{"id":675,"date":"2015-11-05T08:00:25","date_gmt":"2015-11-05T07:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/instahelp.me\/?post_type=lexikon&#038;p=675"},"modified":"2017-02-17T12:41:15","modified_gmt":"2017-02-17T11:41:15","slug":"alzheimer-krankheit","status":"publish","type":"lexikon","link":"https:\/\/instahelp.me\/de\/lexikon\/alzheimer-krankheit\/","title":{"rendered":"Alzheimer Krankheit"},"content":{"rendered":"Die Alzheimer-Krankheit ist die h\u00e4ufigste Form der Demenz \u2013 des Verlustes kognitiver F\u00e4higkeiten. Sie betrifft haupts\u00e4chlich \u00e4ltere Menschen und verl\u00e4uft in Stadien. Die Ursachen sind noch nicht restlos erforscht. Eine Heilung gibt es nicht, das Fortschreiten der Krankheit kann aber gebremst werden. <!--more-->\r\n<br><br>\r\nBei der Alzheimer-Krankheit (lateinisch Morbus Alzheimer) verliert das Gehirn langsam zunehmend Teile seiner Funktion. Die Betroffenen leiden an einem Verlust ihrer Ged\u00e4chtnisleistung, Orientierung und anderer kognitiver F\u00e4higkeiten, was zur Beeintr\u00e4chtigung im allt\u00e4glichen Leben f\u00fchrt. Im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit kann der Alzheimer-Patient nur noch bruchst\u00fcckhaft Erinnerungen aus der Vergangenheit abrufen. Der Bezug zur Realit\u00e4t kann vollst\u00e4ndig abhandenkommen, manchmal werden selbst die n\u00e4chsten Angeh\u00f6rigen nicht wiedererkannt. Dies stellt f\u00fcr die Angeh\u00f6rigen wie auch f\u00fcr die Betroffenen selbst eine starke Belastung dar. Mit Medikamenten und einer Aktivierung der verbleibenden geistigen F\u00e4higkeiten kann der Verlauf der Krankheit gebremst werden, eine Heilung ist aber nicht m\u00f6glich.\r\n<br><br>\r\n1906 untersuchte der deutsche Psychiater und Neuropathologe Alois Alzheimer das Gehirn einer kurz zuvor verstorbenen Patientin, die an Demenz gelitten hatte. Er fand bei ihr ein geschrumpftes Gehirn vor und unter dem Mikroskop entdeckte er Faserb\u00fcndel in Nervenzellen (sogenannte Tau-Fibrillen), sowie fleckf\u00f6rmige Ablagerungen von bestimmten Eiwei\u00dfstoffen (sogenannte senile Plaques).\r\n<br><br>\r\nDie Schrumpfung des Gehirns, die Bildung von Fibrillen und Plaques sowie die Abnahme der Verbindungen zwischen den Nervenzellen sind die vier wichtigsten strukturellen Ver\u00e4nderungen im Gehirn, die bei der heute als Alzheimer-Krankheit bekannten Form der Demenz auftreten.\r\n<br><br>\r\nDie Ablagerungen legen wichtige Funktionen des Gehirns lahm. Dazu geh\u00f6rt unter anderem die Bildung von Nervenbotenstoffen. Wahrscheinlich schon im Anfangsstadium der Krankheit kommt es zu einer St\u00f6rung der chemischen Informations\u00fcbertragung zwischen einzelnen Nervenzellen. Das betrifft vor allem jene, die den \u00dcbertr\u00e4gerstoff Acetylcholin f\u00fcr die Informations\u00fcbertragung benutzen. Die Bildung von Acetylcholin nimmt um bis zu 90 Prozent ab. Durch den Mangel dieses \u00dcbertr\u00e4gerstoffes k\u00f6nnen Informationen wesentlich schlechter gespeichert und abgerufen werden. Bei anderen \u00dcbertr\u00e4gerstoffen kommt es ebenfalls zu einer Abnahme. Bei Serotonin kann sie bis zu 60, bei Somatostatin bis zu 70 Prozent betragen. Je weiter diese Ver\u00e4nderungen fortschreiten, desto mehr lassen die \u201eh\u00f6heren\u201c Gehirnleistungen, vor allem die intellektuellen F\u00e4higkeiten, nach. Im Verlaufe der Erkrankung gehen schlie\u00dflich ganze Gehirnareale zugrunde. Das f\u00fchrt zu weiteren St\u00f6rungen der Erinnerung, der Sprache, des Denkens, der Wahrnehmung, der r\u00e4umlichen Orientierungsf\u00e4higkeit und des praktischen Handelns. Die Ver\u00e4nderungen im Gehirn beginnen dabei mindestens zehn Jahre bevor sich die ersten Symptome zeigen. Dies gilt nicht nur f\u00fcr die Alzheimer-Krankheit, sondern f\u00fcr alle Demenzen. \r\n<br><br>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"ursachen-und-haeufigkeit\">Ursachen und H\u00e4ufigkeit<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  <strong>Rund sieben Prozent der \u00fcber 65-J\u00e4hrigen sind betroffen, mehrere Ursachen sind an der Entstehung der Krankheit beteiligt. <\/strong>\r\n<br><br>\r\n  Allgemein tritt die Alzheimer-Krankheit meist nach dem 65. Lebensjahr auf. Zwischen sechs und neun Prozent der Menschen \u00fcber 65 in den Industriestaaten leiden an einer Form von Demenz, wobei die Alzheimer-Krankheit mit \u00fcber 60 bis 80 Prozent die h\u00e4ufigste Demenzform darstellt. Das Erkrankungsrisiko ist f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen etwa gleich hoch, allerdings sind 70 Prozent der Patienten weiblich, was mit der h\u00f6heren Lebenserwartung von Frauen zusammenh\u00e4ngt. Mit zunehmendem Alter wird die zweite gro\u00dfe Gruppe von Demenzen \u2013 sogenannte vaskul\u00e4re Demenzen &#8211; immer wichtiger.<br><br>\r\nLaut \u00d6sterreichischer Alzheimer-Gesellschaft leiden derzeit etwa 100.000 \u00d6sterreicher und \u00d6sterreicherinnen an einer dementiellen Erkrankung. 2050 wird diese Zahl auf etwa 230.000 angestiegen sein. <br><br>\r\nDie Ursachen f\u00fcr die Alzheimer-Krankheit sind noch nicht ganz gekl\u00e4rt. Es d\u00fcrften jedoch mehrere Faktoren an der Entstehung der Krankheit beteiligt sein. Sie umfassen Erbfaktoren, entz\u00fcndliche Vorg\u00e4nge und Umwelteinfl\u00fcsse.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Genetische Ursachen<\/h3>\r\nNur bei einer Minderheit von f\u00fcnf bis sechs Prozent tritt die Alzheimer-Krankheit als Erbkrankheit auf (famili\u00e4rer Morbus Alzheimer). Meist sind dann Familienmitglieder mehrerer Generationen betroffen und die Symptome zeigen sich meist schon vor dem 60. Lebensjahr. Insgesamt spielt die genetische Veranlagung als Risikofaktor aber eine gr\u00f6\u00dfere Rolle. Sch\u00e4tzungen gehen von 30 Prozent der Betroffenen aus. So wurde beispielsweise ein Gen identifiziert, das zwar zur Regulation der Blutfette geh\u00f6rt, aber die Ablagerung krankhafter Substanzen in und um Nervenzellen beg\u00fcnstigt (Apolipoprotein E4). Deshalb steht es im Verdacht, auch die Entstehung der Alzheimer-Krankheit zu f\u00f6rdern. Bis zu 80 Prozent der Alzheimer-Patienten tragen dieses Gen.\r\nGenetisch bedingt d\u00fcrfte auch die Neigung zu Autoimmunreaktionen sein, die ebenfalls als eine Ursache in Frage kommen. M\u00f6glicherweise kommt es mit zunehmendem Alter zu Ver\u00e4nderungen in den Genen, die Angriffe des Immunsystems auf den eigenen K\u00f6rper beg\u00fcnstigen. Das k\u00f6nnte letztlich auch die Zerst\u00f6rung der Gehirnzellen und die Alzheimer-Krankheit zur Folge haben.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Entz\u00fcndliche Ursachen<\/h3>\r\nEinen betr\u00e4chtlichen Anteil am Untergang von Gehirnzellen d\u00fcrften entz\u00fcndliche Vorg\u00e4nge haben. Inwieweit Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren dabei eine Rolle spielen und wie weit die Entz\u00fcndungsstoffe von \u00fcberaktiven Gehirnzellen stammen, das muss erst noch gekl\u00e4rt werden. Dass infekti\u00f6se Eiwei\u00dfpartikel (Prionen) Ursache der Erkrankung sein k\u00f6nnten, ist Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Die Alzheimer-typischen Ablagerungen von Eiwei\u00dfmolek\u00fclen im Gehirn werden in \u00e4hnlicher Form auch bei Prionenerkrankungen gesehen.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Umweltgifte und Verletzungen<\/h3>\r\nAuch Umweltgifte und Sch\u00e4del-Hirn-Verletzungen mit Bewusstlosigkeit (statistisch eindeutig ab einem Alter von 40 Jahren) werden als Alzheimer beg\u00fcnstigende Faktoren gehandelt. Eine schlechte Schulbildung ist kein Risikofaktor f\u00fcr die Erkrankung, eine gute Schulbildung beziehungsweise ein guter \u201eTrainingszustand\u201c des Gehirns kann aber eine beginnende Alzheimer-Krankheit relativ lange \u00fcberdecken. Daf\u00fcr spricht auch die Tatsache, dass bei Menschen mit guter Schulbildung die Alzheimer-Krankheit zwar sp\u00e4ter auftritt bzw. entdeckt wird, die Betroffenen aber schneller daran sterben.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"frueherkennung\">Fr\u00fcherkennung<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n<strong>Manche Anzeichen, beispielsweise Personen nicht mehr zu erkennen, treten relativ fr\u00fch auf. Sie sollten Anlass f\u00fcr einen Besuch bei Arzt oder \u00c4rztin sein. <\/strong>\r\n<br><br>\r\n  Verl\u00e4ssliche Methoden der Fr\u00fcherkennung gibt es nicht. Die Schwierigkeit besteht in der Abgrenzung zwischen normalen Alterserscheinungen und einer Erkrankung. Es gibt aber einige Anzeichen f\u00fcr die Alzheimer-Krankheit, die relativ fr\u00fch auftreten. Sie sollten immer Anlass f\u00fcr eine \u00e4rztliche Untersuchung sein. Eine m\u00f6glichst fr\u00fche Behandlung kann das Fortschreiten der Krankheit zwar nicht verhindern, aber das Eintreten schwerer Symptome verz\u00f6gern. Eine fr\u00fche Untersuchung ist auch deshalb wichtig, weil dabei andere Demenzursachen wie ein ver\u00e4nderter Hirndruck oder Tumore erkannt und behandelt werden k\u00f6nnen.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Schwindendes Erinnerungsverm\u00f6gen<\/h3>\r\nErste Hinweise auf eine Alzheimer-Krankheit k\u00f6nnen darin bestehen, dass der Betroffene sich nicht mehr an Personen erinnert, die er eigentlich kennen m\u00fcsste, kurz zur\u00fcckliegende Ereignisse oft vergisst, dass er sich in vertrauter Umgebung nicht zurechtfindet und, dass ihm gewohnte, allt\u00e4gliche T\u00e4tigkeiten wie das Schlie\u00dfen von Hemdkn\u00f6pfen oder das Bedienen von Haushaltsger\u00e4ten Schwierigkeiten machen. Auch Sprachprobleme k\u00f6nnen sich bemerkbar machen, indem der Betroffene allt\u00e4gliche Dinge nicht mehr benennen kann oder im Gespr\u00e4ch \u00f6fters den Faden verliert.\r\nOrientierungsprobleme in Bezug auf Zeit und Ort k\u00f6nnen auftreten. Situationen werden falsch beurteilt, zum Beispiel Gefahren im Stra\u00dfenverkehr. Das Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Wert und Bedeutung von Geld kann verloren gehen. Dinge werden aus konfuser Zerstreutheit verlegt und der Betroffene glaubt sich vielleicht bestohlen.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Stimmungsschwankungen<\/h3>\r\nScheinbar grundlos kommt es zu Stimmungsschwankungen. Auch nachlassendes Interesse an der Arbeit oder an Hobbys kann ein Hinweis sein, ebenso, wenn es dem Betroffenen zunehmend schwerf\u00e4llt, Entscheidungen zu treffen. Es kommt oft fr\u00fchzeitig zu einer Ver\u00e4nderung des Verhaltens mit Agressionsdurchbr\u00fcchen, unberechtigten Vorw\u00fcrfen und Flucht aus der nicht mehr als gewohnt erlebten Umgebung.\r\nDie Einsch\u00e4tzung der geistig-seelischen Leistungsf\u00e4higkeit eines Menschen ist jedoch immer im Verh\u00e4ltnis zum Ausgangsniveau zu sehen.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"altersvergesslichkeit\">Altersvergesslichkeit<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  <strong>Es kann schwierig sein, eine normale Alterserscheinung von dem Beginn einer Alzheimer-Demenz zu unterscheiden. <\/strong>\r\n<br><br>\r\n  Nicht jeder, der unter Vergesslichkeit leidet, hat die Alzheimer-Krankheit. Meist handelt es sich um eine normale Altersvergesslichkeit. Daf\u00fcr spricht, wenn:\r\n<ul class=\"unordered-list\">\r\n  <li>sie nur vor\u00fcbergehend auftritt und nicht binnen Monaten oder weniger Jahre kontinuierlich schlechter wird<\/li>\r\n  <li>eher unwichtige Dinge vergessen und verlegt werden, aber nicht oft die Geldb\u00f6rse oder Ausweise<\/li>\r\n  <li>das Verlegte an \u00fcblichen Pl\u00e4tzen wieder gefunden wird<\/li>\r\n  <li>nur Details vergessen werden, aber nicht ganze Erlebnisse<\/li>\r\n  <li>Konzentration und \u00dcberlegen helfen, sich an das Vergessene zu erinnern \u2013 zumindest etwas sp\u00e4ter<\/li>\r\n  <li>\u201eEselsbr\u00fccken\u201c helfen, sich an die Dinge zu erinnern<\/li>\r\n  <li>Notizzettel und andere Merkhilfen \u00fcber die Vergesslichkeit hinweghelfen k\u00f6nnen<\/li>\r\n  <li>keine anderen St\u00f6rungen vorliegen, zum Beispiel im Denk- und Urteilsverm\u00f6gen, der Orientierung, beim Erkennen von Dingen und Menschen, in der Geschicklichkeit, beim Lesen, Schreiben und Rechnen, beim Antrieb und der Aufmerksamkeit<\/li>\r\n  <\/ul>\r\n<br>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"pseudodemenz\">Pseudodemenz<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  <strong>Vergesslichkeit kann auch psychische Ursachen haben. <\/strong>\r\n<br><br>\r\n  Relativ h\u00e4ufig gehen \u00fcberm\u00e4\u00dfige Vergesslichkeit und Konzentrationsst\u00f6rungen auch auf psychische Ursachen zur\u00fcck und haben ebenfalls nichts mit der Alzheimer-Krankheit zu tun. Das sind vor allem Depressionen, Unruhezust\u00e4nde und Angstzust\u00e4nde. Dann wird von einer \u201ePseudodemenz\u201c gesprochen.<br><br>\r\nIm Gegensatz zur Alzheimer-Krankheit verschwinden die Symptome, wenn die psychische Beeintr\u00e4chtigung behandelt wird. Allerdings k\u00f6nnen manche Depressionen mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Demenz verbunden sein.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"beschwerden\">Beschwerden<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\nDie Alzheimer-Krankheit kann sehr unterschiedlich verlaufen und folgt nicht immer bestimmten Stadien. Der Verlauf h\u00e4ngt von Lokalisation, Ausma\u00df und Verbreitung der Ver\u00e4nderungen im Gehirn ab. Er h\u00e4ngt auch von der Pers\u00f6nlichkeit, dem Ausbildungsstand, den Lebensumst\u00e4nden und der k\u00f6rperlichen Verfassung des Betroffenen ab. So kann die Krankheit unterschiedlich schnell fortschreiten, wobei die Geschwindigkeit des Verlaufs meist so bleibt, wie sie am Anfang ist.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\" id=\"erstes-stadium\">Erstes Stadium<\/h3>\r\n  Die Symptome im ersten Stadium (leichte Demenz) sind vergleichsweise harmlos, f\u00fchren aber zu einer Beeintr\u00e4chtigung im Alltag. Oft fallen Schwierigkeiten bei selbstverst\u00e4ndlichen Erledigungen auf: zum Beispiel Telefonieren oder Bedienen technischer Ger\u00e4te. Der Betroffene hat Probleme bei Dingen, die mit Zahlen zu tun haben (zum Beispiel bei einfachen Erledigungen auf der Bank).<br><br>\r\nDas Kurzzeitged\u00e4chtnis kann den Betroffenen im Stich lassen. Er wiederholt S\u00e4tze oder T\u00e4tigkeiten, die er gerade zuvor gesagt oder getan hat. Er fragt immer wieder das Gleiche. Es kann dem Betroffenen schwer fallen, das richtige Wort zu finden. Es kann schwierig werden, die richtigen Schl\u00fcsse oder Urteile aus verschiedenen Gegebenheiten zu ziehen. Der Betroffene neigt zu Passivit\u00e4t und Unt\u00e4tigkeit. Nach Datum und Uhrzeit gefragt, kann er nicht antworten.<br><br>\r\nDie ersten krankheitsbedingten Ver\u00e4nderungen l\u00f6sen im Betroffenen meist Besch\u00e4mung, Angst, Wut und Niedergeschlagenheit aus. Allerdings f\u00fchren sie nicht zu einer Abh\u00e4ngigkeit von anderen Personen.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Zweites Stadium<\/h3>\r\nDie Symptome im zweiten Stadium (mittelgradige Demenz) sind so stark ausgepr\u00e4gt, dass der Betroffene kaum mehr in der Lage ist, ein selbstst\u00e4ndiges Leben zu f\u00fchren. Wenn, dann ist das nur mit intensiver Unterst\u00fctzung vertrauter Menschen m\u00f6glich.<br><br>\r\nDas Ged\u00e4chtnis l\u00e4sst die Betroffenen so weit im Stich, dass sie sogar die Namen der ihnen nahestehenden Menschen vergessen. Neue Informationen werden nur behalten, wenn sie gut gelernt oder bereits vertraut sind. Die T\u00e4tigkeiten des Alltags (Ankleiden, K\u00f6rperpflege, Toilette, Essen) sind kaum mehr ohne Hilfe m\u00f6glich. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, in der Wohnung die Zimmer zu finden. Au\u00dferhalb des Hauses verirren sie sich ohne den Wohnort angeben zu k\u00f6nnen. Oft meinen sie jemanden zu sehen, der gar nicht anwesend ist oder halten einen Anwesenden f\u00fcr jemand ganz Anderen. Namen vertrauter Personen werden vergessen.<br><br>\r\nDie Passivit\u00e4t schl\u00e4gt in eine gro\u00dfe Unruhe und einen starken Bewegungsdrang um. Die Betroffenen wandern ziellos in der Wohnung umher oder dr\u00e4ngen nach drau\u00dfen &#8211; und das besonders in der Nacht. Der Tag-Nacht-Rhythmus hat sich umgekehrt. Das Zeitgef\u00fchl geht verloren.<br><br>\r\nDer Wortschatz schr\u00e4nkt sich immer mehr ein und die Grammatik wird zunehmend fehlerhaft. Die Betroffenen werden immer undeutlicher und schwerer verst\u00e4ndlich in ihren \u00c4u\u00dferungen. Die Pers\u00f6nlichkeit \u00e4ndert sich, die Betroffenen k\u00f6nnen auch aggressiv werden. Die zunehmende Demenz f\u00fchrt dazu, dass die Kontrolle \u00fcber starke Gef\u00fchle verloren geht. Andere Patienten zeigen sich zunehmend abwesend.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Drittes Stadium<\/h3>\r\nIm dritten Stadium (schwere Demenz) ist der Betroffene vollst\u00e4ndig von seinen Familienangeh\u00f6rigen oder anderen Pflegenden abh\u00e4ngig und erkennt diese meist nicht mehr. Mit neuen Informationen kann das Ged\u00e4chtnis nichts mehr anfangen. Au\u00dferdem beherrscht der Betroffene nur noch wenige W\u00f6rter.<br><br>\r\nDazu k\u00f6nnen schwere k\u00f6rperliche Symptome kommen: Die Haltung ist vorn \u00fcbergeneigt, der Gang kleinschrittig und schleppend. Die Betroffenen st\u00fcrzen h\u00e4ufig. Essen ist manchmal trotz Hilfe sehr schwierig. Schluckst\u00f6rungen treten auf. Die Kontrolle \u00fcber Blase und Mastdarm geht verloren. Oft ver\u00e4ndert sich das sexuelle Verhalten insofern als sexuelle Impulse unvermittelt auftreten und keiner Kontrolle mehr unterliegen.<br><br>\r\nSchlie\u00dflich verf\u00e4llt der Betroffene auch k\u00f6rperlich und wird bettl\u00e4gerig. Das Risiko lebensbedrohlicher Infektionen steigt.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"diagnose\">Diagnose<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  Die Diagnose kann mit einer Sicherheit von 80 bis 90 Prozent gestellt werden. 100 Prozent k\u00f6nnten nur durch eine mikroskopische Untersuchung von Gehirngewebe erreicht werden. Die aufw\u00e4ndige Prozedur der Entnahme von Gehirngewebe ist aber nicht erforderlich, da die Sicherung der Diagnose nicht die Behandlungsm\u00f6glichkeiten \u00e4ndert.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Der Uhrentest<\/h3>\r\nWesentlich f\u00fcr die Diagnose sind die Symptome und wie sie sich entwickeln. Um das Ausma\u00df der Demenz zu bestimmen, werden standardisierte neuropsychologische Tests verwendet. Dabei werden Konzentration, Ged\u00e4chtnis, Denken, Sprache, Lesen, Schreiben, sowie das Erkennen und Gebrauchen von Gegenst\u00e4nden untersucht. Der Uhrentest ist ein h\u00e4ufig angewandter Test, der auch schon leichte Demenzen aufdecken kann. Dabei wird der Patient gebeten, eine Uhr mit einer Zeigerposition auf 11:10 Uhr aufzumalen. Die korrekte Anordnung des Ziffernblattes und der Zeiger f\u00e4llt Demenzkranken schwer.<br><br>\r\nViele der diagnostischen Verfahren werden durchgef\u00fchrt, um andere Ursachen der Beschwerden als die Alzheimer-Krankheit auszuschlie\u00dfen. Hinter rund zehn Prozent der Demenzen steckt eine potentiell heilbare Ursache. Mit einer Blutuntersuchung lassen sich entz\u00fcndliche Erkrankungen, Hormon- oder Vitaminmangelzust\u00e4nde erkennen. Leberwerte liefern Hinweise auf Alkoholmissbrauch. Eine Untersuchung der Schilddr\u00fcsenfunktion gibt Hinweise auf Erkrankungen der Schilddr\u00fcse. Auch eine HIV-Infektion kann Ursache f\u00fcr eine Demenz sein.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Bildgebende Verfahren<\/h3>\r\nMit einer Computertomografie oder einer Magnetresonanz-Tomografie k\u00f6nnen Durchblutungsst\u00f6rungen und Tumore im Gehirn, die zu einer Erh\u00f6hung des Gehirndrucks f\u00fchren, erkannt werden.<br><br>\r\nGenauere Hinweise auf die Alzheimer-Krankheit liefern Verfahren, die die Aktivit\u00e4t des Gehirns untersuchen. Das k\u00f6nnen Untersuchungen mit SPECT oder PET sein, bei denen Durchblutung und Stoffwechsel im Gehirn untersucht werden.<br><br>\r\nEine Untersuchung der Gehirnfl\u00fcssigkeit, die durch eine Liquorpunktion (eine labormedizinische Untersuchung) aus dem R\u00fcckenmarkskanal entnommen wird, kann ebenfalls Hinweise auf eine Alzheimer-Krankheit liefern. Bei Betroffenen finden sich bestimmte Eiwei\u00dfstoffe h\u00e4ufig in zu hoher oder zu niedriger Konzentration.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"behandlung\">Behandlung<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  Nervenzellen und Nervenverbindungen, die bei der Alzheimer-Krankheit verlorengegangen sind, k\u00f6nnen nicht wieder hergestellt werden. Es gibt aber Behandlungsm\u00f6glichkeiten, welche die Lebensqualit\u00e4t der Kranken \u2013 und der Angeh\u00f6rigen &#8211; verbessern k\u00f6nnen. Sie bestehen aus einer medikament\u00f6sen Therapie und speziellen Trainings- und Aktivierungsprogrammen f\u00fcr die geistigen F\u00e4higkeiten.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Medikament\u00f6se Behandlung<\/h3>\r\nMit den derzeit zur Verf\u00fcgung stehenden Medikamenten k\u00f6nnen die Folgen der Hirnsch\u00e4digung zumindest eine Zeit lang hinaus gez\u00f6gert werden.\r\n<ul class=\"unordered-list\">\r\n  <li>Acetylcholinesterase-Hemmer k\u00f6nnen den Mangel am Nervenbotenstoff Acetylcholesterin teilweise ausgleichen und eine Verbesserung der Ged\u00e4chtnisleistung und der Konzentrationsf\u00e4higkeit erreichen. Die Substanzen sind im Allgemeinen gut vertr\u00e4glich und werden bei leichter bis mittelschwerer Demenz eingesetzt. Es gibt Hinweise darauf, dass ein fr\u00fcher Behandlungsbeginn den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflusst, allerdings nur f\u00fcr einen gewissen Zeitraum.<\/li>\r\n  <li>Bei mittelschwerer und schwerer Erkrankung wird Memantin eingesetzt, das sich positiv auf geistige Leistungen und F\u00e4higkeiten im Alltag auswirkt. Nebenwirkungen k\u00f6nnen motorische Unruhe, Kopfschmerzen und Verstopfung sein.<\/li>\r\n  <li>Eine Kombination von Acetylcholinesterase-Hemmern mit Memantin ist bei schwerer Erkrankung sinnvoll. Bei leichter oder mittelschwerer Krankheit ist kein Nutzen nachgewiesen worden.<\/li>\r\n  <\/ul>\r\n<br>\r\nAuch Begleitsymptome der Alzheimer-Krankheit k\u00f6nnen durch Medikamente gemildert werden. Antidepressiva wirken gegen niedergeschlagene Stimmung und Angst, Neuroleptika gegen Unruhe, Wahngedanken und Sinnest\u00e4uschungen. \u00c4ngstlichkeit kann mit Anxiolytika gemildert, die Beweglichkeit mit einem Anti-Parkinson-Mittel verbessert werden. Der gest\u00f6rte Tag-Nacht-Rhythmus kann durch ausreichende abendliche Sedierung mittels Antidepressiva, Neuroleptika oder Sedativa wieder hergestellt werden.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Physikalische Therapie<\/h3>\r\nMethoden der Physiotherapie k\u00f6nnen viel dazu beitragen, die Betroffenen zu aktivieren und aufzumuntern. Bewegungstherapie, Spazierg\u00e4nge und Entspannungs\u00fcbungen k\u00f6nnen gut tun. Da das Gef\u00fchl f\u00fcr Rhythmus lange erhalten bleibt, k\u00f6nnen auch Verfahren der Musiktherapie Erfolge bringen: Musik h\u00f6ren, selbst Musik machen oder Tanztherapie.<br><br>\r\nIm Mittelpunkt sollte dabei immer stehen, dass der Betroffene Freude an der jeweiligen Bet\u00e4tigung hat. Das hebt das Selbstwertgef\u00fchl. In diesem Sinn wirkt auch die Validation, bei der es sich um die Kombination spezieller Interaktionstechniken und einer bestimmten Haltung gegen\u00fcber dem Betroffenen handelt. Dabei geht es darum, den Betroffenen ernst zu nehmen und zu respektieren. Es wird versucht, ihm bei der Erhaltung der Erinnerung an Ereignisse seines Lebens zu helfen.<br><br>\r\nBei der Selbsterhaltungstherapie (SET) handelt es sich um ein neuropsychologisches Trainingsverfahren, bei dem versucht wird, Kontinuit\u00e4tsverlust, Erlebnisarmut, Pers\u00f6nlichkeitsver\u00e4nderung und Selbstwissensverlust zu mildern.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Ergotherapie<\/h3>\r\nEinsetzende Beeintr\u00e4chtigungen k\u00f6nnen auch mit Methoden der Ergotherapie teilweise wieder ausgeglichen werden. Dabei geht es vor allem um Fertigkeiten zur Bew\u00e4ltigung des Alltags. Trainiert werden dementsprechend T\u00e4tigkeiten wie Anziehen, Waschen, B\u00fcgeln, Boden kehren, Staub wischen, Geschirr sp\u00fclen oder abtrocknen, Kartoffeln und Obst sch\u00e4len oder Kuchen backen.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Gehirn-Jogging<\/h3>\r\nBei weitem nicht alle Methoden zur Verbesserung des Ged\u00e4chtnisses und der Konzentrationsf\u00e4higkeit sind f\u00fcr Alzheimer-Patienten von Nutzen. Manche k\u00f6nnen sich sogar als kontraproduktiv erweisen \u2013 zum Beispiel dann, wenn es um das Erlernen neuer Merkstrategien geht, denn die Betroffenen leiden ja gerade unter der abnehmenden F\u00e4higkeit, Neues zu erlernen. Solche \u00dcbungen f\u00fchren den Kranken ihre M\u00e4ngel st\u00e4ndig vor Augen und verursachen Entt\u00e4uschung und Ver\u00e4rgerung. Das gilt auch f\u00fcr Formen des Realit\u00e4ts-Orientierungs-Trainings (ROT).<br><br>\r\nEine geistige Aktivierung ist aber sehr wohl m\u00f6glich \u2013 nur sind dazu spezielle Verfahren f\u00fcr das Gehirn-Jogging notwendig. Sie werden in spezialisierten Zentren wie Memory-Kliniken angeboten, mit denen der Kontakt \u00fcber den Hausarzt, den Neurologen oder die neurologische Abteilung in Krankenh\u00e4usern hergestellt werden kann. Bei diesen Verfahren wird versucht, noch vorhandene F\u00e4higkeiten zu st\u00e4rken. Dies kann im Rahmen eines sogenannten multimodalen Aktivierungstrainings geschehen, das aus geistigen, sozialen und k\u00f6rperlichen Elementen besteht. Eine zentrale Rolle dabei spielt die Arbeit mit Bildern. Die Kombination von geistiger und k\u00f6rperlicher Aktivit\u00e4t f\u00fchrt deshalb zu besonders guten Resultaten, weil die k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t die Durchblutung und den Stoffwechsel im Gehirn anregt.<br><br>\r\nEine merkliche Verbesserung des Zustands kann allerdings praktisch nur im ersten Stadium der Krankheit erreicht werden. Zu diesem Zeitpunkt sind noch nicht so viele Nervenverbindungen verlorengegangen und durch das Training k\u00f6nnen verbleibende Verbindungen aktiviert oder sogar neue geschlossen werden. Besch\u00e4digte Regionen des Gehirns k\u00f6nnen so eine Zeit lang \u201eumschifft\u201c werden. Es ist aber unm\u00f6glich, sie wieder zu \u201ereparieren\u201c oder das Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Erg\u00e4nzende Ma\u00dfnahmen<\/h3>\r\nEine vollst\u00e4ndige Auflistung und Einteilung der komplement\u00e4rmedizinischen Verfahren in anerkannte, zweifelhafte, nicht allgemein anerkannte oder gesichert nutzlose therapeutische Verfahren ist angesichts der mangelhaften Datenlage kaum durchf\u00fchrbar. Eine Auswahl und Bewertung bestimmter Therapieformen soll hier aber dennoch angef\u00fchrt werden: Diese Bewertung der Einsch\u00e4tzung kann sich in den n\u00e4chsten Jahren sicherlich wieder ver\u00e4ndern und stellt keine Konsensmeinung dar.\r\n<ul class=\"unordered-list\">\r\n  <li>Als unkonventionelle, wissenschaftlich nicht anerkannte Therapieverfahren, die aber von Einzelpersonen als hilfreich empfunden werden, gilt die Gabe von Vitaminen wie zum Beispiel Vitamin E, das die Membrane der Nervenzellen stabilisiert und so das Absterben der Nervenzellen verhindern bzw. verz\u00f6gern soll. Ein eindeutiger Nachweis daf\u00fcr konnte bisher nicht erbracht werden und die Unbedenklichkeit der Vitamineinnahme wurde ebenfalls in Frage gestellt. Unter Umst\u00e4nden besteht sogar ein erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr Herzversagen.<\/li>\r\n  <li>Abzulehnen ist die Anwendung der Enzymtherapie, bei der die Bildung von \u201eImmunkomplexen\u201c im Blut verhindert werden soll. Die Wirkung der Methode ist unzureichend untersucht.<\/li>\r\n  <li>Blutausleitende Verfahren, die den Betroffenen schw\u00e4chen k\u00f6nnen, haben keine nachgewiesene Wirkung gegen Demenz und sind ebenfalls abzulehnen. Au\u00dferdem kann es hierbei zu Infektionen kommen. Das kann auch bei der Eigenbluttherapie passieren, die ebenfalls abzulehnen ist.<\/li>\r\n  <li>Auch von der Chelattherapie wird abgeraten, weil es zu einem Mangel an Calcium und lebensnotwendigen Schwermetallen kommen kann. Diese Mangelzust\u00e4nde f\u00f6rdern die Krampfneigung.<\/li>\r\n  <li>Abgeraten wird weiters von Zell- und Organotherapien, bei denen Produkte aus Geweben neugeborener Tiere oder aus Tierf\u00f6ten injiziert oder geschluckt werden. Dabei kann es zu allergischen Reaktionen bis zum t\u00f6dlichen Schock kommen. Au\u00dferdem ist die \u00dcbertragung von Krankheitserregern nicht auszuschlie\u00dfen.<\/li>\r\n  <\/ul>\r\n<br>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"heilungschancen\">Heilungschancen<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">Eine Heilung ist nicht m\u00f6glich, die Krankheit schreitet immer weiter fort. Die meisten Patienten sterben nach einer Krankheitsdauer von f\u00fcnf bis acht Jahren an einer durch die Bettl\u00e4gerigkeit gef\u00f6rderten Infektion, zum Beispiel einer Lungenentz\u00fcndung.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"leben-mit-der-krankheit\">Leben mit der Krankheit<\/h2> \r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n<strong>Angeh\u00f6rige k\u00f6nnen den Betroffenen eine St\u00fctze sein, ben\u00f6tigen aber meist selbst Unterst\u00fctzung f\u00fcr die \u00e4u\u00dferst belastende Betreuung. <\/strong>\r\n<br><br>\r\n  Das Wohlbefinden der Betroffenen h\u00e4ngt entscheidend vom sozialen Umfeld ab, das ihnen im Idealfall Sicherheit und Geborgenheit bietet. Der Betroffene braucht Schutz vor Misserfolgen und \u00dcberforderung. Er sollte nicht mit Aufgaben konfrontiert werden, die er nicht erf\u00fcllen kann.<br><br>\r\nDirekt gestellte Fragen kann er zwar nicht beantworten, gleichzeitig braucht er aber Anregungen, die noch vorhandenen F\u00e4higkeiten zu gebrauchen und zu trainieren. Der Betroffene soll seinen Bewegungsdrang ausleben k\u00f6nnen, durch den er Spannungen und \u00c4ngste abbaut. Er braucht ein soziales Umfeld, indem man ihn gew\u00e4hren l\u00e4sst &#8211; auch wenn die gesetzten Handlungen nutzlos sind oder st\u00f6ren.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Angeh\u00f6rige<\/h3>\r\nDie Diagnose Alzheimer-Krankheit ist f\u00fcr Angeh\u00f6rige wie f\u00fcr Betroffene ein schwerer Schicksalsschlag. Zumindest am Anfang wird die Betreuung der Betroffenen fast immer von der Familie \u00fcbernommen. Von grundlegender Bedeutung ist dabei die Aufteilung der Pflegepflichten. Es hilft, wenn klar ist, wer was wann macht. Auch die Teilnahme an einer Selbsthilfe- bzw. Angeh\u00f6rigengruppe kann eine gro\u00dfe Unterst\u00fctzung sein.<br><br>\r\nDie Angeh\u00f6rigen werden Belastungen ausgesetzt, wie sie bei der Betreuung schwer chronisch kranker Familienmitglieder immer auftreten. Dazu geh\u00f6rt die Notwendigkeit der st\u00e4ndigen Anwesenheit, die hohe k\u00f6rperliche Beanspruchung, die fehlende Hoffnung auf Ver\u00e4nderung und Angst vor einer weiteren Verschlechterung \u2013 die bei der Alzheimer-Krankheit schlie\u00dflich auch eintritt \u2013, sowie Probleme mit Inkontinenz des Betroffenen.<br><br>\r\nAuch haben Angeh\u00f6rige oft mit dem Gef\u00fchl zu k\u00e4mpfen, den zahlreichen famili\u00e4ren Anspr\u00fcchen nicht mehr gewachsen zu sein und ihre eigenen Bed\u00fcrfnisse und Interessen aufgeben zu m\u00fcssen. Auch Konflikte mit anderen Angeh\u00f6rigen aufgrund mangelnder Unterst\u00fctzung k\u00f6nnen auftreten. Schlie\u00dflich sind die Angeh\u00f6rigen in einem hohen Ma\u00df auf die Unterst\u00fctzung von Freunden und Nachbarn angewiesen, meist ohne diese im gleichen Ma\u00df erwidern zu k\u00f6nnen.<br><br>\r\nDazu kommen bei der Alzheimer-Krankheit noch spezielle Probleme wie die Desorientiertheit des Betroffenen, seine Vergesslichkeit und nicht selten selbst- oder fremdgef\u00e4hrdende Verhaltensweisen. Auch Wesens\u00e4nderungen k\u00f6nnen die Beziehungen zwischen Pflegenden und Gepflegten zunehmend belasten und ver\u00e4ndern. Das kann so weit gehen, dass die Zuwendung, die pers\u00f6nliche Bindung und das Verantwortungsgef\u00fchl verlorengehen.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Umgang mit den Betroffenen<\/h3>\r\nAm Anfang werden Alzheimerkranke h\u00e4ufig in ihren intellektuellen F\u00e4higkeiten untersch\u00e4tzt. Andererseits werden die Einbu\u00dfen oft auch nicht wahrgenommen, verdr\u00e4ngt und besch\u00f6nigt. Der Betroffene wird kritisiert und angespornt und das f\u00fchrt zu \u00dcberforderung. Ausf\u00fchrliche Gespr\u00e4che mit einem Arzt und Betroffenem k\u00f6nnen daraus resultierende Missverst\u00e4ndnisse und Spannungen reduzieren.<br><br>\r\nAngeh\u00f6rige k\u00f6nnen durch ihr Verhalten den Kranken negativ oder positiv beeinflussen. Studien haben nachgewiesen, dass Schulungen f\u00fcr Angeh\u00f6rige die Notwendigkeit der Aufnahme in ein Pflegeheim um etwa ein Jahr verz\u00f6gern k\u00f6nnen. Bei den Schulungen geht es darum, Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Demenz entstehen zu lassen und den Angeh\u00f6rigen dazu zu verhelfen, die Welt wenigstens teilweise durch die Augen des Alzheimerpatienten zu sehen.<br><br>\r\nEs ist f\u00fcr den Umgang mit Demenzkranken f\u00f6rderlich, nicht zu argumentieren, wer Recht hat und nicht in kommandierendem Tonfall zu sprechen. Es ist besser, m\u00f6glichst wenig Fragen zu stellen, die ein gutes Ged\u00e4chtnis voraussetzen, und nicht auf Defizite hinzuweisen, sondern auf die verbliebenen M\u00f6glichkeiten zur\u00fcckzugreifen.\r\nHilfe kann nur angenommen werden, wenn sie auch in einer Form angeboten wird, dass sie angenommen werden kann. Komplexe Anforderungen, die mehrere Sinneskan\u00e4le beanspruchen, k\u00f6nnen nicht erf\u00fcllt werden. Es ist besser, den Betroffenen dann anzusprechen, wenn man sich in seinem Gesichtsfeld befindet und dabei auf vertraute Gesten und Rituale zur\u00fcck zu greifen.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Tageszentren<\/h3>\r\nUnterst\u00fctzende Einrichtungen wie spezialisierte Tageszentren k\u00f6nnen dazu beitragen, dass es nicht zu einer \u00dcberlastung der Betreuer kommt. Das Betreuungskonzept in solchen Tageszentren ist auf die Alzheimer-Krankheit abgestimmt. Viele bieten geeignete Verfahren der Physiotherapie und Ergotherapie an.<br><br>\r\nEin strukturierter Tagesablauf sorgt f\u00fcr Gleichm\u00e4\u00dfigkeit, die nach einer Eingew\u00f6hnungszeit meist so viel Sicherheit bietet, dass sich die Betroffenen wohl f\u00fchlen. Spezielle Einrichtungen k\u00f6nnen auch die Betreuung \u00fcbernehmen, wenn die Familie Urlaub braucht.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Pflegeheim<\/h3>\r\nFast 90 Prozent der mittel bis schwer Demenzkranken sind pflegebed\u00fcrftig beziehungsweise leiden unter erheblichen funktionellen Einschr\u00e4nkungen. Zwei Drittel bis drei Viertel aller Demenzkranken \u00fcbersiedeln im Lauf der Erkrankung in ein Pflegeheim. Die durchschnittliche Krankheitsdauer bis zur Heimaufnahme liegt bei 3 bis 3,7 Jahren. Die Betroffenen leben im Durchschnitt 2,6 bis 3,1 Jahre im Heim.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">F\u00fchrerschein<\/h3>\r\nDas Unfallrisiko steigt in den ersten drei Krankheitsjahren auf das Drei- oder Vierfache an. Wenn der Betroffene sich immer h\u00e4ufiger verf\u00e4hrt und sehr unsicher und langsam oder andererseits sehr aggressiv und unberechenbar f\u00e4hrt, dann ist eine Untersuchung durch den Neurologen notwendig. Auch ohne F\u00fchrerschein wollen manche Betroffene nicht auf das Auto verzichten. Dann kann es notwendig sein, den Schl\u00fcssel zu verstecken.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Absicherung und Sachwalterschaft<\/h3>\r\nEs ist f\u00fcr Alzheimerpatienten von Anfang an sinnvoll, eine Haftpflichtversicherung abzuschlie\u00dfen. Im fortgeschrittenen Stadium kann dann eine Sachwalterschaft in \u00d6sterreich &#8211; meist durch Angeh\u00f6rige &#8211; notwendig sein. Diese sch\u00fctzt auch den Betroffenen vor Handlungen und Missverst\u00e4ndnissen, die er nicht kontrollieren kann.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Testament<\/h3>\r\nEin Testament, das in fortgeschrittenem Stadium der Krankheit erstellt worden ist, kann angefochten werden. Das zieht immer wieder lange Erbschaftsprozesse nach sich. Es ist daher sinnvoll, wenn der Betroffene seinen letzten Willen schon zu Anfang der Erkrankung nach Einholung einer Best\u00e4tigung f\u00fcr seine Zurechnungsf\u00e4higkeit festh\u00e4lt.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Psychotherapeutische Betreuung<\/h3>\r\nDie Betreuung durch einen geschulten Psychotherapeuten zu Beginn der Erkrankung kann dem Betroffenen bei der Bew\u00e4ltigung seines Schicksals helfen.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Betreuung zu Hause<\/h3>\r\nViele Erkrankte w\u00fcnschen sich eine Betreuung und Pflege in den eigenen vier W\u00e4nden. Ihnen stehen finanzielle Leistungen und fachliche Unterst\u00fctzung zu. Wenn die pers\u00f6nlichen Voraussetzungen stimmen, erm\u00f6glicht die Zusammenarbeit mit einem ambulanten Pflegedienst eine optimale pflegerische Betreuung auch au\u00dferhalb der Klinik.<br><br>\r\nWer f\u00fcr eine gute Organisation der Pflege sorgt und sich das n\u00f6tige Wissen \u00fcber die Pflegepraxis aneignet, kann die Belastungen in Grenzen halten. Dazu tr\u00e4gt auch eine individuelle Anpassung der Wohnung bei.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n  <br><br>\r\n<strong>Redakteurin:<\/strong> Patricia Herzberger (Journalistin)<br>\r\n<strong>Aktualisierung:<\/strong> 05.11.2015, Elisabeth Tschachler (Journalistin)<br>\r\n<strong>Medizinisches Review:<\/strong> Univ. Doz. DDr. med. Josef Finsterer (Neurologie), Univ. Prof. Dr. med. Leopold Schmetterer (Pharmakologie)\r\n<br>\r\n<br>\r\n<i>Diese Informationen k\u00f6nnen den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern k\u00f6nnen Ihnen helfen, sich auf das Gespr\u00e4ch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.<\/i>\r\n<br><br>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"online-beratung\">Online-Beratung bei Alzheimer<\/h2>\r\nNicht selten werden \u00fcberm\u00e4\u00dfige Vergesslichkeit und Konzentrationsst\u00f6rungen durch psychische Ursachen ausgel\u00f6st. Sprechen Sie mit unseren Online-Psychologen im individuellen Gespr\u00e4ch dar\u00fcber und gewinnen Sie die seelische St\u00e4rke, um mit Ihrem Alzheimer umgehen zu k\u00f6nnen.<br>\r\n<a href=\"https:\/\/instahelp.me\/de\/\" class=\"green underline\">Mehr Information zur Online-Beratung<\/a>","protected":false},"author":2,"featured_media":3282,"template":"","class_list":["post-675","lexikon","type-lexikon","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.0 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Alzheimer Krankheit<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Der Verlust kognitiver F\u00e4higkeiten: Bei der Alzheimer-Krankheit (lateinisch Morbus Alzheimer) verliert das Gehirn langsam zunehmend Teile seiner Funktion.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/instahelp.me\/de\/wp-json\/wp\/v2\/lexikon\/675\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Alzheimer Krankheit\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Der Verlust kognitiver F\u00e4higkeiten: Bei der Alzheimer-Krankheit (lateinisch Morbus Alzheimer) verliert das Gehirn langsam zunehmend Teile seiner Funktion.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/instahelp.me\/de\/wp-json\/wp\/v2\/lexikon\/675\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Instahelp - Online-Therapie &amp; 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