{"id":709,"date":"2015-11-12T08:00:40","date_gmt":"2015-11-12T07:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/instahelp.me\/?post_type=lexikon&#038;p=709"},"modified":"2022-07-21T20:41:20","modified_gmt":"2022-07-21T18:41:20","slug":"positive-psychologie","status":"publish","type":"lexikon","link":"https:\/\/instahelp.me\/de\/lexikon\/positive-psychologie\/","title":{"rendered":"Positive Psychologie"},"content":{"rendered":"Ist das ganze Leben Risiko und Problem? Oder Herausforderung und Belohnung? Alles eine Frage der Betrachtungsweise. <!--more-->\r\n<div class=\"lex-start-test grid-parent\">\r\n\t<div class=\"grid-70 grid-parent\">\r\n  \t  <span class=\"bold dark-grey block\">Testen Sie Ihre Selbstwirksamkeit!<\/span>\r\n    <\/div>\r\n    <div class=\"grid-30 grid-parent text-right\">\r\n    \t<a href=\"https:\/\/instahelp.me\/de\/selbsttest\/selbstwirksamkeit\/\" class=\"btn btn-orange bold\">Test starten<\/a>\r\n    <\/div>\r\n<\/div>\r\nDas Leben besteht aus vielen Gefahren. Dennoch widersetzen wir Menschen uns immer wieder \u2013 und werden wieder gesund oder bleiben fit. Fr\u00fcher a\u00dfen die Menschen zu wenig, heute oft zu viel und zu viel vom Falschen. Fr\u00fcher rackerten sich die Menschen k\u00f6rperlich kaputt, heute kleben sie an ihren Schreibtischsesseln und lassen ihren Muskel- und Bewegungsapparat verk\u00fcmmern.\r\n<br><br>\r\nDie einen finden in ihrer Arbeit keinen Sinn und werken unterfordert und frustriert vor sich hin. Die anderen k\u00f6nnen gar nicht aufh\u00f6ren, rotieren stressbelastet rund um die Uhr und sind am Ende ausgebrannt und krank. Wer als Single lebt, tr\u00e4gt ein h\u00f6heres gesundheitliches Risiko, aber ebenso gut kann eine konfliktbelastete Ehe krank machen. Die Liste lie\u00dfe sich fast beliebig lange fortsetzen. Wie man es auch dreht und wendet: Das Leben bleibt ein Risiko \u2013 ein lebensgef\u00e4hrliches sogar.\r\n<br><br>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"von-der-positiven-seite-betrachtet\">Von der positiven Seite betrachtet<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n  <strong>Ein Risiko von 30 Prozent ist eine Chance von 70 Prozent. Doch das Verschweigen die meisten Studien \u00fcber gesundheitliche Gefahren.<\/strong>\r\n  <br><br>\r\n  Im Lauf der letzten Jahrzehnte haben Wissenschaftler aller Fachrichtungen nach gesundheitsgef\u00e4hrdenden Risikofaktoren gefahndet. Jeder Lebensbereich, jeder K\u00f6rperwert wurde analysiert, und in vielen F\u00e4llen lie\u00dfen sich eindeutig statistisch relevante Zusammenh\u00e4nge nachweisen.\r\n<br><br>\r\nJede Studie hat aber zwei Seiten. Wenn 27 von 1000 Menschen mit erh\u00f6htem Blutdruck innerhalb von 18 Jahren an einer Herzkrankheit sterben, hei\u00dft das auch, dass 973 trotz der statistisch erwiesenen Gefahr l\u00e4nger leben. Und umgekehrt auch, dass 9 von 1000 Menschen an einer Herzkrankheit sterben, obwohl sie einen normalen Blutdruck hatten.\r\n<br><br>\r\nJeder kennt, zumindest vom H\u00f6rensagen, Menschen, deren Lebensgewohnheiten allen Erkenntnissen der modernen Medizin Hohn sprechen, die essen, was ihnen schmeckt, ein Fitnessstudio nur unter Androhung von Gewalt betreten w\u00fcrden, die rauchen und trinken \u2013 und dennoch gesund und zufrieden alt werden. Andere wiederum leben nach allen Regeln und Geboten und bekommen dann doch Krebs und sterben lange vor der Zeit, die ihnen die Medizinstatistiker einger\u00e4umt h\u00e4tten.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"was-haelt-uns-gesund\">Was h\u00e4lt uns gesund?<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n<strong>Zu fragen, was uns gesund h\u00e4lt, ist vielleicht wichtiger als zu fragen, was uns krank macht.<\/strong>\r\n<br><br>\r\n  Es war der in Amerika geborene und nach Israel emigrierte Medizinsoziologe Aaron Antonovsky, der die Frage \u201eWas macht Menschen krank?\u201c umdrehte und stattdessen wissen wollte: \u201eWas h\u00e4lt Menschen gesund?\u201c\r\n<br><br>\r\nBei einer 1970 durchgef\u00fchrten Untersuchung \u00fcber Klimakteriumsbeschwerden israelischer Frauen hatte er \u2013 eher zuf\u00e4llig \u2013 eine Frage nach einem allf\u00e4lligen Aufenthalt in einem Konzentrationslager eingebaut. Die Auswertung der Daten \u00fcber k\u00f6rperliche und psychische Gesundheit brachte ein erwartbares Ergebnis: 51 Prozent der nicht Belasteten waren relativ gesund, bei den Frauen, die im Konzentrationslager waren, lag dieser Wert bei nur 29 Prozent. Nach klassischer Medizinlogik h\u00e4tte das Fazit der Studie also gelautet: Belastung macht krank.\r\n<br><br>\r\nAntonovsky las die Ergebnisse aber andersherum: Ihn beeindruckte nicht der Umstand, dass 51 eine h\u00f6here Zahl ist als 29, sondern vielmehr die Einsicht, dass auch Menschen, die \u00fcber Jahre unvorstellbare Qualen erlitten hatten, anschlie\u00dfend oft jahrelang ohne Heimat durch die Welt irrten, dann in einem neuen Land eine neue Existenz aufbauen mussten und dort zumindest drei weitere Kriege erlebten, nicht zu 100 Prozent psychisch oder k\u00f6rperlich krank waren.\r\n<br><br>\r\n<\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"das-salutogenetische-modell\">Das Salutogenetische Modell<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n<strong>Die innere Einstellung und wie wir anderen begegnen ist entscheidend daf\u00fcr, wie wir das Leben meistern.<\/strong>\r\n<br><br>\r\n  In der Folge entwickelte er daraus sein \u201eSalutogenetisches Modell\u201c. Salus kommt aus dem Lateinischen und bedeutet: Unverletztheit, Heil oder Gl\u00fcck. Die Suche nach der Genese, also der Entstehung dieses unverletzbaren Heils, hat Antonovsky in einer zentralen Frage zusammengefasst:  \u201eWarum bleiben Menschen \u2013 trotz vieler potenziell gesundheitsgef\u00e4hrdender Einfl\u00fcsse \u2013 gesund? Wie schaffen sie es, sich von Erkrankungen wieder zu erholen? Was ist das Besondere an Menschen, die trotz extremster Belastungen nicht krank werden?\u201c\r\n<br><br>\r\nUnd im Gegensatz zu den Genforschern, die bisher erst wenige und oft widerspr\u00fcchliche Resultate f\u00fcr diese Fragen vorlegen konnten, haben Antonovsky und seine Sch\u00fcler durchaus \u00fcberzeugende Antworten gefunden.\r\n<br><br>\r\nEntscheidend daf\u00fcr, wie jemand das Leben bew\u00e4ltigt, sind die inneren Einstellungen eines Menschen, seine Charaktereigenschaften und wie er anderen begegnet. Wer Vertrauen zu sich und in die Zukunft hat, sich selbst und andere sch\u00e4tzt, Probleme als Herausforderung begreift, lebt eindeutig ges\u00fcnder und nachweisbar l\u00e4nger.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"ich-kann-das\">Ich kann das<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n<strong>Optimistische oder pessimistische Grundhaltungen wirken wie sich selbsterf\u00fcllende Prophezeiungen. <\/strong>\r\n<br><br>\r\n  Warum erwarten manche Menschen, dass alles gut wird, w\u00e4hrend andere schon morgen mit der Apokalypse rechnen? Warum reagieren die einen \u00e4rgerlich und feindselig, wo andere verst\u00e4ndnisvoll und gelassen bleiben? Warum schn\u00fcren neue Aufgaben dem einen die Kehle und das Herz zu und sorgen bei anderen f\u00fcr das prickelnde Gef\u00fchl einer neuen Herausforderung? Kurz: Was bestimmt unseren Charakter?\r\n<br><br>\r\nDahinter steht ein Gef\u00fchl, mit dem sich jeder Mensch in eine Beziehung zur Umwelt setzt, das ihn sich selbst als wirkungsvollen Teil des Ganzen oder als hilflosen Spielball des Schicksal begreifen l\u00e4sst. Psychologen nennen das ein \u201eGef\u00fchl der Selbstwirksamkeit\u201c oder das \u201eKoh\u00e4renzgef\u00fchl\u201c.\r\n<br><br>\r\nDiese grundlegende Lebenseinstellung l\u00e4sst sich mit wenigen einfachen Fragen erstaunlich pr\u00e4zise erheben, und daraus lassen sich ebenso pr\u00e4zise Vorhersagen f\u00fcr den weiteren Lebensweg ableiten. Wer meint, dass neue Situationen eine reizvolle Herausforderung sind und Probleme dazu da, gel\u00f6st zu werden, hat keinen Grund, \u00e4rgerlich und aggressiv zu sein, wird kaum \u00e4ngstliche und depressive Gedanken hegen und mit stressigen Lebensumst\u00e4nden pfleglich umgehen. Kurz: Solche Menschen werden l\u00e4nger gesund bleiben und, wenn sie doch krank werden, damit besser und schneller zurechtkommen\r\n<br><br>\r\nUmgekehrt gilt: Wer sich als Pechvogel sieht, der den heimt\u00fcckischen Anschl\u00e4gen des Lebens ohnehin nichts entgegensetzen kann, hat gro\u00dfe Chancen, auch als solcher zu enden.\r\n<br><br>\r\nDass diese Grundhaltungen wie selbsterf\u00fcllende Prophezeiungen wirken, glauben inzwischen l\u00e4ngst nicht mehr nur esoterisch orientierte Menschen. Diese Zusammenh\u00e4nge wurden l\u00e4ngst auch in zahlreichen wissenschaftlichen Studien eindeutig nachgewiesen.\r\n<br><br>\r\nSo zeigen mehrere schwedische Arbeiten, dass Menschen mit einem hohen Gef\u00fchl der Selbstwirksamkeit unabh\u00e4ngig von ihrem Alter oder Geschlecht ein 3,5fach geringeres Risiko haben, an psychosomatischen Beschwerden zu erkranken. Ihr Wohlbefinden und die Lebenszufriedenheit waren deutlich ausgepr\u00e4gter, w\u00e4hrend in der Gruppe mit niedrigem Selbstwirksamkeitsgef\u00fchl eher \u00e4ngstliche und depressive Gedanken vorherrschten. Sie reagierten auf Krisen h\u00e4ufiger passiv und meinten im Krankheitsfall eher: \u201eDa ist keine Heilung mehr m\u00f6glich\u201c, und brachen \u00f6fter eine Behandlung ab.\r\n<br><br>\r\nTeilnehmer mit positivem Weltbild ern\u00e4hrten sich ges\u00fcnder, trieben mehr Sport und schliefen besser, jene mit negativer Grundhaltung versuchten, Stress eher mit Alkohol, Medikamenten und Suchtgiften zu bek\u00e4mpfen.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"die-lebensgeschichte-eines-gef\u00fchls\">Die Lebensgeschichte eines Gef\u00fchls<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n<strong>Das Gef\u00fchl der Selbstwirksamkeit entwickelt sich schon im S\u00e4uglingsalter.<\/strong>\r\n<br><br>\r\n  Nat\u00fcrlich stellt sich bei allen Studienergebnissen \u00fcber die selbst empfundene Wirksamkeit und ihre Folgen die Frage nach der Henne-und-Ei-Problematik. Ist es wirklich so, dass Menschen mit positiver Grundhaltung weniger oft krank werden \u2013 oder haben Menschen, die gesund bleiben, einfach keinen Grund, negative Gedanken zu entwickeln?\r\n<br><br>\r\nDie Frage l\u00e4sst sich schon mit Blick auf die Studiengruppe, die Antonovsky erst zu seinen \u00dcberlegungen brachte, eindeutig beantworten. W\u00fcrde erst die Unbill des Lebens zu einer negativen Weltanschauung f\u00fchren, h\u00e4tte jede einzelne der Holocaust-\u00dcberlebenden ein geringes Selbstwertgef\u00fchl haben m\u00fcssen. Auch zahlreiche andere Untersuchungen von Gruppen, die gemeinsam ein hartes Schicksal wie Krieg, \u00dcberschwemmung oder Geiselnahmen traf, zeigten, dass etwa je ein Drittel auf die Belastungen heftig, mittelstark oder vergleichsweise harmlos reagierten.\r\n<br><br>\r\nDas Gef\u00fchl der eigenen Wirksamkeit beginnt sich schon in der Wiege zu entwickeln. Schon S\u00e4uglinge erleben beim Saugen, L\u00e4cheln oder Schreien, dass sie den Lauf der Dinge beeinflussen k\u00f6nnen. Sie entwickeln eine so genannte \u201eFunktionslust\u201c und haben Spa\u00df daran, dass das, was sie tun, etwas bewirkt. Ab vier Monaten erkennen sie das Prinzip von Ursache und Wirkung. Wenn das Baby pustet, dann dreht sich das Mobile. Und wenn die Mutter mit dem Fl\u00e4schchen winkt, gibt es Nahrung.\r\n<br><br>\r\nAb dem zweiten Lebensjahr entsteht Selbstbewusstsein, die Auswirkungen des eigenen Handelns werden dann als pers\u00f6nliche Erfolge oder Misserfolge begriffen. Kinder erkennen, dass erstrebenswerte Ziele mit Anstrengung auch erreicht werden k\u00f6nnen. Noch in der Grundschule halten die meisten alle Ziele f\u00fcr erreichbar, sofern sie sich nur gen\u00fcgend daf\u00fcr anstrengen. Erst sp\u00e4ter erkennen sie, dass ihre F\u00e4higkeiten nicht ausreichen, alles zu schaffen.\r\n<br><br>\r\nAll diese Mechanismen k\u00f6nnen das Gef\u00fchl der Selbstwirksamkeit f\u00f6rdern oder bremsen. Wo Kinder missachtet werden, ihre Bed\u00fcrfnisse trotz gro\u00dfer Anstrengungen nicht erf\u00fcllt bekommen, wird es sich kaum entfalten. Wo Hilfe und Motivation zur L\u00f6sung bew\u00e4ltigbarer Aufgaben geboten wird, kann es wachsen.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"die-anatomie-eines-gefuehls\">Die Anatomie eines Gef\u00fchls<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n<strong>Selbstwirksamkeit hei\u00dft: die Zusammenh\u00e4nge verstehen, Schwierigkeiten f\u00fcr l\u00f6sbar halten und sie als Herausforderung sehen.<\/strong>\r\n<br><br>\r\n  Koh\u00e4renz bedeutet: Zusammenhang, Stimmigkeit. Die F\u00e4higkeit, die Welt als zusammenh\u00e4ngend und sinnvoll zu erleben, setzt sich aus drei Komponenten zusammen:\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Gef\u00fchl von Verstehbarkeit<\/h3>\r\nDiese Komponente beschreibt die Erwartung bzw. F\u00e4higkeit von Menschen, auch unbekannte Anforderungen einordnen und in gr\u00f6\u00dferem Zusammenhang verstehen zu k\u00f6nnen. Menschen, die in diesem Bereich hohe Werte erzielen, gehen davon aus, dass zuk\u00fcnftige Belastungen vorhersehbar und, wenn sie doch \u00fcberraschend auftreten, zumindest erkl\u00e4rbar sein werden. Wer die Welt als chaotisch, willk\u00fcrlich, zuf\u00e4llig und unerkl\u00e4rlich erlebt, wird kaum das Gef\u00fchl haben, sie bew\u00e4ltigen zu k\u00f6nnen.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Gef\u00fchl von Handhabbarkeit<\/h3>\r\nDamit ist die \u00dcberzeugung gemeint, dass Schwierigkeiten l\u00f6sbar sind. Das muss nicht nur den Glauben an die eigenen Kr\u00e4fte und Kompetenzen betreffen. Auch \u00fcberzeugter Glaube und ein verl\u00e4sslicher Freundeskreis k\u00f6nnen dieses Gef\u00fchl verst\u00e4rken.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Gef\u00fchl von Sinnhaftigkeit<\/h3>\r\nDiese Dimension beschreibt Antonovsky als das \u201eAusma\u00df, in dem man das Leben als emotional sinnvoll empfindet: Dass wenigstens einige der vom Leben gestellten Probleme und Anforderungen es wert sind, dass man Energie in sie investiert, dass man sich f\u00fcr sie einsetzt und dass sie eher willkommene Herausforderungen sind als Lasten, die man gerne los w\u00e4re.\u201c Diese Sinnsuche ist vermutlich die wichtigste Komponente \u00fcberhaupt. Ohne die Erfahrung von Sinnhaftigkeit und ohne positive Erwartungen an das Leben werden auch Menschen, die alles verstehen und \u00fcber erhebliche L\u00f6sungskompetenz verf\u00fcgen, keinen Grund sehen, ihre F\u00e4higkeiten einzusetzen.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"optimismus-haelt-jung\">Optimismus h\u00e4lt jung<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n<strong>Wer vom Leben Gutes erwartet, bekommt es auch.<\/strong>\r\n<br><br>\r\n  Eine positive Lebenseinstellung hilft dabei, gl\u00fccklich zu werden und gesund zu sein. Denn: Wer vom Leben nicht das Beste erwartet, bekommt es auch nicht.\r\n<br><br>\r\nMan kann ein Glas, das halb gef\u00fcllt ist, als bereits halb leer ansehen oder als noch halb voll. Im einen Fall wird Angst aufkommen oder zumindest Sorge, dass die verbleibende Menge nicht mehr lange ausreichen wird, und die Frage, wie und wo Nachschub zu beschaffen sein wird. Wer das Glas halb voll sieht, wird Ruhe bewahren und das Gef\u00fchl haben, schon konsumiert, aber immer noch gen\u00fcgend Reserven f\u00fcr die kommende Zeit zu haben.\r\n<br><br>\r\nDer \u00c4ngstliche wird mit Sicherheit mehr Energie brauchen und \u00f6fter und schneller zum Glas greifen \u2013 bis er tats\u00e4chlich vor einem leeren Glas sitzt. Wie zahlreiche Studien zeigen, l\u00e4sst sich dieses viel zitierte Beispiel auch auf den Umgang mit der Lebensenergie \u00fcbertragen. F\u00fcr eine Studie in den USA wurden 1.558 M\u00e4nner im Alter von 65 Jahren ausgew\u00e4hlt. Sie hatten eine \u00e4hnliche Lebensgeschichte, repr\u00e4sentative Berufe und ein gemeinsames Merkmal: Sie waren r\u00fcstig und litten nicht an k\u00f6rperlichen Gebrechen. Die Forscher erhoben das K\u00f6rpergewicht der M\u00e4nner, die Kraft ihrer H\u00e4nde, die Geschwindigkeit, mit der sie sich bewegten, und ihren Energielevel.\r\n<br><br>\r\nAu\u00dferdem lie\u00dfen sie sich erz\u00e4hlen, von welchen Gedanken ihr Leben dominiert wurde. Um die positiven Gef\u00fchle zu messen, beurteilten die Probanden, wie h\u00e4ufig bestimmte Aussagen in der letzten Woche auf sie zutrafen, etwa \u201eIch war gl\u00fccklich\u201c, \u201eIch habe das Leben genossen\u201c oder \u201eIch habe hoffnungsvoll in die Zukunft geschaut.\u201c\r\n<br><br>\r\nAm Ende der siebenj\u00e4hrigen Studiendauer waren acht Prozent der M\u00e4nner deutlich verfallen. Vor allem die Gehgeschwindigkeit und die Kraft ihres H\u00e4ndedrucks hatten abgenommen. Die Auswertung brachte ein deutliches Ergebnis: Jene, die optimistisch ins Leben blickten, mehr aktive und positive Gedanken hatten und Altern in ihrer Vorstellung nicht mit geistigem und k\u00f6rperlichen Verfall verbanden, behielten Recht und waren deutlich besser in Form als jene, die Zweifel hegten und ihren Pessimismus pflegten.\r\n<br><br>\r\nEine Studie holl\u00e4ndischer Forscher weist in die gleiche Richtung. Rund 950 Frauen und M\u00e4nner, die zwischen 65 und 85 Jahre alt waren, wurden unter anderem nach Gesundheit, Selbstachtung, Optimismus und ihren Beziehungen befragt. Neun Jahre sp\u00e4ter waren 397 Teilnehmer gestorben. Diejenigen, die sich zuvor als sehr optimistisch eingesch\u00e4tzt hatten, hatten im Vergleich mit den pessimistischen Teilnehmern eine nur halb so hohe Sterbequote. Der sch\u00fctzende Effekt einer zuversichtlichen Lebenseinstellung war bei den M\u00e4nnern besonders stark.\r\n<br><br>\r\nBiologisch k\u00f6nnen das die Wissenschaftler l\u00e4ngst erkl\u00e4ren. Die Gef\u00fchle beeinflussen den Kreislauf. W\u00e4hrend kurzfristiger Stress das Herz schneller schlagen l\u00e4sst, f\u00fchren Angst, Hoffnungslosigkeit und Zweifel zu einer Verengung der Gef\u00e4\u00dfe. Das erh\u00f6ht das Risiko an Arteriosklerose und in der Folge f\u00fcr schwere Herzerkrankungen. Ebenso fatal wirken sich diese negativen Gef\u00fchle auf das Immunsystem aus.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"negative-gefuehle-machen-krank\">Negative Gef\u00fchle machen krank<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n<strong>Wer vom Leben Schlechtes erwartet, bekommt es auch. Das gilt auch f\u00fcr den Gesundheitszustand.<\/strong>\r\n<br><br>\r\n  Wer vom Leben nicht das Beste erwartet, bekommt es auch nicht. Pessimisten haben Angst, sind \u00e4rgerlich und feindselig ihrer Umwelt und den Mitmenschen gegen\u00fcber. Das ist f\u00fcr die Gesundheit ein ebenso hohes Risiko wie erh\u00f6hte Blutdruckwerte.\r\n<br><br>\r\nIn einer Studie der amerikanischen Epidemiologin Janice E. Williams, die von Experten der Duke und Johns Hopkins University begleitet wurde, sollten die Ursachen von Arteriosklerose untersucht werden. Neben den Cholesterin- und Blutdruckwerten erhoben die Experten auch die Charaktereigenschaften. 4.800 der insgesamt 13.000 Teilnehmer zeigten dabei wenig Bereitschaft, sich zu \u00e4rgern, 1.000 dagegen einen deutlichen Hang zu cholerischem Verhalten.\r\n<br><br>\r\nDie Forscher eliminierten alle sonst bekannten Risikowerte wie Rauchen, Schulbildung oder Alkoholkonsum. Am Ende zeigte sich, dass der Charakter fast ebenso \u00fcber das Gesundheitsrisiko mitentscheidet wie ein hoher Blutdruckwert. Diejenigen, die sich besonders leicht und stark aufregten, hatten ein um 54 Prozent erh\u00f6htes Risiko, eine leichtere, und ein um 63 Prozent erh\u00f6htes Risiko, eine schwere Herzkrankheit zu erleiden. Extrem hoch war das Risiko f\u00fcr einen Schlaganfall. In der \u00c4rger-Gruppe lag es gleich dreimal h\u00f6her als in den anderen.\r\n<br><br>\r\nBis dahin war das Ergebnis wenig \u00fcberraschend. Schon 20 Jahre davor hatten Studien gezeigt, dass \u00c4rger das Risiko f\u00fcr Herzinfarkte erh\u00f6ht. Aber die Auswertung ging noch einen Schritt weiter. Die Forscher untersuchten, ob die \u00c4rgerbereitschaft eine grundlegende Charaktereigenschaft war oder ob die Teilnehmer eben nur auf \u00e4rgerliche Umst\u00e4nde entsprechend reagierten. Dabei zeigte sich, dass jene, die nur zornig reagierten \u201e&#8230; wenn ich trotz guter Arbeit schlecht bewertet werde\u201c oder \u201e&#8230; wenn ich durch Fehler anderer aufgehalten werde\u201c, kurz: die ihre Emotionen immer in einem urs\u00e4chlichen Zusammenhang sahen, wenn \u00fcberhaupt, dann nur ein gering erh\u00f6htes Risiko trugen.\r\n<br><br>\r\nJene aber, die schlicht meinten: \u201eIch rege mich schnell auf\u201c oder \u201eManchmal flippe ich richtig aus\u201c, bei denen die negativen Emotionen also ein Pers\u00f6nlichkeitsmerkmal waren, hatten ein um 228 Prozent erh\u00f6htes Risiko, an einer t\u00f6dlichen Herzattacke zu sterben.\r\n<br><br>\r\nEs ist also ein \u00e4rgerlicher Charakter, der krank macht \u2013 und nicht die \u00e4rgerliche Umwelt.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"aerger-als-der-aerger\">\u00c4rger als der \u00c4rger<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n<strong>Menschen, die dem Leben und ihren Mitmenschen gegen\u00fcber feindselig eingestellt sind, tragen ein h\u00f6heres Gesundheitsrisiko.<\/strong>\r\n<br><br>\r\n  Feindseligkeit ist die schlimmste Steigerungsform von \u00c4rger. Das ist die einzige Komponente, die vom fr\u00fcher oft beschriebenen so genannten \u201eTyp-A-Verhaltensmuster\u201c \u00fcbriggeblieben ist. Bis vor kurzem meinten Stress- und Verhaltensforscher, dass Menschen, die von starkem Konkurrenzstreben und rivalisierendem Verhalten getrieben sind, ungeduldig, kompromisslos und mit \u00fcberdurchschnittlichem Einsatz ihre ehrgeizigen Ziele verfolgen, generell ein h\u00f6heres Gesundheitsrisiko tragen. Neueste Forschungen haben diese These stark relativiert. Ein erh\u00f6htes Risiko haben demnach vor allem jene, die leicht zu ver\u00e4rgern und grunds\u00e4tzlich feindselig eingestellt sind.\r\n<br><br>\r\nWer seiner Umwelt so begegnet, wird dort auch kaum Unterst\u00fctzung finden. So ergeben zahlreiche Studien, dass soziale Isolation und feindselige Gef\u00fchle eine besonders fatale Kombination ergeben. Eine gro\u00dfe Untersuchung der US-Gesundheitsbeh\u00f6rden zeigte, dass Frauen mit diesem Profil zweieinhalbmal so oft einen Herzinfarkt bekommen und solche M\u00e4nner doppelt so oft an Angina pectoris leiden.\r\n<br><br>\r\nFeindseligkeit wirkt fataler als \u00c4rger allein. W\u00e4hrend \u00c4rger \u2013 und \u00c4rger zeigen \u2013 einen Konflikt sichtbar macht und so zumindest die Chance bietet, ihn zu beenden, zielt Feindseligkeit auf Zerst\u00f6rung ab, vordergr\u00fcndig auf die des Hassobjekts. Doch wer sich die Lebensgeschichte von feindseligen Charakteren genauer ansieht, wird erkennen, dass sie sich den gr\u00f6\u00dften Schaden selbst zuf\u00fcgen.\r\n<br><br>\r\nIn einer Studie der Duke University wurden Studenten zu ihren Lebenseinstellungen befragt und \u00fcber Jahre begleitet. Jene, die einen besonders feindseligen Charakter hatten, vereinten zur Lebensmitte deutlich mehr und deutlicher ausgepr\u00e4gte Risikofaktoren: Sie rauchten \u00f6fter, tranken mehr, verf\u00fcgten \u00fcber weniger Freunde und waren beruflich erfolgloser. Bei jenen, wo sich die negativen Gef\u00fchle im Lauf des Lebens weiter verst\u00e4rkt hatten, war der Lebensstil noch bedenklicher. Sie waren sozial noch st\u00e4rker isoliert, trieben wenig Sport, hatten h\u00e4ufiger \u00dcbergewicht und steckten \u00f6fter in famili\u00e4ren Krisen oder waren von Ungl\u00fccksf\u00e4llen betroffen.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"selbstbewusstsein-staerken\">Selbstbewusstsein st\u00e4rken<\/h2>\r\n<div class=\"lexikon-box\">\r\n<strong>\u00dcber Nacht wird aus einem eingefleischten Pessimisten kein strahlender Optimist. Aber jeder kann \u2013 mit ein wenig Hilfe \u2013 seine verborgenen Kr\u00e4fte entdecken. <\/strong>\r\n<br><br>\r\n  \u201eNiemand kann aus seiner Haut heraus\u201c, hei\u00dft es, und viele Menschen reagieren auf die Erkenntnis, dass ihr Verhalten oder auch bestimmte Charaktereigenschaften f\u00fcr andere ebenso eine Zumutung sind wie f\u00fcr die eigene Gesundheit, nur mit einem Schulterzucken: \u201eSo bin ich nun mal!\u201c\r\n<br><br>\r\nSicher kann sich niemand von heute auf morgen ver\u00e4ndern, und gerade so fr\u00fch und nachhaltig angelegte Wesensz\u00fcge wie das Selbstwirksamkeitsgef\u00fchl lassen sich nicht einfach umpolen. Unverr\u00fcckbar sind sie aber nicht. Wer sich aufmerksam beobachtet, mit anderen auch die unangenehmen Seiten seiner Pers\u00f6nlichkeit bespricht und konsequent an sich arbeitet, kann selbst in sp\u00e4teren Phasen des Lebens an Pers\u00f6nlichkeit gewinnen und lernen, die Welt mit anderen Augen zu betrachten.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Verborgene Kr\u00e4fte entdecken<\/h3>\r\nNiemand hat in seinem Leben nur Niederlagen erlitten &#8211; und auch wenn das in einer akuten Sinnkrise nicht leicht ist, werden Sie im R\u00fcckblick Situationen und Lebensabschnitte finden, die Sie gut gemeistert haben. Sich daran zu erinnern, bringt Kraft und Selbstvertrauen zur\u00fcck. Analysieren Sie, wie und mit welchen Strategien Sie Ihre bisherigen Probleme gel\u00f6st haben. Das verdeutlicht, dass Sie diese Kompetenz haben, und zeigt Handlungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die akute Situation auf.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Die Chance sehen<\/h3>\r\nJede Medaille hat zwei Seiten, und auch aus Misserfolgen kann man eine Menge lernen. Oft stellt sich im R\u00fcckblick heraus, dass Situationen, die anfangs wie die pure Katastrophe wirkten, in Wahrheit der Anfang einer Wendung zum Guten waren. Seinen Job zu verlieren ist sicher eine schwere Belastung, gleichzeitig aber die Chance, nachzudenken, ob man darin wirklich Erf\u00fcllung gefunden hat und ein radikaler Neuanfang in einer anderen Branche oder als Selbstst\u00e4ndiger nicht viel mehr Sinn stiften k\u00f6nnte. Ebenso kann eine schwere Krise eine neue Epoche mit gemeinsamer Beziehungsarbeit sein oder zu einer Trennung f\u00fchren, die neben Schmerzen und \u00c4ngsten auch die Perspektive auf eine neue Zukunft bietet. Eine Krankheit kann ein Moratorium sein, ein Signal, innezuhalten, Bilanz zu ziehen und als sch\u00e4dlich erkannte Lebensumst\u00e4nde und -gewohnheiten zu \u00fcberdenken.\r\n<br><br>\r\n<h3 class=\"f20 dark-green\">Hilfe organisieren<\/h3>\r\nGerade in schwierigen Zeiten neigen viele dazu, sich von der Umwelt abzuschotten, die Niederlage vor anderen geheim zu halten und sich ihrem Selbstmitleid hinzugeben. Das ist, als w\u00fcrde jemand den einzigen Rettungsring, der noch bleibt, bewusst versenken. Suchen Sie nach Freunden, die sich aktivieren, und Beziehungen, die sich reaktivieren lassen. \r\n<br><br>\r\nSelbsthilfegruppen bieten nicht nur die Erkenntnis, dass auch andere \u00e4hnliche Probleme haben, sondern in vielen F\u00e4llen auch bew\u00e4hrte Strategien, um sie in den Griff zu bekommen. Mittlerweile gibt es dar\u00fcber hinaus zahlreiche Therapie- und Coaching-Angebote, die eine wertvolle Hilfe im Selbsterfahrungsprozess und bei der Arbeit an sich selbst sein k\u00f6nnen.\r\n<br><br>\r\n  <\/div>\r\n  <br><br>\r\n<strong>Redakteur:<\/strong> Christian Skalnik (Journalist)<br>\r\n<strong>Aktualisierung:<\/strong> 12.11.2015, Elisabeth Tschachler (Journalistin)<br>\r\n<strong>Medizinisches Review:<\/strong> Priv.-Doz. Dr. rer. Med. Dipl.-Psych. Jochen Jordan (Psychologie), Dr. Ursula Pueringer (Allgemeinmedizin, Arbeitsmedizin, Public Health)\r\n<br>\r\n<br>\r\n<i>Diese Informationen k\u00f6nnen den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern k\u00f6nnen Ihnen helfen, sich auf das Gespr\u00e4ch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im pers\u00f6nlichen Gespr\u00e4ch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.<\/i>\r\n<br><br>\r\n<h2 class=\"f24 green bottom-10\" id=\"online-beratung\">Online-Beratung zur positiven Psychologie<\/h2>\r\nLernen Sie im Selbsterfahrungsprozess, wie Sie am besten an sich selbst arbeiten k\u00f6nnen. Unsere Online-Psychologen unterst\u00fctzen Sie bei Ihrer pers\u00f6nlichen Weiterentwicklung.<br>\r\n<a href=\"https:\/\/instahelp.me\/de\/\" class=\"green underline\">Mehr Information zur Online-Beratung<\/a>","protected":false},"author":2,"featured_media":1228,"template":"","class_list":["post-709","lexikon","type-lexikon","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.0 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Positive Psychologie<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Das Leben besteht aus vielen Gefahren. 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