Psychologische Online-Beratung - Laura Stoiber (Instahelp)

5 Tipps für Introvertierte

In unserer Gesellschaft sind energische, wortgewandte und extrovertierte Menschen meist im Vorteil. Aber das heißt nicht, dass mit weniger selbstsicheren introvertierten Typen etwas nicht stimmt – im Gegenteil: introvertierte Menschen haben einzigartige Qualitäten.

Introvertierte haben eine ganze Reihe an Vorteilen. Ihr Talent, tief in ein Thema einzutauchen und klar und deutlich zu erkennen und zu analysieren, welche Folgen bestimmte Dinge haben, ist privat und beruflich sehr nützlich. Sie können gut beobachten, tendieren dazu, über den Rahmen hinaus zu denken und die Kraft, ihre Welt ein wenig langsamer drehen zu lassen. Kurzum: jedes Temperament hat seine Vorteile und somit jeden Grund, stolz in den Spiegel zu blicken.

Und doch ist es häufig nicht leicht als introvertierter Mensch, sich selbstbewusst zu präsentieren. Kein Wunder – denn viele introvertierten Menschen sind im Laufe ihres Lebens oft von Extrovertierten übertönt worden, sodass ihr Selbstbild oft etwas niedriger ist. Da sie oft verzögert antworten oder reagieren oder um Worte verlegen sind, bekommen sie schneller das Gefühl, gedanklich nicht so schnell zu sein. Und ihr Hang, die eigene Meinung für sich zu behalten, bis sie ihrer wirklich sicher sind, führt schnell dazu, dass man sie als verschlossen stigmatisiert. Hinzu kommt, dass Introvertierte dazu neigen, ständig über sich selbst zu grübeln und die so unangenehmen Situationen oft endlos überdenken. Sie tendieren daher auch viel stärker zu Selbstkritik als Extrovertierte. Doch das muss nicht sein:

Hier gibt es 5 Tipps zum Ausprobieren für Introvertierte

1) Gestehen Sie sich mehr zu

Etwa nur kurz auf einem Fest zu bleiben oder dort nur Leute zu beobachten anstatt zu sozialisieren. Dann ist die Überwindung zu Events oder Festen zu gehen nicht ganz so hoch. Fangen Sie klein an.

2) Nutzen Sie Ihr Talent zum Zuhören

Introvertierte können gut zuhören, was eine große Kompetenz heutzutage ist. Die meisten Menschen sehnen sich danach, gehört und verstanden zu werden. Fassen Sie daher erst in ihren eigenen Worten zusammen, was der andere gesagt hat. So gewinnen Sie Bedenkzeit und wirken besonders interessiert, aufmerksam und wertschätzend.

3) Springen Sie ins kalte Wasser

Introvertierte neigen dazu, in Meetings oder bei Treffen, vor allem nur zuzuhören. Sie denken darüber nach, was gesagt wird und reagieren erst später – manchmal erst nach dem Termin oder Treffen. Versuchen Sie, sich in Diskussionen einzumischen, damit man Sie mehr wahrnimmt. Lehnen Sie sich leicht vor, heben den Finger etwas oder wenden sich namentlich an jemanden, der/die oft das Wort führt. Sprechen Sie auf jeden Fall deutlich. Und: Machen Sie das gleich zu Beginn, um Ihre Scheu zu verlieren. Bereiten Sie vor einer Besprechung oder einem Treffen, ein paar Fragen vor, die Sie stellen können. Das ist oft leichter als selbst zu reden.

4) Zeigen Sie, dass Sie da sind

Weil Introvertierte sich nicht gern nach vorn drängen, sagen sie eher, sie hätten etwas mit dem Team geschafft oder gemeinsam mit jemanden etwas getan. Aber es ist auch wichtig, selbst Anerkennung zu kriegen für das, was Sie tun. Sagen Sie deswegen auch ruhig einmal „ich“ anstatt „wir“. Suchen Sie „stille Methoden“, um anderen Ihre Leistungen zu zeigen, wie beispielsweise ein Abteilungs-E-Mail mit interessanten Neuigkeiten zu versenden.

5) Vertrauen Sie in Ihre Qualitäten

Introvertierte sind oft gut in Gesprächen unter vier Augen. Versuchen Sie daher, eine Jobbesprechung regelmäßig allein mit dem Chef zu führen. Das ist gut für Ihre Beziehung, und Sie können so zeigen, was Sie zum Unternehmen beitragen, sowie herausfinden, was Sie noch tun können. Gehen Sie mal allein mit einem interessanten Kollegen Mittag essen oder Kaffee trinken. Stärken Sie die Bindung, indem Sie Kontakt halten und Ideen austauschen.

Versuchen Sie sich öfter mehr zuzutrauen, Sie können nichts verlieren. Denn die Vermeidung der Dinge, ist oftmals der Beginn vieler Probleme und Blockaden. Und wir bereuen im Leben meist nicht das was wir getan haben, sondern das was wir nicht getan haben.

 
Quellen zum Nachlesen:
Cain, S. (2013). Still: die Bedeutung von Introvertierten in einer lauten Welt. Riemann Verlag.
Hills, P., & Argyle, M. (2001). Happiness, introversion–extraversion and happy introverts. Personality and individual Differences, 30(4), 595-608.
Marinković, M. M. (1981). Die Bedeutung der Introversion für Wissenschaft und Kreativität. Analytische Psychologie, 12, 1-35.

Fotocredit: iStock.com/Bojan89


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Martina Schelling

MMag. Martina Schelling

Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin

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