n<strong>Aktualisierung:<\/strong> 12.04.2016<br>\r\n<strong>Review:<\/strong> Dr. Birgit U. Stetina (Leiterin der Abteilung \u201cKlinische Psychologie\u201d an der psychologischen Fakult\u00e4t der SFU)\r\n<br>\r\n<br>\r\n<i>Diese Informationen k\u00f6nnen den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern k\u00f6nnen Ihnen helfen, sich auf das Gespr\u00e4ch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.<\/i>\r\n\r\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3282,"template":"","class_list":["post-5347","lexikon","type-lexikon","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.0 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Hassrede (Hate-Speech)<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Erfahre was Hassrede genau ist und wie der Umgang damit erfolgreich gelingt.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/instahelp.me\/de\/wp-json\/wp\/v2\/lexikon\/5347\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Hassrede (Hate-Speech)\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Erfahre was Hassrede genau ist und wie der Umgang damit erfolgreich gelingt.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/instahelp.me\/de\/wp-json\/wp\/v2\/lexikon\/5347\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Instahelp - Online-Therapie &amp; 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