Cluster-Kopfschmerzen

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Cluster-Kopfschmerzen treten anfallsartig auf einer Kopfseite auf. Mit Migränemitteln oder der Inhalation von Sauerstoff können sie gut beherrscht werden.

Die anfallsartig auftretenden Schmerzen des Cluster-Kopfschmerzes sind immer einseitig auf derselben Seite hinter dem Auge oder an der Schläfe lokalisiert. Typisch für den Cluster-Anfall ist die Unruhe des Bertroffenen. Die Attacken, die zwischen 15 Minuten und drei Stunden anhalten, kommen häufig nachts – meist im Frühjahr oder Herbst. Dazwischen besteht Beschwerdefreiheit.

Der Arzt stellt die Diagnose anhand der typischen Symptome. Inhalation von Sauerstoff über eine Maske kann während der einzelnen Anfälle die Schmerzen beenden. Migränemittel sind ebenfalls wirksam. Schmerzmittel in Tablettenform sind wenig nützlich, da ihre Wirkung meist erst nach dem Abklingen der Schmerzen einsetzt. Wenn die Schmerzattacken länger als zwei Wochen immer wiederkehren, oder einzelne Anfälle mit Sauerstoff und den Migränemitteln nicht zu beherrschen sind, gibt man auch bei Schmerzfreiheit Medikamente, um die Anfallsperiode zu unterbrechen.

Ursachen und Häufigkeit

Ungefähr zwei von tausend Menschen sind betroffen, die Ursachen sind nicht restlos geklärt.

Die Ursachen der Beschwerden sind unklar. Es gibt zwar Berichte über eine Entzündung und Erweiterung des Sinus Cavernosus, einem Venengeflecht hinter dem Auge, deren Bedeutung für das Krankheitsgeschehen ist aber nicht endgültig geklärt.

Der Cluster-Kopfschmerz ist eine Kopfschmerzform, die vor allem Männer mittleren Alters betrifft. Die Häufigkeit liegt bei rund 0,2 Prozent der Bevölkerung.

Vorbeugung

Eine generelle Vorbeugung gibt es nicht. Die Hochlagerung des Oberkörpers während des Schlafes kann nahezu alle Anfälle verhindern.

Beschwerden

Die heftigen, einseitig lokalisierten Kopfschmerzattacken dauern zwischen 15 Minuten und drei Stunden.

Es kommt zu heftigen, immer einseitigen Schmerzattacken rings um ein Auge oder an der Schläfe. Die Schmerzen treten meist einmal pro Nacht, manchmal häufiger auf und dauern zwischen 15 Minuten und drei Stunden an. In Begleitung der Schmerzen kommt es zu einer Rötung der Bindehaut, Tränenfluss, Schwellung der Nasenschleimhaut, Nasenlaufen, einseitigem Augenlidhängen, Verengung der Pupille auf der betroffenen Seite und Schwellung des Augenliedes. Die Nase rinnt und die halbe Gesichtsseite neigt zu starkem Schweiß.

Meist kommen die Anfälle in Gruppen (Clustern) von zwei bis acht, gehäuft im Herbst und Frühjahr. Zeiten, in denen öfter Schmerzattacken auftreten, wechseln sich dabei mit Zeiten völliger Beschwerdefreiheit ab.

Die starken Schmerzen veranlassen die Patienten häufig dazu umherzulaufen und sich durch Bewegung Linderung zu verschaffen.

Mögliche Folgeerkrankungen und Komplikationen

Es kommt zu keinen Folgeerkrankungen durch die Kopfschmerzen.

Die Anfälle hinterlassen keine langfristigen Schäden an Auge oder Kopf. Durch die Nebenwirkungen einer langfristigen medikamentösen Behandlung bestehen je nach Medikament aber Gefahren für Leber, Niere und Magen. Dauermedikation mit Schmerzmitteln oder deren Entzug können selbst Kopfschmerzen auslösen.

Diagnose

Die Diagnose wird anhand der typischen Beschwerden gestellt. Zum Ausschluss anderer, möglicherweise gefährlicher Ursachen können in unklaren Fällen weitere Untersuchungen notwendig werden.

Behandlung

Die Inhalation von Sauerstoff, Migränemittel und das Erlernen einer Entspannungsmethode sind gegen die Schmerzen wirksam.

Standard in der Therapie ist die Inhalation von 100prozentigem Sauerstoff. In einer Dosis von sieben bis 10 oder 14 Litern pro Minute wird dabei über eine Gesichtsmaske – vorzugsweise im Sitzen mit vornüber geneigtem Kopf – Sauerstoff eingeatmet und so der Anfall unterbrochen.

Medikamentöse Behandlung

Die Migränemittelgruppe der Triptane kann ebenfalls angewendet werden. Das Arzneimittel kann vom Patienten selbst mittels einer Selbstinjektionsvorrichtung unter die Haut gespritzt oder als Nasenspray angewendet werden, denn in Tablettenform verabreicht, tritt die Wirkung wie bei den meisten anderen Schmerzmitteln erst dann ein, wenn der Anfall bereits vorüber ist. Während des Anfalls werden auch Nasensprays verwendet, die Lidokain enthalten. Diese Behandlung ist jedoch umstritten.

Vorbeugende Medikation ist dann gerechtfertigt, wenn die Schmerzattacken länger als zwei Wochen immer wiederkehren, oder die nächtlichen akuten Anfälle durch die anderen Medikamente nicht beendet werden können. Kortisone können dabei hilfreich sein. Sie werden zunächst in hoher Dosierung und dann ausschleichend über mehrere Tage verabreicht.

Bei einigen Patienten können Kalziumantagonisten und Lithium zur Anfallsvermeidung eingesetzt werden. Präparate mit dem Wirkstoff Valproinsäure können ebenso zur Vorbeugung angewandt werden. Aus neueren Studien geht hervor, dass Topiramat einen positiven Effekt auf die Vorbeugung des Clusterkopfschmerzes hat.

Antidepressiva werden nicht nur wegen Begleitdepressionen und Angst eingesetzt, sondern vor allem wegen ihrer direkt schmerzstillenden Wirkung.

Andere Maßnahmen

Das Erlernen von progressiver Relaxation kann Linderung bringen.

Heilungschancen

Die oben genannten Therapien können den Kopfschmerz zwar unterbrechen und die Cluster beenden, wirkliche Heilung bieten sie aber nicht. Ob und wann die Beschwerden wieder auftreten, kann nicht vorhergesagt werden; manchmal verschwinden sie für immer.



Redakteurin: Verena Ahne (Journalistin)
Aktualisierung: 09.11.2015, Elisabeth Tschachler (Journalistin)
Medizinisches Review: Dr. med. Francis Baudet (Schmerztherapie), Dipl.-Psych. Wolfgang Dumat (Schmerzbehandlung), Univ. Prof. Dr. med. Ulrich Egle (Psychologie), Univ. Doz. DDr. med. Josef Finsterer (Neurologie), Univ. Prof. Dr. med. Wolfgang Grisold (Neurologie), Univ. Prof. Dr. med. Hans-Georg Kress (Anästhesiologie)

Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.

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