{"id":691,"date":"2015-11-12T08:00:49","date_gmt":"2015-11-12T07:00:49","guid":{"rendered":"https:\/\/instahelp.me\/?post_type=lexikon&#038;p=691"},"modified":"2023-07-27T13:37:28","modified_gmt":"2023-07-27T11:37:28","slug":"kein-stress-mit-dem-stress","status":"publish","type":"lexikon","link":"https:\/\/instahelp.me\/de\/lexikon\/kein-stress-mit-dem-stress\/","title":{"rendered":"Kein Stress mit dem Stress"},"content":{"rendered":"Alles kann Stress verursachen. Doch das muss nicht unbedingt negativ sein. Wie sehr der oder die Einzelne darunter leidet, h\u00e4ngt von vielen Faktoren ab. Und die lassen sich meist \u00e4ndern.<!--more-->\r\n<div class=\"lex-start-test grid-parent\">\r\n\t<div class=\"grid-60 grid-parent\">\r\n  \t  <span class=\"bold dark-grey block\">Testen Sie Ihr Stress-Level!<\/span>\r\n    <\/div>\r\n    <div class=\"grid-40 grid-parent\">\r\n        <li class=\"select-nav orange\">\r\n          <a>Test ausw\u00e4hlen\u2026<\/a>\r\n          <ul>\r\n            <li><a href=\"https:\/\/instahelp.me\/de\/selbsttest\/aerger\/\">\u00c4rger<\/a><\/li>\r\n            <li><a href=\"https:\/\/instahelp.me\/de\/selbsttest\/berufliche-belastung\/\">Berufliche Belastung<\/a><\/li>\r\n            <li><a href=\"https:\/\/instahelp.me\/de\/selbsttest\/chronische-unzufriedenheit\/\">Chronische Unzufriedenheit<\/a><\/li>\r\n            <li><a href=\"https:\/\/instahelp.me\/de\/selbsttest\/soziales-netzeinsamkeit\/\">Soziales Netz\/Einsamkeit<\/a><\/li>\r\n          <\/ul>\r\n        <\/li>\r\n    <\/div>\r\n<\/div>\r\n\u201eIch bin gestresst.\u201c Das ist inzwischen eine der h\u00e4ufigsten Antworten auf die Frage \u201eWie geht\u2018s dir?\u201c Nicht selten klingt dabei ein stolzer Unterton mit. Wer gesch\u00e4ftig ist, an drei Fronten gleichzeitig k\u00e4mpft, gilt schlie\u00dflich als produktiv und wichtig. Mit Stress ist dabei meist Zeitdruck oder Terminhetze gemeint. Tats\u00e4chlich rangieren diese Faktoren in vielen Erhebungen ziemlich weit oben auf der Liste der Stressfaktoren.\r\n<br><br>\r\nStress ist allerdings viel mehr. Buchst\u00e4blich alles, egal ob es bewusst wahrgenommen oder unbewusst erlebt wird, kann Stress verursachen. Das k\u00f6nnen \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse sein, wie L\u00e4rm, Hitze oder K\u00e4lte. Das kann Unterforderung ebenso sein wie \u00dcberforderung, Konkurrenzdruck, Einsamkeit, Konflikte in der Partnerschaft genauso wie Verletzungen, Hunger oder Krankheit.\r\n<br><br>\r\nDie Liste lie\u00dfe sich fast beliebig lange fortsetzen. Allerdings w\u00fcrde sie dadurch kaum an Aussagekraft gewinnen, denn was wirklich stresst und wie sehr, ist f\u00fcr jeden Menschen verschieden. Was den einen auf die Palme bringt, l\u00e4sst den anderen kalt. Erst die pers\u00f6nlichen Einstellungen, Motive und Bewertungen, mit denen auf eine Situation reagiert wird, sind es, die Stress entstehen lassen.\r\n<br><br>\r\nFaktum ist: Stress und seine Folgen beeintr\u00e4chtigen nicht nur die Lebensqualit\u00e4t, sondern z\u00e4hlen auch zu den gr\u00f6\u00dften Gesundheitsrisiken. Inzwischen verursachen psychische Krankheiten und Befindlichkeitsst\u00f6rungen mehr Krankenstandstage und Fr\u00fchpensionen als k\u00f6rperliche Leiden. \r\n<br><br>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"wie-entsteht-stress\">Wie entsteht Stress?<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  <strong>Ob etwas Stress verursacht, ist abh\u00e4ngig von den pers\u00f6nlichen Einstellungen, Erwartungen und Pr\u00e4gungen.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\nNichts von dem, was uns im t\u00e4glichen Leben zusto\u00dfen kann, erzeugt von sich aus Stress. Sonst k\u00f6nnten Menschen nicht so unterschiedlich auf ein und dieselbe Situation reagieren. Wenn in der Redaktionskonferenz ein neues Thema aufkommt und der Chefredakteur seinen Blick auf der Suche nach einem potenziellen Autor schweifen l\u00e4sst, wird der erste Redakteur vielleicht denken: \u201eNa, begeistert w\u00e4re ich nicht, aber wenn die Geschichte bei mir landet, auch kein Problem. So etwas habe ich schon dutzende Male geschafft.\u201c Ein anderer schickt innerlich ein Sto\u00dfgebet zum Himmel: \u201eBitte nicht ich. Ich schaff das nie in der kurzen Zeit. <a href=\"https:\/\/instahelp.me\/de\/magazin\/ich-kann-nicht-mehr-was-soll-ich-tun-5-tipps-aus-der-krise\/\">Ich kann nicht mehr.<\/a>\u201c Und ein dritter k\u00f6nnte meinen: \u201eDas ist meine Chance!\u201c\r\n<br><br>\r\nDie auf dem Tisch liegende neue Aufgabe ist kein Stressfaktor \u2013 sie wird es aber, wenn sie innerlich als Belastung oder Bedrohung eingestuft wird.\r\nDas ist auch im Konfliktfall so. Nicht das r\u00fcde Wort oder das Verhalten des Partners oder der Partnerin machen Stress. Eine Belastung wird daraus nur, wenn es emotional als kr\u00e4nkend, \u00e4rgerlich oder verletzend bewertet wird.\r\n<br><br>\r\n  <h3 class=\"f20 dark-green\">Innere Programme zur Bewertung der Situation<\/h3>\r\nOb eine Situation als neutral, angenehm oder bedrohlich eingestuft wird, h\u00e4ngt in hohem Ma\u00df von den pers\u00f6nlichen Einstellungen, Erwartungen und Pr\u00e4gungen ab. Als negativ wird sie immer dann bewertet, wenn die eigenen Grundbed\u00fcrfnisse verletzt werden. Stressforscher nennen das die \u201eSollwerte\u201c, also im Lauf der Biografie gewachsene Auspr\u00e4gungen menschlicher Grundbed\u00fcrfnisse wie das Bed\u00fcrfnis nach Liebe, Intimit\u00e4t, Zugeh\u00f6rigkeit, Ruhe, das Streben nach Selbstverwirklichung, Anerkennung, Autonomie und Sicherheit. Sollwerte k\u00f6nnen auch bewusste und unbewusste Anspr\u00fcche und Erwartungen an sich selbst sein, vor allem jene an das eigene Leistungs- und Sozialverhalten. Unbewusst und in Bruchteilen von Sekunden wird eine aktuelle Situation mit diesen Sollwerten verglichen und bewertet, ob die eigenen Bed\u00fcrfnisse dadurch Schaden genommen haben oder Schaden nehmen k\u00f6nnten. Das Ziel, seine Arbeit bis zum Abend getan zu haben, ist gef\u00e4hrdet, wenn pl\u00f6tzlich der Kollege um Hilfe bittet; der Wunsch nach Anerkennung wird nicht erf\u00fcllt, wenn der Chef harsche Kritik \u00fcbt; die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit wird zerschlagen, wenn der Partner untreu ist.\r\n<br><br>\r\nParallel zur Bewertung der Situation an sich l\u00e4uft \u2013 oft ebenso unbewusst wie das erste \u2013 noch ein zweites inneres Programm ab. Dabei wird bewertet, ob man sich der neuen Situation gewachsen f\u00fchlt und meint, sie beherrschen zu k\u00f6nnen. Ein \u201eDas habe ich noch nie gekonnt\u201c wird den Stresslevel erh\u00f6hen, ein \u201eIch habe schon viel Schwierigeres gemeistert\u201c den Blutdruck am Steigen hindern, selbst wenn die \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nde zun\u00e4chst als bedrohlich eingestuft wurden.\r\nZusammengefasst hei\u00dft das: Zwar sind es \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse, die auf uns einst\u00fcrzen. Aber der Stress kommt von innen \u2013 aus uns selbst. Das hei\u00dft nicht, dass wir ausschlie\u00dflich selbst daf\u00fcr verantwortlich sind, wenn uns der Druck zu schaffen macht. Nat\u00fcrlich gibt es \u00e4u\u00dfere Rahmenbedingungen, die jeden \u00fcberfordern m\u00fcssen, und Ereignisse, f\u00fcr die sich schlicht keine positive innere Bewertung finden l\u00e4sst \u2013 Naturkatastrophen etwa, Gewalt, massive Erkrankungen oder der Tod eines lieben Menschen. Aber selbst bei so gravierenden Z\u00e4suren zeigen Studien, dass Menschen unterschiedlich damit umgehen. Etwa ein Drittel reagiert mit schweren Stresssymptomen, ein weiteres mit mittleren, das letzte Drittel mit leichten.\r\n<br><br>\r\nGesamt gesehen macht die Erkenntnis jedenfalls Hoffnung: Denn selbst wenn sich die Rahmenbedingungen des Lebens nicht ver\u00e4ndern lassen, kann immer noch am innerlichen Stressbarometer gedreht werden.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"grosse-und-kleine-sorgen\">Gro\u00dfe und kleine Sorgen<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  <strong>Die Summe der kleinen, t\u00e4glichen Belastungen ist belastender als einschneidende, schmerzhafte Lebensereignisse.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\nStress ist alles, was belastet. Also m\u00fcssten einschneidende, schmerzhafte Lebensereignisse den gr\u00f6\u00dften Stress machen und die schlimmsten Folgen zeigen. Der Tod eines geliebten Kindes, Trennung, Scheidung, Jobverlust, Arbeitsplatzwechsel \u2013 alle diese Lebensz\u00e4suren wurden systematisch auf ihre gesundheitlichen Auswirkungen erforscht. Dabei zeigte sich, dass sie nat\u00fcrlich Spuren hinterlassen, und je h\u00e4ufiger solche Ereignisse in der Biografie eines Menschen vorkamen, desto h\u00e4ufiger und st\u00e4rker zeigten sich k\u00f6rperliche und psychische Beschwerden. Insgesamt aber waren die Unterschiede im Vergleich mit anderen, denen solche Belastungen erspart blieben, nicht dramatisch gro\u00df.\r\n<br><br>\r\nViel gravierender, das zeigen neuere Forschungsergebnisse, wirkt sich die Summe der vermeintlich kleinen, allt\u00e4glichen Belastungen aus. Weil das Arbeitsleben nicht nur einen gro\u00dfen Teil unseres Tages f\u00fcllt, sondern auch wesentlich zur Identit\u00e4t und Sinnfindung beitr\u00e4gt, ist es der von Stressforschern am besten untersuchte Lebensbereich.\r\n<br><br>\r\nWo Manpower zum teuersten Kostenfaktor wird, wird genau dort eingespart. Rationalisierungen und der zunehmend versch\u00e4rfte globale Wettbewerb sorgen daf\u00fcr, dass jeder Einzelne immer mehr Arbeit in immer k\u00fcrzerer Zeit erledigen muss. Bei Umfragen zeigt sich regelm\u00e4\u00dfig, dass etwa 40 Prozent das Gef\u00fchl haben, mehr oder sogar deutlich mehr als noch vor f\u00fcnf Jahren leisten zu m\u00fcssen. Termindruck steht ganz oben in der Liste der subjektiv am meisten belastenden Faktoren. Dazu kommt, dass die Arbeit vielschichtiger und komplexer geworden ist und uns immer \u00f6fter verschiedenartigste Aufgaben \u00fcbertragen werden, die immer neues Hineindenken erfordern.\r\n<br><br>\r\nZudem ist die Arbeit l\u00e4ngst nicht mehr auf die B\u00fcrostunden beschr\u00e4nkt. Nicht nur Freiberufler und Selbstst\u00e4ndige mit ihrer Arbeit eigentlich nie fertig. Wer mit verantwortungsvollen und herausfordernden Aufgaben betraut wird, h\u00f6rt nicht an der Stempeluhr auf, dar\u00fcber nachzudenken.\r\n<br><br>\r\nNeben der schieren Menge an Arbeit, die erledigt werden will, sind es aber auch die Rahmenbedingungen, die Stress erzeugen.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Kontrollverlust<\/h3> \r\nWer das Gef\u00fchl hat, die Arbeitsabl\u00e4ufe nicht beeinflussen zu k\u00f6nnen, wer den \u00dcberblick \u00fcber das Gesamte nicht hat und nicht selbstst\u00e4ndig entscheiden kann, was wann wo und wie zu erledigen ist, hat deutlich schlechtere Stresswerte. Das krasseste Beispiel ist Flie\u00dfbandarbeit, aber auch in vielen Sozial- und Dienstleistungsberufen sowie im h\u00f6heren Management leiden viele darunter, die Dinge nicht beeinflussen oder nicht selbstst\u00e4ndig entscheiden zu k\u00f6nnen. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Kombination von viel Arbeit und wenig Kontrollm\u00f6glichkeiten das Risiko, schon im Alter zwischen 35 und 65 eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu bekommen, um das Zwei- bis Vierfache erh\u00f6ht.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Mangelnde Anerkennung<\/h3> \r\nDer offensichtlichste Gradmesser daf\u00fcr, wie viel Wert der Arbeit beigemessen wird, ist das Einkommen. Je h\u00f6her es ausf\u00e4llt, desto eher fallen existenzielle Sorgen weg, desto h\u00f6her ist das Sozialprestige und desto gr\u00f6\u00dfer sind die M\u00f6glichkeiten, sich in der arbeitsfreien Zeit als Belohnung etwas Sch\u00f6nes leisten zu k\u00f6nnen.\r\n<br><br>\r\nDer Lohn f\u00fcr die Arbeit ist aber nicht nur das Geld allein. Wo Lob und Anerkennung durch Kollegen und Vorgesetzte ausbleiben, Aufstiegsm\u00f6glichkeiten nicht vorhanden sind oder nicht gew\u00e4hrt werden und Mitarbeiter das Gef\u00fchl haben m\u00fcssen, jederzeit gefeuert werden zu k\u00f6nnen, macht sich Stress wie eine Epidemie breit. Studien zeigen, dass Menschen, die mit hoher Motivation an die Arbeit gehen, aber daf\u00fcr wenig Wertsch\u00e4tzung ernten, ein drei- bis vierfach erh\u00f6htes Risiko f\u00fcr eine Herzerkrankung haben. Wenn andere Risikofaktoren wie hoher Blutdruck oder \u00dcbergewicht dazukommen, kann das Risiko, in den n\u00e4chsten sechs Jahren einen Herzinfarkt zu erleiden, je nach Ausgangsalter sogar bis 85 Prozent steigen.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Schlechtes Arbeitsklima<\/h3> \r\nWo Gemeinschaftsgef\u00fchl, Fairness und klare Werte das Arbeitsklima pr\u00e4gen, kommt Stress viel seltener auf. Leider scheinen die jeweils kontr\u00e4ren Begriffe immer noch in vielen Studien \u00fcber die Belastungen am Arbeitsplatz ganz weit oben auf: mangelnde Information, unklare Anforderungen, pers\u00f6nliche Spannungen und Konflikte mit Vorgesetzten.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"das-stressprogramm-des-koerpers\">Das Stressprogramm des K\u00f6rpers<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  <strong>Stress l\u00f6st eine Reihe von k\u00f6rperlichen und psychischen Vorg\u00e4ngen aus.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Wenn Anforderungen als Belastung empfunden werden, l\u00f6st das gleich eine ganze Reihe von k\u00f6rperlichen Vorg\u00e4ngen aus. In Bruchteilen von Sekunden reagiert das Gehirn auf den Reiz mit der Aussch\u00fcttung von Hormonen, die den K\u00f6rper und all seine Funktionen auf Hochtouren bringen: Der Herzschlag steigt, die Blutgef\u00e4\u00dfe des Herzens, des Gehirns und der gro\u00dfen Muskeln an Armen und Beinen erweitern sich, die der Haut und der Verdauungsorgane verengen sich. Dadurch steigt die Muskelspannung und erm\u00f6glicht sekundenschnelle Reflexe.\r\n<br><br>\r\nDie Atmung wird schneller, die Bronchien erweitern sich, der gesamte Organismus wird mit mehr Sauerstoff versorgt. Die Leber sch\u00fcttet alle Zuckerreserven in das Blut aus und versorgt so das Gehirn mit einer Sonderration Energie. Die Muskeln bekommen zus\u00e4tzlich Nahrung, indem die Fettdepots aufgemacht und ins Blut geschwemmt werden. Der ganze K\u00f6rper stellt sich auf maximalen Energieverbrauch in k\u00fcrzester Zeit ein: Der Mund wird trocken, die Verdauungst\u00e4tigkeit gehemmt.\r\n<br><br>\r\nAuch das Immunsystem stellt sich in Sekundenbruchteilen auf die m\u00f6glichen Folgen der Gefahr ein. Vermehrt werden Killerzellen im Blut produziert, die durch offene Wunden eindringende Keime zerst\u00f6ren sollen. Gleichzeitig wird der K\u00f6rper mit Endorphinen, k\u00f6rpereigenen Opiaten, \u00fcberschwemmt, die Schmerzen unterdr\u00fccken sollen.\r\n<br><br>\r\nFreilich reagiert der K\u00f6rper nicht immer gleich bzw. reagiert er bei jedem Menschen anders. Bei den einen wird besonders das Herz-Kreislauf-System aktiviert, bei anderen die Muskelspannung. Dritte wiederum sp\u00fcren Belastungen vor allem im Magen und im Verdauungssystem. Das hat zum einen mit Veranlagung zu tun, zum anderen h\u00e4ngt es aber auch davon ab, wie eine Belastungssituation emotional bewertet wird:\r\n<ul class=\"unordered-list\">\r\n  <li>Macht sie w\u00fctend und \u00e4rgerlich, reagiert vor allem das Herz, und eine Sonderdosis des Hormons Testosteron stellt den K\u00f6rper auf eine aggressive Abwehrhaltung ein.<\/li>\r\n  <li>Steht Furcht im Vordergrund, steigen Blutdruck und Herzschlag zwar auch, allerdings deutlich weniger als bei \u00c4rger. Der K\u00f6rper wird auf Flucht programmiert.<\/li>\r\n  <li>In Situationen, die vor allem mit Trauer und depressiven Gef\u00fchlslagen bewertet werden, sch\u00fcttet der K\u00f6rper verst\u00e4rkt das Hormon Cortisol aus. Der Herzschlag wird verlangsamt, das Verhalten eher resignativ, hilflos und unterordnend.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n<br>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"stress-haelt-gesund\">Stress h\u00e4lt gesund<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  <strong>Eine gewisse Portion Stress ist die W\u00fcrze des Lebens.<\/strong>\r\n  So wie der K\u00f6rper Schlaf- und Wachzeiten braucht, das Herz st\u00e4ndig zwischen Systole und Diastole wechselt und die Lungen Luft und Sauerstoff gespannt einziehen und sie entspannt wieder ausblasen, braucht der Organismus auch den Wechsel zwischen An- und Entspannung durch \u00e4u\u00dfere Einfl\u00fcsse.\r\n<br><br>\r\nStress ist zun\u00e4chst einmal nicht gesundheitssch\u00e4dlich, sondern \u2013 ganz im Gegenteil \u2013 so etwas wie die W\u00fcrze des Lebens. Die kurzfristige Aktivierung aller k\u00f6rpereigenen Kreisl\u00e4ufe wirkt wie eine Radikalkur: Alles ist wach, aktiv, dynamisch, und wir sp\u00fcren alle positiven Zeichen von Lebendigkeit. Ein solcher Kick wird als angenehm erlebt, steigert die Leistungsf\u00e4higkeit und Motivation. Experten haben diesem lustvollen Zustand den Namen \u201eEustress\u201c gegeben.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"dauerstress-macht-krank\">Dauerstress macht krank<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  <strong>St\u00e4ndige \u00dcberlastung schadet dem K\u00f6rper und der Seele. <\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Stress ist ein Radikalprogramm, das K\u00f6rper und Geist innerhalb k\u00fcrzester Zeit zu erstaunlichen H\u00f6chstleistungen treiben kann. Das Problem dabei ist, dass diese Radikalit\u00e4t ihren Ausgleich braucht. Wenn nach der Anspannung nicht eine ebenso intensive Ruhephase eintritt, ist das etwa so, als w\u00fcrde die Lunge fortw\u00e4hrend Luft einziehen oder das Herz sich ohne Unterlass zusammenziehen. Das Stressprogramm des K\u00f6rpers ist seit Anbeginn auf Kurzfristigkeit programmiert. Wenn Feinde oder wilde Tiere auftauchten, mussten sie blitzschnell abgewehrt oder es musste die Flucht ergriffen werden. Die Belastungen der modernen Welt sind aber anderer Natur. Wer st\u00e4ndig unter Hochdruck arbeitet, mit Neid und Missgunst der Kollegen und ungerechten Vorgesetzten k\u00e4mpft, auf Dauer keinen Sinn in seiner Arbeit sieht, jahrelang keine Erf\u00fcllung in seiner Beziehung findet, chronisch krank ist oder Kranke zu betreuen hat, \u00fcberfordert die F\u00e4higkeit seines K\u00f6rpers, in Belastungssituationen stets noch ein Quantum mehr Energie zur Verf\u00fcgung zu stellen.\r\n<br><br>\r\nDas h\u00e4ngt damit zusammen, dass der Organismus \u00fcber eine Art R\u00fcckkoppelungssystem verf\u00fcgt, welches daf\u00fcr sorgt, dass die Produktion der k\u00f6rpereigenen Drogen und Abwehrstoffe nicht \u00fcberschie\u00dft und dann mehr Schaden als Nutzen anrichtet. W\u00fcrde etwa die Aufr\u00fcstung des Immunsystems grenzenlos weiter vorangetrieben, w\u00fcrden sich die Abwehrzellen alsbald gegen den eigenen K\u00f6rper richten und die unlimitierte Zufuhr von aufputschenden Hormonen w\u00fcrde den Menschen bald in den Wahnsinn treiben.\r\n<br><br>\r\nHauptverantwortlich f\u00fcr die Regulierung dieser Vorg\u00e4nge ist das Hormon Cortisol, das die Feinabstimmung der Stressreaktion von der Bereitstellung des energieliefernden Blutzuckers bis zur Feinjustierung des Immunsystems \u00fcbernimmt. Erzeugt wird es, weil die Stresszentrale im Gehirn bei Gefahr im Verzug bestimmte Botenstoffe, so genannte Corticotropin-Releasing-Factors (CRF), ausschickt, die die Nebennierenrinde zur Produktion von Cortisol anregen. Gleichzeitig findet eine R\u00fcckkoppelung statt. Der Cortisolspiegel im Blut wird st\u00e4ndig gemessen und an die Schaltzentrale weitergemeldet. Liegt er zu hoch, wird die Produktion weiterer CRF-Botenstoffe und damit auch weiterer Cortisol-Dosen eingestellt.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"chaos-fuehrt-zu-chaos-im-koerper\">Chaos f\u00fchrt zu Chaos im K\u00f6rper<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  <strong>Unter Dauerstress ist keine Erholung mehr m\u00f6glich.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  L\u00e4sst sich der Druck von au\u00dfen nicht kurzfristig abwenden oder kommt es \u2013 ohne ausreichende Erholungsphasen \u2013 immer wieder zu Belastungen, ger\u00e4t dieser Mechanismus aus dem Gleichgewicht. Zun\u00e4chst versucht er noch, sich anzupassen und den ganzen Regelkreislauf auf einem h\u00f6heren Niveau zu stabilisieren. Das bedeutet, dass alle Systeme dann auch in vermeintlichen Entspannungsphasen h\u00f6hertourig laufen.\r\n<br><br>\r\nAuf Dauer kann das aber nicht gutgehen. Mit der Zeit kommt es immer h\u00e4ufiger zu Kurzschl\u00fcssen, bis das System die F\u00e4higkeit zur Selbstregulierung v\u00f6llig verliert. Dann schafft es der K\u00f6rper nicht mehr, auf das Ruheniveau zur\u00fcckzukehren. Der Blutdruck bleibt dauerhaft erh\u00f6ht, die Gef\u00e4\u00dfe verlieren ihre Elastizit\u00e4t, die Muskeln bleiben dauerhaft verspannt und f\u00fchren zu einer Reihe weiterer Probleme.\r\n<br><br>\r\nDie st\u00e4ndig zugef\u00fchrten Sonder-Energierationen werden nicht verbraucht und wandern quasi als Sonderm\u00fcll durch den K\u00f6rper. Fett, Zucker und verklumpende Blutpl\u00e4ttchen verstopfen die Gef\u00e4\u00dfe.\r\n<br><br>\r\nGleichzeitig bleibt der Cortisolspiegel st\u00e4ndig auf h\u00f6chstem Niveau und bringt dabei eine ganze Reihe von anderen k\u00f6rpereigenen Regelkreisen durcheinander. Beispielsweise verringert er die Wirkung des Insulins und sorgt so daf\u00fcr, dass die Zellen weniger Zucker aufnehmen k\u00f6nnen. Die Bauchspeicheldr\u00fcse registriert das und sch\u00fcttet mehr Insulin aus \u2013 so lange, bis sie \u00fcberfordert ist und immer weniger von dem lebensnotwendigen Stoff produziert.\r\n<br><br>\r\nDamit nicht genug, bringt zu viel Cortisol auch das Immunsystem aus dem Gleichgewicht. Im Stressmoment schaltet es einen Gang h\u00f6her und schickt eine zus\u00e4tzliche Legion an Abwehrpolizisten an die Front. Wenn genug davon zur Verf\u00fcgung stehen und die Gefahr gebannt ist, d\u00e4mpft Cortisol die Immunreaktion und sorgt so daf\u00fcr, dass sich diese Kr\u00e4fte wieder beruhigen und sich nicht gegen den eigenen Organismus richten k\u00f6nnen. Bei kurzfristigen Belastungen sinkt dann auch der Cortisolspiegel, und alles ist wieder im Gleichgewicht.\r\n<br><br>\r\nIm Dauerstress aber bleibt er dauerhaft erh\u00f6ht \u2013 und tut weiter, was er tun soll: Er d\u00e4mpft das Immunsystem. Die Folgen sind eine erh\u00f6hte Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Infektionserkrankungen aller Art und ein gest\u00f6rtes Kontrollsystem, das in seiner Arbeit \u2013 etwa die Bildung von Tumoren schon im Ansatz zu unterbinden \u2013 behindert wird. Neuere Forschungen haben aber auch gezeigt, dass Dauerstress bei manchen Menschen den gegenteiligen Effekt auf den Cortisolkreislauf hat. Dann wird die Cortisolproduktion ged\u00e4mpft oder g\u00e4nzlich eingestellt, und damit fehlt einer der wichtigsten Kontrolleure des Immunsystems. Es kann zu viel Aktivit\u00e4t entfalten, was zu Allergien und Autoimmunerkrankungen f\u00fchrt.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"stress-hoch-zwei\">Stress hoch zwei<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  <strong>Alkohol und Medikamente werden oft als Stressbremsen eingesetzt.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Ist das k\u00f6rpereigene Stressmanagement erst einmal aus der Bahn geraten, setzt sich fast immer ein fataler Teufelskreis in Gang. Viele Menschen neigen dazu, in Belastungssituationen nach vermeintlichen Helfern zu greifen und ihre Lebensgewohnheiten \u00fcber Bord zu werfen. Der Zigarettenkonsum steigt, immer \u00f6fter wird nach vermeintlicher Entspannung bei einem Glas Wein gesucht, die elementarsten Grunds\u00e4tze der gesunden Ern\u00e4hrung werden missachtet. All das verst\u00e4rkt die Belastungen, die der ohnehin schon auf Hochtouren laufende K\u00f6rper zu ertragen hat, noch weiter.\r\n<br><br>\r\nMenschen im Dauerstress ver\u00e4ndern aber nicht nur ihr Verhalten \u2013 sie ver\u00e4ndern sich auch selbst. Nach und nach wandeln sich der Charakter und die Stimmungslage. Gef\u00fchle der inneren Unruhe wollen nicht mehr verschwinden, aus einem momentanen \u00c4rger wird st\u00e4ndige Gereiztheit, Unzufriedenheit und Angst machen sich breit, Selbstvorw\u00fcrfe und gr\u00fcblerische Gedanken pr\u00e4gen das Bewusstsein. \r\n<br><br>\r\nDas Fatale daran ist, dass Stress ja erst \u00fcber die Bewertung einer Situation entsteht und die innere Befindlichkeit also letztlich ausschlaggebend daf\u00fcr ist, ob und wie sehr neue Anforderungen als zus\u00e4tzliche Belastung empfunden werden. Ist die Psyche erst einmal ersch\u00f6pft, k\u00f6nnen auch Aufgaben und Situationen, die fr\u00fcher nebenbei und stressfrei erledigt wurden, pl\u00f6tzlich als unl\u00f6sbar empfunden werden und den Teufelskreis verst\u00e4rken.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"kran-durch-stress\">Krank durch Stress<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  Dauerstress beeinflusst den ganzen K\u00f6rper und kann praktisch alle Regelkreisl\u00e4ufe durcheinanderbringen. Jeder Mensch reagiert anders darauf, und es gibt fast keine Krankheit, bei der Stress keine Rolle spielt. \r\n \r\n<br><br>\r\n   <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"stress-abbauen\">Stress abbauen<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  <strong>Jeder empfindet Stress anders \u2013 und hat andere M\u00f6glichkeiten, damit umzugehen.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Am Anfang der Stressforschung stand die Suche nach den Ursachen und den Folgen von Stress. Und schon bald darauf folgte die Suche nach dem besten Weg, ihn zu bek\u00e4mpfen. Inzwischen liegt dazu ein eindeutiges Ergebnis vor: Es gibt keine Patentl\u00f6sung \u2013 aber hilfreiche Strategien.\r\n<br><br>\r\nSo unterschiedlich wie das Stressempfinden sind auch die Wege, mit ihm fertig zu werden. Aus den Erkenntnissen \u00fcber die Entstehung sind allerdings drei Hauptpfade auf dem Weg in eine stressfreiere Zukunft auszumachen: So lassen sich zahlreiche potenzielle Stressausl\u00f6ser einfach durch bessere Organisation oder Kommunikation abschaffen, viele Dinge, die nicht \u00e4nderbar sind, in einem anderen \u2013 stressfreieren \u2013 Licht sehen und die Auswirkungen der Stressfaktoren, die dann noch \u00fcbrig bleiben, erfolgreich d\u00e4mpfen.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Das System ver\u00e4ndern<\/h3>\r\n  <strong>Eine genaue Analyse der Lebensumst\u00e4nde lohnt sich.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Auch wenn Stress erst durch die innerliche Bewertung einer Situation entsteht, hei\u00dft das nat\u00fcrlich nicht, dass sich jeder seinen Stress selbst macht. Und auch wenn sich emotionale und unbewusst ablaufende Bewertungsprozesse ohnehin einer Kategorisierung in \u201erichtig \u2013 berechtigt\u201c und \u201efalsch \u2013 unberechtigt\u201c entziehen, ist es doch so, dass viele Lebens- und Arbeitsbedingungen schlicht und einfach auch objektiv betrachtet belastend, mitunter sogar unzumutbar sind.\r\n<br><br>\r\nDa kann jemand noch so lange an seiner inneren Befindlichkeit arbeiten, seine Einstellungen \u00fcberpr\u00fcfen und revidieren \u2013 wenn der Chef auf jede neu gewonnene Leistungsbereitschaft mit einer neuerlichen Steigerung der Arbeitszuweisung reagiert, wird der Stress sich nicht abbauen lassen. N\u00fcchtern betrachtet sind freilich der F\u00e4higkeit, die eigene Sicht auf die Dinge geradezur\u00fccken, auch Grenzen gesetzt. Gerade im zwischenmenschlichen Bereich, in der Partnerschaft, aber auch im Arbeitsleben spielen so viele und vielschichtig miteinander verwobene Gef\u00fchle und Pr\u00e4gungen aus der Vergangenheit mit, dass stressverursachende Faktoren nicht immer einfach wegdefiniert werden k\u00f6nnen.\r\n<br><br>\r\nEs lohnt sich also, sich auch die Umwelt anzusehen und sie einer genauen Analyse zu unterziehen. Jeder, der damit anf\u00e4ngt, wird feststellen, dass sich ad hoc meist gar nicht genau benennen l\u00e4sst, warum die letzten Monate im B\u00fcro als so stressig empfunden wurden. Welche Faktoren haben genau dazu beigetragen, in welchen Momenten ist der Stresslevel gestiegen?\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Dem Stress auf die Spur kommen<\/h3>\r\n  <strong>Viele der kleinen und gro\u00dfen Stressfallen lassen sich relativ einfach aus dem Weg schaffen.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Der Alltag besteht aus einer Vielzahl an Prozessen, die einander \u00fcberlappen, sich gegenseitig beeinflussen und nicht selten st\u00f6ren. Beobachten Sie sich eine Zeit lang wirklich genau, f\u00fchren Sie vielleicht sogar Buch dar\u00fcber. Notieren Sie, wann Stressmomente auftreten, wo das geschieht, wer Sie in Stress versetzt und womit genau. Oft ist schon das Erkennen, dass etwas Stress macht, der erste Schritt zu dessen Abbau. Pflegen Sie diese innere Achtsamkeit.\r\n<br><br>\r\nNach einiger Zeit wird klar werden, wo die h\u00e4ufigsten Stressursachen liegen und wo es f\u00fcr Sie am wichtigsten w\u00e4re, mit dem Stressmanagement zu beginnen.\r\n<br><br>\r\nEinmal erkannt, kann jedes Problem f\u00fcr sich beurteilt werden. Viele der kleinen und gro\u00dfen Stressfallen im Alltag lassen sich mit etwas Phantasie durch einfache Ma\u00dfnahmen aus der Welt schaffen. \u00dcberlegen Sie, ob Sie eine belastende Situation vermeiden oder ob Sie deren Ablauf beeinflussen k\u00f6nnen. Suchen Sie nach Alternativen, anderen Abl\u00e4ufen, Ritualen, die helfen k\u00f6nnten, die Situation zu entspannen. Lassen Sie sich dabei nicht von Gedanken wie \u201eDas geht doch nicht\u201c oder \u201eDas werden die anderen nicht akzeptieren\u201c die Sicht verstellen. Wer etwa entdeckt, dass der allmorgendliche Redeschwall eines Kollegen den Tag schon mit einem \u00c4rgermoment beginnen l\u00e4sst, kann versuchen, eine kurze Auszeit zu vereinbaren, wenigstens bis der Tag organisiert ist.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">St\u00f6rungen vermeiden<\/h3>\r\n  <strong>Niemand muss immer erreichbar sein, nicht jede Mail muss sofort gelesen und beantwortet werden.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\nNotieren Sie am Ende des Tages, was Sie alles gemacht haben, was wie viel Ihrer Zeit in Anspruch genommen hat, und vergleichen Sie diese Bilanz mit dem, was Sie sich f\u00fcr den Tag eigentlich vorgenommen hatten. Machen Sie beispielsweise eine Strichliste, wie oft Sie das Telefon oder das Signal einlangender E-Mails aus der Arbeit und der Konzentration rei\u00dft, wie oft unangek\u00fcndigte Besucher den Kopf zur T\u00fcr reinstecken oder wie oft Sie jemand mit ungeplanten Zusatzaufgaben \u2013 den kleinen Bitten zwischendurch \u2013 von Ihrer eigentlichen T\u00e4tigkeit abh\u00e4lt. Kommt das h\u00e4ufig vor, lohnt es sich, zu \u00fcberlegen, wie sich st\u00f6rungsfreie Phasen organisieren lassen. Niemand muss immer erreichbar sein, und wenn die Sekret\u00e4rin drei Stunden lang die eingehenden Anrufe entgegennimmt, filtert und den wichtigen Anrufern einen R\u00fcckruf verspricht, geht die Welt vermutlich in dieser Zeit ebenso wenig unter wie wenn Sie Ihre Mails nur dreimal am Tag checken.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Priorit\u00e4ten setzen<\/h3>\r\n  <strong>Multitasking ist ein klingendes Schlagwort. Und eine der Ursachen von Dauerstress. <\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Verschiedene T\u00e4tigkeiten gleichzeitig durchf\u00fchren zu m\u00fcssen, steht auf der Liste der Arbeitsbelastungen ganz oben. \u00dcberlegen Sie bei jeder neuen Aufgabe, die Sie \u00fcbernehmen, bis wann sie erledigt sein muss und ob dieser Termin nicht andere, bereits zugesagte Erledigungen verunm\u00f6glicht. Priorit\u00e4ten zu setzen und notfalls auch Nein sagen zu k\u00f6nnen \u2013 oder dem Delegierenden klarzumachen, dass entweder sein neuer oder aber der zuvor erteilte Auftrag warten wird m\u00fcssen, ist einer der effizientesten Wege, dem Stress vorzubeugen. \r\n<br><br>\r\nDas gilt nicht nur f\u00fcr das Berufsleben allein. Wer dem Partner einen Theaterbesuch versprochen hat und gleichzeitig dem Chef zusagt, l\u00e4nger zu bleiben, um die Abrechnung noch am selben Tag fertigzumachen, wird unweigerlich ins Schleudern kommen.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Planung ist alles<\/h3>\r\n<strong>Sinnvolles Zeitmanagement und unerwartete Zwischenf\u00e4lle einzuplanen hilft, Stress zu vermeiden.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Wer einfach drauflosarbeitet, wird immer wieder vor unl\u00f6sbaren Teilaufgaben stehen. Dann bleibt oft keine Zeit mehr, ausreichende Unterst\u00fctzung zu suchen oder n\u00f6tige Informationen zu beschaffen. Jede Aufgabe vorher in Teilschritte zu zerlegen, macht sie \u00fcbersichtlich, zeigt, wo n\u00f6tige Ressourcen fehlen, und erm\u00f6glicht, den Zeitpunkt ihrer Erledigung im Vorhinein festzulegen. \r\n<br><br>\r\nZeitmanagement-Experten empfehlen, zwischen 40 und 50 Prozent der Zeit f\u00fcr unerwartete Eventualit\u00e4ten als Puffer einzuplanen. Einzukalkulieren sind dabei auch Pausen sowie Zeit f\u00fcr eine kurze R\u00fcckschau und Man\u00f6verkritik. Dabei l\u00e4sst sich feststellen, wo das tats\u00e4chliche Tun vom Plan abgewichen ist und warum. Nur so lassen sich Schwachstellen und Defizite, die eigenen wie die der anderen, nach und nach aus der Welt schaffen.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Kl\u00e4rende Gespr\u00e4che f\u00fchren<\/h3>\r\n  <strong>Kommunikation mit den Kollegen verhindert Missverst\u00e4ndnisse und stressreiche Konflikte. <\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Niemand arbeitet allein. Aufgaben werden von oben herangetragen bzw. sind durch Auftr\u00e4ge begr\u00fcndet und Teile davon werden nach unten delegiert. In all diesen Prozessen schleichen sich Reibungsverluste und Fehler ein, die in Summe einiges an Stress verursachen. Statt einen Fehler schnell selbst zu reparieren, kann es manchmal zwar etwas l\u00e4nger dauern, einem Mitarbeiter zu erkl\u00e4ren, was er falsch gemacht hat, was man eigentlich erwartet hatte, und zu analysieren, wie der Fehler entstanden ist. Wer das nicht tut, l\u00e4uft jedoch Gefahr, bei der n\u00e4chsten Aufgabe vor dem gleichen Problem zu stehen, und bringt sich und seine Kollegen um die Chance, zu einem eingespielten Team zu werden.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Den Sinn erkennen<\/h3>\r\n  <strong>Wem nicht klar ist, was er zu tun hat, der steht unter Stress, noch bevor er mit der Arbeit begonnen hat. <\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Viele Aufgaben machen Stress, weil die Anforderungen unklar formuliert sind oder der dahinter liegende Sinn und der Zusammenhang, in dem sie stehen, nicht durchschaut wird. Wer nicht wei\u00df, wof\u00fcr er arbeitet und welche Konsequenzen sein Tun oder m\u00f6gliche Fehler haben k\u00f6nnten, steht schon vor Beginn der Arbeit unter Stress. Leider ist es immer noch in vielen Betrieben so, dass Information trotz dieser wichtigen Erkenntnis vor allem eine Holschuld ist. Aktiv nachzufragen, sich die Informationen, die man braucht, auch zu beschaffen, ein kurzes Gespr\u00e4ch mit jenen zu f\u00fchren, die im Gesamtprozess vor und nach einem am gleichen Projekt arbeiten, hilft, den eigenen Stress gering zu halten &#8211; und ist au\u00dferdem ein wirkungsvoller Erziehungsprozess, der im Idealfall dazu f\u00fchrt, dass in Zukunft die n\u00f6tigen Fakten und Details gleich mit dem Arbeitspaket auf den Schreibtisch geliefert werden.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Den Arbeitsplatz gestalten<\/h3>\r\n<strong>Auch \u00e4u\u00dfere Umst\u00e4nde wie ergonomische Arbeitspl\u00e4tze und gutes Raumklima sorgen daf\u00fcr, dass sich Stress gar nicht erst aufbaut.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Banal, aber wichtig sind die Arbeitsbedingungen. Schlecht gestaltete Arbeitspl\u00e4tze sind leider immer noch weit verbreitet, auch dort, wo die Infobl\u00e4tter des Betriebsarztes anderes beschreiben. Oft ist das einfach Ignoranz, und die meisten Arbeitgeber wissen heute \u00fcber den Wert von gesundheitsvorbeugenden Ma\u00dfnahmen so viel, dass sie sich einer Initiative aus der Belegschaft wohl kaum verschlie\u00dfen k\u00f6nnen. Zudem trat mit 1. J\u00e4nner 2013 eine Novelle zum Arbeitnehmerschutzgesetz in Kraft. Sie stellt einerseits klar, dass unter Gefahren am Arbeitsplatz neben k\u00f6rperlichen auch psychische Belastungen gemeint sind. Andererseits ist eine Arbeitsplatzevaluierung vorgeschrieben. Im Zuge dieser Evaluierung ist zu pr\u00fcfen, ob arbeitsbedingte physische und psychische Belastungen vorliegen, die zu Fehlbeanspruchungen der Mitarbeiter f\u00fchren k\u00f6nnen. Ist das der Fall, m\u00fcssen geeignete Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, diese Belastungen zu reduzieren.\r\n<br><br>\r\nNeben der Ergonomie sollten auch das Raum- und das Kommunikationsklima einer kritischen \u00dcberpr\u00fcfung unterzogen werden. Wo Zug herrscht, die Klimaanlage immer zu warm oder kalt bl\u00e4st und L\u00e4rm ein st\u00e4ndiger Begleiter ist, kann niemand konzentriert arbeiten. Und wo kein Raum f\u00fcr einen spontanen Gedankenaustausch zu finden ist, hat der Stress leichtes Spiel.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">\u00dcber die Zeit verf\u00fcgen<\/h3>\r\n<strong>Jeder Mensch hat andere Leistungskurven. Wer seine Arbeit danach richten kann, ist besser dran.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Wer eigenst\u00e4ndig gestalten kann, mindert den Stress. Das gilt vor allem f\u00fcr die Arbeitszeit. Jeder Mensch hat andere Leistungskurven, manche schaffen am fr\u00fchen Morgen mehr als im Laufe des restlichen Tages, andere sind eher Nachteulen. Viel Stress entsteht auch, weil sich die B\u00fcrostunden nur schwer mit den sonstigen Alltagsverpflichtungen, wie Kinder zur Schule zu bringen oder sie am Nachmittag betreuen zu k\u00f6nnen, vereinbaren lassen. Moderne Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern inzwischen flexible Gleitzeitregelungen mit gro\u00dfz\u00fcgigen Durchrechnungszeitr\u00e4umen an.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Sich selbst ver\u00e4ndern<\/h3>\r\n<strong>Es ist nicht einfach, aber immer m\u00f6glich: die eigenen Einstellungen und Ziele hinterfragen.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Da Stress erst in uns entsteht, ist die \u00dcberpr\u00fcfung der eigenen Zug\u00e4nge zu den Anforderungen des Lebens der zentrale Punkt im Stressmanagement. Viele der eigenen Einstellungen und Ziele, wie etwa allzu perfektionistische Leistungsanspr\u00fcche, lassen sich bei kritischer \u00dcberpr\u00fcfung auf ein gesundes Ma\u00df revidieren. Ebenso lassen sich viele Schwierigkeiten \u2013 den richtigen Zugang vorausgesetzt \u2013 als Herausforderungen interpretieren.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Niemand ist perfekt<\/h3>\r\n  <strong>Keine Fehler macht nur, wer nichts tut. Den richtigen Umgang mit Fehlern kann man lernen.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Gestehen Sie sich zu, auch einmal Fehler machen zu d\u00fcrfen. Sehen Sie Arbeit als lustvolles Experimentieren, zu dem Irrt\u00fcmer, Irr- und Umwege nun einmal dazugeh\u00f6ren. Menschen, die an sich selbst \u00fcberzogen perfektionistische Anspr\u00fcche stellen, leiden \u00f6fter unter Stress und Stress-Symptomen als andere. \u00dcberpr\u00fcfen Sie Ihre inneren Monologe und die Leits\u00e4tze, die Ihnen vielleicht schon Ihre Eltern eingeimpft haben: S\u00e4tze wie \u201eFehler sind unverzeihlich\u201c, \u201eAuf mich kann sich jeder immer 110-prozentig verlassen\u201c oder \u201eEinen Termin, den ich nicht halte, gibt es nicht\u201c, sollten Sie alarmieren.\r\n<br><br>\r\nKalkulieren Sie bei der Planung jeder Aufgabe mit ein, dass Sie auch scheitern k\u00f6nnte. Nat\u00fcrlich ist das nicht Ihr Ziel, aber es hilft oft, sich die schlimmste vorstellbare Konsequenz daraus vorzustellen. Was passiert wirklich, wenn der Projektabschlussbericht drei Tage sp\u00e4ter als geplant auf dem Tisch des Vorstands landet? Welche Bedeutung wird dieser Stressmoment am Ende der Woche noch haben, welche am Ende des Jahres und welche, wenn ich l\u00e4ngst schon meinen Ruhestand genie\u00dfe? Die Erkenntnis, dass ein kleiner R\u00fcckschlag meist nicht das Ende der Welt bedeutet, befreit und hilft mit, dass er gar nicht erst passiert.\r\n<br><br>\r\nAuch eine bew\u00e4hrte Strategie: \u00dcberlegen Sie bei aufkommenden Versagens\u00e4ngsten, ob Ihnen jemand einf\u00e4llt, der dieser Aufgabe besser gewachsen w\u00e4re. Wenn nicht, k\u00f6nnen Sie sich beruhigt sagen, dass sie bei Ihnen demnach im Wortsinn in den besten H\u00e4nden liegt. Wenn doch, versuchen Sie sich vorzustellen, wie dieser an die Sache herangehen w\u00fcrde. Oder noch besser: Fragen Sie ihn einfach selbst.\r\n<br><br>\r\nDie gleiche Toleranz sollten Sie \u00fcbrigens anderen entgegenbringen. Auch Ihre Kollegen, Mitarbeiter und Vorgesetzten sind nicht perfekt, und sie werden es auch nicht, wenn Sie jeden Fehler mit unvers\u00f6hnlichem Groll registrieren.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Sich abgrenzen<\/h3>\r\n<strong>Die Angst, anzuecken, kennt jeder. Doch manchmal muss man auch Nein sagen k\u00f6nnen. <\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Jeder will beliebt sein, seinen unbestrittenen Platz im Team haben, mit allen gut auskommen. Das ist auch richtig so, denn in einem solchen Arbeitsklima l\u00e4sst sich leichter stressfrei arbeiten. Aber ebenso gut k\u00f6nnen unrealistische Erwartungen und \u00fcbertriebene Angst vor Ablehnung Stress erst bewirken. Wer \u201eandere nie entt\u00e4uschen\u201c sowie \u201eimmer mit allen gut auskommen\u201c will und Kritik nicht ertragen kann, wird sich selbst auf Dauer zu sehr unter Druck setzen, keine Bitte abschlagen und es letztlich nicht schaffen, alles unter einen Hut zu bringen. Machen Sie sich bewusst, dass ein klares Nein von Vorgesetzten und Kollegen auch als Zeichen von Professionalit\u00e4t und klarer Priorit\u00e4tensetzung gesehen werden kann. Selbst wenn diese zun\u00e4chst wenig erfreut reagieren, schafft das meistens immer noch weniger Unmut, als wenn am Ende alle gleichzeitig nicht das bekommen, was sie sich von Ihnen erwartet haben.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Hilfe suchen und akzeptieren<\/h3>\r\n<strong>Im Team geht vieles leichter. Unterst\u00fctzung bekommt aber nur, wer sie selber zu geben bereit ist. <\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Wer es schrecklich findet, auf \u201eandere angewiesen zu sein\u201c, am liebsten \u201ealles allein macht\u201c und meint, \u201everlassen zu sein, wenn er sich auf andere verlassen muss\u201c, kann so gut wie sicher davon ausgehen, dass seine Stresswerte erh\u00f6ht sind. Wer nur sich selbst vertraut und Dinge nicht delegieren kann, wird sich zwangsl\u00e4ufig so viel Arbeit aufhalsen, dass er sie irgendwann nicht mehr bew\u00e4ltigen kann. Dabei verlieren alle: Sie Ihre Lebensqualit\u00e4t, die Mitarbeiter und Kollegen ihr Selbstwertgef\u00fchl und das Unternehmen seine Zukunftsperspektiven, weil Sie bald keine Zeit und Energie mehr haben werden, sich um die eigentlichen Aufgaben zu k\u00fcmmern.\r\n<br><br>\r\nIn Wahrheit stehen hinter solchen Einstellungen \u00c4ngste vor Abh\u00e4ngigkeit und der eigenen Schw\u00e4che. Machen Sie sich klar, wie oft Sie anderen helfen und nehmen Sie die gleiche Unterst\u00fctzung von anderen in Anspruch. Denken Sie \u00fcber Ihre so genannten Kernkompetenzen nach, also jene F\u00e4higkeiten, die Sie am meisten auszeichnen. Erledigen Sie diesen Teil einer Aufgabe mit Lust und Leichtigkeit und suchen Sie andere, deren zentrale F\u00e4higkeiten dazu passen, f\u00fcr die gemeinsame Aufgabe zu gewinnen.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Das Positive sehen<\/h3>\r\n  <strong>Wer nur noch Negatives wahrnimmt, tut sich schwer aus dem Stressteufelskreis auszubrechen. <\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Gerade wenn der Druck gro\u00df wird, neigen manche Menschen dazu, die Welt nur noch durch die dunkelgraue Brille zu sehen. \u201eALLE hier sind unf\u00e4hig\u201c, \u201eNICHTS gelingt\u201c, \u201eDas alles wird NUR auf meinem R\u00fccken ausgetragen\u201c, \u201eEs wird ALLES den Bach runtergehen\u201c.\r\n<br><br>\r\nWer im Gesamtzusammenhang nur noch die negativen Dinge wahrnimmt, aus einem konkreten Problem generalisierend ein allgemeines macht, alles, was schief l\u00e4uft, auf sich bezieht und die m\u00f6glichen Folgen gleich zur globalen Katastrophe hochstilisiert, wird aus dem Stressteufelskreis niemals ausbrechen k\u00f6nnen.\r\n<br><br>\r\nTreten Sie in solchen Momenten einen Schritt zur\u00fcck und betrachten Sie das Geschehen noch einmal aus gr\u00f6\u00dferer Distanz. Dann werden Sie erkennen: Nicht ALLE sind unf\u00e4hig, sondern eine bestimmte Person hat einen Fehler gemacht. Gleich daneben kann jemand sitzen, der gerade die F\u00e4higkeit besitzt, die jetzt zur Schadensbegrenzung gefragt w\u00e4re. Nicht NICHTS gelingt, sondern diesmal ist etwas Konkretes oder wahrscheinlich sogar nur ein Teil davon schief gegangen. Machen Sie sich klar, wie oft das Gegenteil der Fall war, wie oft alles glatt ging (und bei der Gelegenheit gleich auch, wie wenig positive Beachtung dieses Gelingen gefunden hatte). Auch im aktuell verkorksten Projekt wird nicht alles falsch sein, sondern es wird brauchbare Teile geben, auf denen sich aufbauen l\u00e4sst.\r\n<br><br>\r\nManchmal hilft es au\u00dferdem, sich klar zu machen, dass jede Medaille ihre Kehrseite hat. Es gibt nichts Negatives, dem sich nicht auch etwas Positives abgewinnen lie\u00dfe. Diese Seite ist nicht immer gleich zu erkennen, aber wer darauf vertraut, dass es sie gibt \u2013 oder zumindest gelten l\u00e4sst, dass es sie geben k\u00f6nnte \u2013, wird R\u00fcckschl\u00e4ge nicht ganz so tragisch nehmen. Gert Kaluza, einer der f\u00fchrenden deutschen Stressexperten, erz\u00e4hlt den Teilnehmern seiner Stressbew\u00e4ltigungskurse in dem Zusammenhang gerne das chinesische Gleichnis vom alten Mann und dem Pferd:\r\n<br><br>\r\n<i>Der alte Mann und das Pferd<br>\r\nHoch auf dem Felsen, abgeschieden,<br>\r\nlebten der Alte und sein Sohn,<br>\r\nin stiller Eintracht, wohlzufrieden.<br>\r\nDa lief den beiden das Pferd davon.<br>\r\nDer Nachbar, nach geraumer Frist,<br>\r\nkam, den Verlust mitzubeklagen.<br>\r\nDa h\u00f6rte er den Alten fragen:<br>\r\n\u201eWer wei\u00df, ob dies ein Ungl\u00fcck ist?\u201c<br>\r\nUnd bald darauf, im nahen Walde,<br>\r\nvernahmen sie des Pferdes Tritt.<br>\r\nDas kam und brachte von der Halde<br>\r\nein Rudel wilder Rosse mit.<br>\r\nDer Nachbar, schon nach kurzer Frist,<br>\r\npries den Gewinn nach Menschenweise.<br>\r\nDa l\u00e4chelte der Alte leise:<br>\r\n\u201eWer wei\u00df, ob dies ein Gl\u00fccksfall ist?\u201c<br>\r\nNun ritt der Sohn die neuen Pferde.<br>\r\nSie flogen \u00fcber Stock und Stein,<br>\r\nihr Huf ber\u00fchrte kaum die Erde.<br>\r\nDa st\u00fcrzte er und brach ein Bein.<br>\r\nDer Nachbar, nach geraumer Frist,<br>\r\nkam, um das Leid mit ihm zu tragen.<br>\r\nDa h\u00f6rte er den Alten fragen:<br>\r\n\u201eWer wei\u00df, ob dies ein Ungl\u00fcck ist?\u201c<br>\r\nBald dr\u00f6hnten die Trommeln durch die Gassen<br>\r\nEs ist die Kriegsproklamation.<br>\r\nEin jeder muss sein Land verlassen.<br>\r\nDoch nicht des Alten lahmer Sohn.\r\n<\/i>\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Von anderen das Beste erwarten<\/h3>\r\n<strong>Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es zur\u00fcck. Das gilt im Positiven wie im Negativen. <\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Kennen Sie die Geschichte von dem Mann, der einen Nagel einschlagen will, aber keinen Hammer hat? Der \u00f6sterreichische Kommunikationswissenschaftler und Psychotherapeut Paul Watzlawick hat sie ihn seinem Bestseller \u201eAnleitung zum Ungl\u00fccklichsein\u201c erz\u00e4hlt:\r\n<br><br>\r\nBesagter Mann macht sich auf, um von seinem Nachbarn einen zu borgen. Auf dem Weg dorthin kommen ihm Zweifel: Was ist, wenn er mir den Hammer gar nicht leihen will? Der hat doch gestern schon irgendwie unfreundlich gewirkt. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht hat er die auch nur vorgesch\u00fctzt, um mich nicht gr\u00fc\u00dfen zu m\u00fcssen? Dabei habe ich ihm gar nichts getan. Ein seltsamer Mensch, der mich so behandelt. Was f\u00e4llt dem eigentlich ein? Undankbar ist der! Ich w\u00fcrde ihm doch im umgekehrten Fall meinen Hammer jederzeit borgen. Warum will er mir seinen dann nicht geben?\r\n<br><br>\r\nAm Ende der sich weiter und weiter aufschaukelnden Gedanken klopft der Mann an die T\u00fcr und br\u00fcllt, noch ehe der andere guten Tag sagen kann: \u201eBehalten Sie doch Ihren Hammer. Von einem wie Ihnen will ich ohnehin nichts geborgt haben.\u201c\r\n<br><br>\r\nSo wie negative Gedanken sich verselbstst\u00e4ndigen k\u00f6nnen und mit gro\u00dfer Wahrscheinlichkeit zu einem negativen Ergebnis f\u00fchren, so k\u00f6nnen das positive auch. Wer auf andere in der Erwartung zugeht, dass sie einem freundlich und hilfreich begegnen werden, wird mit einem L\u00e4cheln durch die T\u00fcr kommen und schafft selbst die Grundvoraussetzung daf\u00fcr, dass die anderen genauso reagieren.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Loslassen k\u00f6nnen<\/h3>\r\n<strong>Gerade wenn etwas schiefgegangen ist, sollte man sich die vielen Erfolge der Vergangenheit in Erinnerung rufen. <\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Lust und Frust sind so etwas wie siamesische Zwillinge. Das gilt f\u00fcr das Beziehungsleben wie f\u00fcr die Arbeit. Wichtig ist, beides zu sehen \u2013 gerade in schwierigen Zeiten. Wer am \u00c4rger klebt und nur die unangenehmen Gef\u00fchle leben l\u00e4sst, wird sich immer weiter unter Druck setzen und den Stress bald unertr\u00e4glich finden. \u00c4rger \u00fcber Fehler und Schiefgelaufenes geh\u00f6rt dazu. Aber irgendwann muss auch wieder Schluss sein damit. Was geschehen ist, l\u00e4sst sich nicht mehr \u00e4ndern. Machen Sie einen Schlussstrich und g\u00f6nnen Sie sich, wenn gerade etwas schiefgegangen ist oder auch wenn eine neue Herausforderung ansteht, eine kleine Reise in die Vergangenheit. Schauen Sie zufrieden auf Ihre Erfolge zur\u00fcck, und dann drehen Sie sich um und blicken nach vorne. Stellen Sie sich das Ende des Projekts vor, wenn alle Ihnen auf die Schultern klopfen und zum erfolgreichen Abschluss gratulieren werden. Nehmen Sie die positiven Gef\u00fchle wahr und nehmen Sie sie auf den Weg in die neue Aufgabe mit.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Was ist, ist<\/h3>\r\n<strong>Manchmal lassen sich Rahmenbedingungen nicht oder nicht so schnell \u00e4ndern. Dann gilt es, flexibel zu sein.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Manchmal hilft alles nichts: Trotz bester Vorbereitung kommt irgendetwas dazwischen. Oder der unvorhersehbare Stau wirft die ganze Zeitplanung \u00fcber den Haufen. Oder genereller: Manchmal lassen sich Rahmenbedingungen schlicht und einfach nicht oder nicht so rasch \u00e4ndern. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die sich mit Unver\u00e4nderlichem abfinden k\u00f6nnen, weniger oft unter Stress leiden als andere. Damit ist keine passive, resignative Grundhaltung gemeint, sondern die F\u00e4higkeit, eine Situation und die eigenen M\u00f6glichkeiten, sie zu ver\u00e4ndern, realistisch einzusch\u00e4tzen. Wer von Grund auf meint: \u201eIch kann ohnehin nichts \u00e4ndern\u201c, wird ebenso erh\u00f6hte Stresswerte haben wie jemand, der seine F\u00e4higkeiten falsch einsch\u00e4tzt und st\u00e4ndig mit dem Kopf durch die Wand will.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Unsicherheiten geh\u00f6ren dazu<\/h3>\r\n<strong>Nicht alles l\u00e4sst sich vorhersehen. Aber f\u00fcr gew\u00f6hnlich gibt es f\u00fcr alles eine L\u00f6sung. <\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Nicht nur die Situation wird von unserem inneren Programm bewertet, sondern auch die Art und Weise, wie wir darauf reagieren. Wer \u00e4rgerlich auf eine Bitte reagiert, im Grunde aber harmoniebed\u00fcrftig ist, erzeugt ebenso eine neue Soll-Ist-Diskrepanz wie jemand, der beim Meeting nicht die richtige Antwort parat hat, rot wird oder sich verhaspelt, eigentlich aber den Anspruch hat, stets souver\u00e4n erscheinen zu wollen. Das macht zus\u00e4tzlichen Stress und erzeugt Angst vor der Angst, Nervosit\u00e4t wegen der Nervosit\u00e4t und \u00c4rger \u00fcber den \u00c4rger. Gestehen Sie sich einfach ein gewisses Ma\u00df an Unsicherheit zu. Denken Sie daran, dass Sie keinesfalls der oder die Einzige sind, dem es so geht. Und eine Unsicherheit, zu der man stehen und die man notfalls humorvoll kommentieren kann, l\u00e4sst sich immer in ein souver\u00e4nes Auftreten verwandeln.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Sich selbst vertrauen<\/h3>\r\n<strong>Zu wissen, was man bereits geschafft hat, hilft, positiv auf die n\u00e4chste Herausforderung zuzugehen. <\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Auch wenn dieser Gedanke am Schluss dieser Anregungen steht, ist er vermutlich der wichtigste Schritt auf dem Weg zum stressfreieren Leben \u2013 und vielleicht auch der leichteste. Im ersten Schritt unseres innerlichen Stressbewertungsprogramms geht es schlie\u00dflich um Gef\u00fchle und grundlegende, oft unbewusst wirkende Einstellungen und Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale. Diese sind bekanntlich schwer zu ver\u00e4ndern. Wenn die inneren Erwartungen mit den \u00e4u\u00dferen Anforderungen nicht \u00fcbereinstimmen, entsteht Stress.\r\n<br><br>\r\nDer l\u00e4sst sich aber im zweiten Bewertungsschritt gleich wieder abbauen. Wer auf die unbewusst gestellte Frage \u201eKann ich das?\u201c innerlich mit einem \u00fcberzeugten Ja antwortet, wird den in die H\u00f6he schie\u00dfenden Blutdruck gleich wieder bes\u00e4nftigen. Helfen Sie aktiv nach, wenn sich dieser Effekt nicht von selbst einstellt. \u00dcberlegen Sie, wann Sie vor \u00e4hnlichen Aufgaben standen, und machen Sie sich klar, dass Sie diese auch bew\u00e4ltigt haben. \u00dcberpr\u00fcfen Sie, ob Ihre erste Einsch\u00e4tzung von der Bedrohlichkeit einer Situation wirklich zutrifft. Vielleicht hatten sie einen schwachen Moment und haben die Belastung \u00fcberbewertet. Vielleicht haben Sie auch unterst\u00fctzende Faktoren \u00fcbersehen.\r\n<br><br>\r\nSelbst wenn Sie sich auf Anhieb an keine vergleichbare Aufgabe erinnern k\u00f6nnen, die Situation tats\u00e4chlich Neuland ist und neue F\u00e4higkeiten fordert, machen Sie sich klar, dass dies nicht zum ersten Mal geschieht. Sie waren auch in der Vergangenheit schon auf unbekanntem Terrain unterwegs und haben noch immer Ihren Weg gefunden. Schlie\u00dflich w\u00e4ren Sie sonst gar nicht in der Situation, dass Ihnen jemand eine schwierige \u2013 und deshalb verantwortungsvolle \u2013 Aufgabe \u00fcbertragen will.\r\n<br><br>\r\nZerlegen Sie das Problem in m\u00f6glichst kleine Teilaufgaben. Das nimmt dem Stress schon den st\u00e4rksten Wind aus den Segeln, weil ein Gro\u00dfteil der einzelnen Puzzlesteine mit Ihren Routinef\u00e4higkeiten bew\u00e4ltigbar ist. Und vergessen Sie nicht, auf der schwierigsten Etappe immer wieder mal innezuhalten und zur\u00fcckzublicken. Dabei k\u00f6nnen Sie die ersten Teilerfolge Ihrer L\u00f6sungsstrategie sehen und zur letztlich stressreduzierenden Einsicht gelangen: \u201eNa siehst du, ich kann das ja doch!\u201c\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Die Stressreaktionen ver\u00e4ndern<\/h3>\r\n<strong>Wer sich einen geeigneten Ausgleich verschafft, kann mit Stresssituationen besser umgehen. <\/strong>\r\n  <br><br>\r\n    Wer so viele Stressfaktoren wie m\u00f6glich aus der Welt schafft und sich f\u00fcr die verbleibenden einen pfleglichen inneren Umgang zurechtlegt, hat schon viel f\u00fcr ein stressfreieres Leben getan. Ganz vermeiden werden sich Belastungen aber nie lassen, und bis zu einem gewissen Grad w\u00e4re das auch nicht w\u00fcnschenswert. Als dritte Strategie im Kampf gegen den Stress bleibt, geeigneten Ausgleich f\u00fcr bestehende Belastungen zu finden. Instinktiv wei\u00df jeder, dass das notwendig ist. Im Alltag wird die Entspannung aber oft in eine ferne Zukunft, am besten gleich auf den Ruhestand verschoben. Je gr\u00f6\u00dfer der Stress, desto mehr entspannende Momente werden abgesagt, Freunde, die einen emotionalen Ausgleich bieten k\u00f6nnten, vernachl\u00e4ssigt und Hobbys oder sportliche Aktivit\u00e4ten auf Eis gelegt. F\u00fcr ganz kurze Hochleistungsphasen mag das angehen; wer seine Priorit\u00e4ten aber auf Dauer so verschiebt, wird immer weniger leistungsf\u00e4hig, jede Belastung doppelt so schwer erleben, noch weniger Zeit f\u00fcr Entspannung haben und irgendwann die F\u00e4higkeit zur Regeneration v\u00f6llig verlieren.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">In der Freizeit frei sein<\/h3>\r\n<strong>Entspannung bedeutet frei von Spannung. Deshalb ist es besser, in der Freizeit nicht wieder Leistungen erbringen zu wollen.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Wenn die Arbeit ruht, sollten auch die Normen der Arbeitswelt ruhen. Aber Forscher stellen fest, dass auch die Freizeit zunehmend von Leistungsdenken, Perfektionismus, Ehrgeiz und Prestigedenken gepr\u00e4gt wird. Hektik, Ungeduld, die Angst, den neuesten Trend zu verpassen, lassen oft keinen Raum mehr f\u00fcr wirkliche Entspannung.\r\n<br><br>\r\nDabei ist es wichtig, dass die gew\u00e4hlte Art der Erholung auch wirklich einen Ausgleich zum allt\u00e4glichen Tun bietet. Wer nach einer anstrengenden Woche innerlich nicht zur Ruhe kommt, wird diese bei einem kontemplativen Spaziergang oder bei Ausdauersportarten eher finden als bei einem sportlichen Wettstreit, wie etwa einem Kegelturnier. Schlechte Laune l\u00e4sst sich beim Sport gut abbauen, und wer die ganze Zeit Kopfarbeit geleistet hat, findet vielleicht in handwerklichen Besch\u00e4ftigungen Befriedigung.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Sport und Bewegung<\/h3>\r\n<strong>Ausdauersport, Yoga oder ganz einfach ein Spaziergang an der frischen Luft sind hoch wirksame Stressbremsen.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  K\u00f6rperliche Bewegung, das ist in vielen Studien eindrucksvoll belegt, geh\u00f6rt zu den effizientesten Waffen im Kampf gegen den Stress. Besonders Ausdauersportarten sorgen f\u00fcr psychisches Wohlbefinden und beugen den k\u00f6rperlichen Folgen von Stress vor.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Soziales Netz pflegen<\/h3>\r\n<strong>Mit Freunden und in der Familie kann man auf andere Gedanken kommen und s\u00e4mtliche Belastungen der Woche vergessen. <\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Der Mensch ist ein soziales Wesen, und gesunde, gl\u00fcckliche Menschen sind das in besonderem Ausma\u00df. Enge Familienbande oder ein stabiler Freundeskreis k\u00f6nnen daher ebenso ma\u00dfgeblich dazu beitragen, dass Stress-Situationen keine l\u00e4ngerfristigen negativen Folgen mit sich bringen. Oft reicht es schon, einen geduldigen und mitf\u00fchlenden Zuh\u00f6rer zu haben, um Spannungen abbauen und seine Gedanken ordnen zu k\u00f6nnen.\r\n<br><br>\r\nZahlreiche Studien beweisen, dass die Dichte des sozialen Netzes wesentlichen Einfluss auf die Gesundheit und die Lebenserwartung hat. So hatten schwedische Frauen, die im Alter zwischen 31 und 65 Jahren darauf untersucht wurden, ob sie an einem metabolischen Syndrom \u2013 \u00dcbergewicht, hohe Blutdruck-, Blutzucker- und Blutfettwerte \u2013 litten, ein 3,5fach geringeres Risiko, wenn sie \u00fcber einen gro\u00dfen Freundeskreis und eine intakte Familie verf\u00fcgten.\r\n<br><br>\r\nGerade in harten Zeiten sollte die Priorit\u00e4tensetzung deshalb klar sein. Wer trotz Stress auch die au\u00dferberuflichen Termine nicht zu kurz kommen l\u00e4sst, verliert nicht zus\u00e4tzlich Zeit, sondern schafft Ausgleich und tankt Kraft f\u00fcr den n\u00e4chsten harten Tag.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Genie\u00dfen lernen<\/h3>\r\n<strong>Auch im Alltag nach genussvollen Augenblicken zu suchen und sie zu finden ist ein guter Ausgleich f\u00fcr den Stress.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Erst die Arbeit, dann das Vergn\u00fcgen. Diesen Leitsatz haben uns schon die Eltern eingetrichtert. Kein Wunder also, wenn viele heute ein schlechtes Gewissen haben, wenn sie sich etwas Gutes tun, obwohl der Berg noch lange nicht abgearbeitet ist. Der Satz ist definitiv falsch. Richtig m\u00fcsste er etwa lauten: \u201eGenie\u00dfe deine Arbeit \u2013 und sorge dazwischen f\u00fcr zus\u00e4tzlichen Genuss.\u201c Das muss nicht immer gleich ein ausgiebiger Urlaub sein. Wer auch in hektischen Phasen ausreichend Zeit mit Freunden und der Familie verbringt und diese auch bewusst nutzt, findet dabei immer lustvolle Momente. \r\n<br><br>\r\nSuchen Sie auch im Alltag nach genussvollen Augenblicken. Beim Essen abzuschalten und bewusst zu schmecken kann ebenso ein kleiner Urlaub f\u00fcr die Seele sein wie sich ein paar Minuten ins Gras zu legen und die Wiese und ihren Geruch intensiv wahrzunehmen.\r\n<br><br>\r\n\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Entspannungstraining<\/h3>\r\n<strong>Meditation, Autogenes Training oder andere Methoden der Entspannung kann man ohne gro\u00dfen Aufwand lernen.<\/strong>\r\n  <br><br\r\n  Der K\u00f6rper reagiert auf Stress mit einem festgelegten Programm. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe von Methoden, mit denen man lernen kann, diese Vorg\u00e4nge bewusst wahrzunehmen und auch zu steuern. Viele davon lassen sich ohne gro\u00dfen Aufwand in den Alltag integrieren, bei anderen geht es darum, die Sinne zu reizen. Man kann sich entspannen lassen, loslassen lernen oder aktiv zur Entspannung beitragen.\r\n<br><br>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"was-nicht-gegen-stress-hilft\">Was nicht gegen Stress hilft<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  <strong>Alkohol, Medikamente und Wutausbr\u00fcche m\u00f6gen kurzzeitig wie Erleichterung wirken, k\u00f6nnen die Belastungen aber noch verst\u00e4rken. <\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Leider gibt es kein Patentrezept im Kampf gegen den Stress, und selten f\u00fchrt eine isolierte Strategie allein zum Erfolg. Generell lassen sich die Ergebnisse der Stressforschung so zusammenfassen: Effizient ist alles, was zur Neubewertung einer Situation beitr\u00e4gt und aktives, probleml\u00f6sungsorientiertes Handeln beg\u00fcnstigt.\r\nAls wenig effizient haben sich folgende Strategien herausgestellt:\r\n<ul class=\"unordered-list\">\r\n  <li>Alkohol, Medikamente, Drogen;<\/li>\r\n  <li>die Flucht in realit\u00e4tsferne Wunschphantasien;<\/li>\r\n  <li>den \u00c4rger in sich hineinzufressen. Wer \u00c4rger, Unmut oder Unzufriedenheit nicht zum Thema macht, verl\u00e4ngert die Konflikte und damit den Stress;<\/li>\r\n  <li>den \u00c4rger an anderen auszulassen. Das schafft meist Schuldgef\u00fchle und damit neue Spannungen sowie zus\u00e4tzlichen Stress. Wenn \u00c4rger gezeigt wird, sollte das immer zum Ziel haben, ihn aus der Welt zu schaffen. Ungebremste Aggressivit\u00e4t ist da selten ein guter Anfang;<\/li>\r\n  <li>Selbstabwertung, Selbstvorw\u00fcrfe, Selbstbeschuldigung;<\/li>\r\n  <li>Selbstmitleid;<\/li>\r\n  <li>Resignation;<\/li>\r\n  <li>Verleugnung der belastenden Situation. Wer sich einredet, gar kein Problem zu haben, nimmt sich selbst jede Chance, es aus der Welt zu schaffen. Menschen mit solchen Tendenzen haben in allen Untersuchungen h\u00f6here Stress- und schlechtere Gesundheitswerte. Eine Ausnahme stellen hier allerdings tiefgreifende Lebenseinschnitte wie der Tod eines Partners oder eine schwere Krankheit dar. In solchen F\u00e4llen kann die zeitweilige Verdr\u00e4ngung den totalen Zusammenbruch verhindern und in der Folge \u2013 abwechselnd mit der bewussten Auseinandersetzung \u2013 zu einer stressfreieren Bew\u00e4ltigung beitragen.<\/li>\r\n<\/ul>\r\n    <br>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"die-anti-stress-formel\">Die Anti-Stress-Formel<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  <strong>Die Probleme identifizieren, optimistisch ans Werk gehen und sich selber auf die Schliche kommen stehen am Anfang eines  Lebens ohne negativen Stress.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  <ul class=\"unordered-list\">\r\n  <li>Innere Einstellungen pr\u00e4gen unseren Zugang zu den Dingen. \u201eIch kann das nicht.\u201c \u201eDas wird nie gutgehen.\u201c \u201eIn der Zeit ist das nicht zu schaffen.\u201c \u201eIch muss perfekt sein.\u201c All das macht Stress.<\/li>\r\n  <li>Sind die pers\u00f6nlichen Stressfallen erst einmal erkannt, ist bereits der erste Schritt getan. Der zweite sollte sein, die unrealistischen und irrationalen Gedanken und Anspr\u00fcche durch andere zu ersetzen.<\/li>\r\n  <li>Finden Sie heraus, wo Ihr gr\u00f6\u00dftes Problem liegt, und \u00fcberarbeiten Sie Ihr inneres Konzept. Fassen Sie das Ergebnis in einem kurzen und b\u00fcndigen Satz zusammen:<\/li>\r\n      <ul class=\"unordered-list\">\r\n  <li>Gegen unrealistischen Perfektionismus etwa: \u201eJeder macht mal einen Fehler! Niemand ist perfekt!\u201c<\/li>\r\n  <li>Gegen zu gro\u00dfes Harmoniebed\u00fcrfnis etwa: \u201eIch kann auch Nein sagen! Wer mich nur sch\u00e4tzt, wenn ich immer Ja sage, kann es auch bleiben lassen!\u201c<\/li>\r\n  <li>egen mangelndes Vertrauen in die eigenen F\u00e4higkeiten etwa: \u201eIch hab schon viel geschafft! Ich kann mehr als die meisten, also werden die meisten Aufgaben zu schaffen sein!\u201c<\/li>\r\n  <li>Gegen zu gro\u00dfes Kontrollbed\u00fcrfnis etwa: \u201eHilfe anzunehmen ist keine Schande. Schlie\u00dflich helfe ich ja auch anderen!\u201c<\/li>\r\n  <li>Gegen zu gro\u00dfes Sicherheitsbed\u00fcrfnis etwa: \u201eWer nicht wagt, der nicht gewinnt!\u201c<\/li>\r\n        <\/ul>\r\n      <\/ul>\r\n<br>\r\nIhre pers\u00f6nliche Anti-Stress-Formel sollten Sie immer pr\u00e4sent haben. Wiederholen Sie sie bei jeder Gelegenheit, etwa morgens beim Joggen oder wenn Sie die Morgenroutine im B\u00fcro erledigen. Vielleicht machen Sie auch ein Lied daraus, das Sie unter der Dusche singen.\r\n<br><br>\r\nAuch wenn das zun\u00e4chst vielleicht l\u00e4cherlich klingt \u2013 es wirkt. Sie haben Ihre alten Muster jahrelang mit sich herumgetragen, sie innerlich genau so vor sich hergesagt, und diese haben auch gewirkt. Es braucht einige Zeit und st\u00e4ndige Wiederholung, bis die neuen Leits\u00e4tze die alten ersetzen und wirklich Teil Ihrer Pers\u00f6nlichkeit werden.\r\n<br><br>\r\nAm wirkungsvollsten ist es, die neuen Leits\u00e4tze mit Entspannungs\u00fcbungen zu verbinden. Dabei werden die Gedanken mit den angenehmen Gef\u00fchlen verkn\u00fcpft, die im Zustand der Entspannung ganz automatisch entstehen, und so leichter und dauerhafter im Ged\u00e4chtnis verankert. Bis sie zu einem Teil Ihrer Pers\u00f6nlichkeit geworden sind.    \r\n<br><br>\r\n<\/div>\r\n  <br><br>\r\n<strong>Redakteur:<\/strong> Christian Skalnike (Journalist)<br>\r\n<strong>Aktualisierung:<\/strong> 12.11.2015, Elisabeth Tschachler (Journalistin)<br>\r\n<strong>Medizinisches Review:<\/strong> Priv.-Doz. Dr. rer. Med. Dipl.-Psych. Jochen Jordan (Psychologie), Dr. Ursula Pueringer (Allgemeinmedizin, Arbeitsmedizin, Public Health)\r\n<br>\r\n<br>\r\n<i>Diese Informationen k\u00f6nnen den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern k\u00f6nnen Ihnen helfen, sich auf das Gespr\u00e4ch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.<\/i>\r\n<br><br>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"online-beratung\">Online-Beratung bei Stress<\/h2>\r\nF\u00fchlen Sie sich durch Ihre Lebensumst\u00e4nde gestresst? Unsere Online-Psychologen gehen vertrauensvoll mit Ihrem Anliegen um und helfen Ihnen durch ma\u00dfgeschneiderte psychologische Beratung, Ihr Stresslevel zu senken.<br>\r\n<a href=\"https:\/\/instahelp.me\/de\/\" class=\"green underline\">Mehr Information zur Online-Beratung<\/a>","protected":false},"author":2,"featured_media":3282,"template":"","class_list":["post-691","lexikon","type-lexikon","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.0 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Kein Stress mit dem Stress<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"\u201eIch bin gestresst.\u201c Das ist inzwischen eine der h\u00e4ufigsten Antworten auf die Frage \u201eWie geht\u2018s dir?\u201c Nicht selten klingt dabei ein stolzer Unterton mit.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/instahelp.me\/de\/wp-json\/wp\/v2\/lexikon\/691\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Kein Stress mit dem Stress\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"\u201eIch bin gestresst.\u201c Das ist inzwischen eine der h\u00e4ufigsten Antworten auf die Frage \u201eWie geht\u2018s dir?\u201c Nicht selten klingt dabei ein stolzer Unterton mit.\" \/>\n<meta property=\"og:url\" content=\"https:\/\/instahelp.me\/de\/wp-json\/wp\/v2\/lexikon\/691\/\" \/>\n<meta property=\"og:site_name\" content=\"Instahelp - Online-Therapie &amp; 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