Schlafstörungen

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Phasen schlechten Schlafs kennt jeder. Problematisch wird es, wenn sie nicht von selbst vorübergehen. Es gibt verschiedene Maßnahmen, wieder zu gutem, erholsamen Schlaf zu finden.

Schlecht zu schlafen ist ein häufiges Problem, jeder kennt es in der einen oder anderen Weise.

Die Ursachen sind sehr vielfältig und reichen von Stress, schlechten Schlafbedingungen, Schmerzen und Medikamenteneinnahme bis zu ernsteren, auch psychischen Krankheiten. Abgesehen von der Behandlung einer eventuell zu Grunde liegenden Erkrankung beginnt die Therapie immer mit Maßnahmen für einen guten Schlaf. Wenn diese nach einigen Wochen zu keinem Erfolg führen, kann die Einnahme von pflanzlichen schlaffördernden Mitteln helfen. Erst wenn die Schlafstörungen weiter anhalten, sind pharmazeutische Produkte sinnvoll. Wenn das Einschlafen oder Durchschlafen trotz Gegenmaßnahmen längere Zeit (einige Wochen) Probleme macht, handelt es sich um eine Schlafstörung, die untersucht werden sollte.

Das Schlafbedürfnis ist individuell recht unterschiedlich. Im Durchschnitt brauchen Erwachsene sechs bis acht Stunden Schlaf. Mit zunehmendem Alter ist es weniger, da reichen meist fünf bis sechs Stunden. Säuglinge hingegen brauchen 20 Stunden Schlaf über den Tag verteilt, Kinder zwischen zehn und zwölf Stunden.

Ursachen und Häufigkeit

Die Ursachen für schlechten Schlaf sind zahlreich, von Stress im Job über Schichtarbeit bis zu verschiedenen Krankheiten. Jeder Dritte hat Probleme beim Ein- oder Durchschlafen, Frauen häufiger als Männer.

Stress

Zu den häufigsten Ursachen für Schlafstörungen gehören Stress und seelische Probleme. Auch zu langes Arbeiten, vor allem am Computer und geistige Anstrengungen kurz vor dem Schlafengehen können zu Schlafstörungen führen. Lange Fernsehabende sind der Nachtruhe ebenso abträglich wie Alkoholmissbrauch, der zu einer Unterbrechung der REM-Phasen führt, Lärmbelastung und schlechte Luft im Schlafzimmer.

Jet-lag und Schichtarbeit

Ein unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus (Jet-lag, Schichtarbeiter) bringt die innere Uhr durcheinander. Schlafstörungen werden auch relativ häufig durch Schmerzen hervorgerufen, zum Beispiel Rückenschmerzen. Erkrankungen der Atemwege, Herzkrankheiten oder Magen-Darm-Krankheiten stören die Nachtruhe ebenso wie Augenerkrankungen, hormonelle Störungen, Juckreiz, Leber- und Nierenerkrankungen. Degenerative Erkrankungen des Zentralnervensystems wie Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose können ebenfalls Schlafstörungen auslösen, auch Epilepsien, Hirnschäden und Hirntumore sowie Krebserkrankungen.

Krankheiten

Wenn die Beweglichkeit durch Krankheit oder Verletzungen eingeschränkt ist, leidet meist der Schlaf darunter. Auch nach einer Operation kann es zu Schlafstörungen kommen. Manche Erkrankungen wie das Karpaltunnelsyndrom bereiten besonders in der Nacht Beschwerden. Es verursacht Kribbeln und Taubheitsgefühle in der betroffenen Hand. Das Restless-legs-Syndrom hält Menschen von der Nachtruhe ab, weil sie vor dem Einschlafen einen ungewöhnlichen Bewegungsdrang entwickeln. Verbunden ist er relativ häufig mit Gefühlen der Steifigkeit und Anspannung, mit Juckreiz und Schmerzen in den Beinen.

Medikamente

Medikamente können belebend wirken und dadurch die Schlafqualität beeinträchtigen. Dazu gehören zum Beispiel koffeinhaltige Schmerz- und Grippemittel, manche Präparate gegen Erkältung oder Asthma sowie bestimmte Appetitzügler. Auch bestimmte Antibiotika, Antihistaminika, Mittel gegen Bluthochdruck, aktivierende Antidepressiva, Kortikosteroide, Schilddrüsenhormone, Kreislaufmittel und Zytostatika stören den Schlaf. Missbrauch von Schlaftabletten zieht fast immer Schlafstörungen nach sich. Schlafstörungen treten auch bei einer Reihe von psychischen Krankheiten wie Depressionen, Angst- oder Essstörungen auf.

Einengung der Luftwege

Die Schlaf-Apnoe kann durch Einengungen der Luftwege begründet sein, die durch Fettpolster im Nasen-Rachen-Raum oder Fehlbildungen der Nasenscheidewand entstehen. Das macht sich vor allem im Liegen bemerkbar. Die Schlaf-Apnoe kann aber auch auf eine Störung der zentralen Regelung der Atmung beziehungsweise der dafür zuständigen Muskulatur zurückgehen.

Häufigkeit

Probleme beim Ein- und Durchschlafen betreffen bis zu ein Drittel der Bevölkerung, Frauen häufiger als Männer, die Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu. Nur das Schlaf-Apnoe-Syndrom ist eine Domäne der Männer. Zehn Prozent der Männer leiden daran, Frauen selten. Betroffen sind vor allem Männer mittleren und höheren Alters, in der Regel sind sie übergewichtig und haben überhöhten Blutdruck.

Vorbeugung

Die Maßnahmen zur Vorbeugung sind die gleichen wie zur Behandlung, sofern durch Stressabbau, bessere Schlafgewohnheiten und -bedingungen, entsprechende Ernährungsgewohnheiten und die richtige Einnahme von Medikamenten eine Besserung erzielt werden kann.

Beschwerden

Am häufigsten sind Schwierigkeiten beim Einschlafen, Aufwachen mitten in der Nacht oder sehr früh. Bei der Schlaf-Apnoe setzt die Atmung kurzzeitig aus.

Normalerweise durchläuft man in einer Nacht drei bis fünf Zyklen der verschiedenen Schlafstadien. Anfangs dominieren die Tiefschlafphasen, die später immer kürzer werden beziehungsweise gar nicht mehr auftreten. Umgekehrt werden die REM-Schlafphasen von Zyklus zu Zyklus immer länger. Die Bezeichnung REM leitet sich von den raschen Augenbewegungen (rapid eye movement) am Beginn her. In den REM-Schlafphasen sinkt die Muskelspannung während Blutdruck und Herzfrequenz steigen. Man träumt häufiger und meist sehr lebhaft mit sensorischen und visuellen Vorstellungen.
Ist der Schlaf in einer dieser Phasen gestört, können tagsüber zu anhaltender Müdigkeit, Leistungsabfall und Konzentrationsschwierigkeiten führen. Am Morgen fühlt sich der Betroffene müde und braucht eine lange Anlaufzeit. Der Betroffene leidet oft auch unter anderen körperlichen Beschwerden wie Kopfschmerzen. Libido- und Potenzstörungen können auftreten.

Einschlaf- und Durchschlafstörungen

Schlafen Menschen mit Einschlafstörungen doch endlich ein, wachen sie nach kurzer Zeit wieder auf und das Einschlafen wird noch schwieriger. Bei Durchschlafstörungen schläft der Betroffene zwar bald ein, wacht aber nach ein paar Stunden wieder auf. Dabei durchläuft er meist gerade eine der REM-Phasen, die besonders wichtig für die Verarbeitung der Ereignisse des Tages sind. Eine Störung dieser Schlafphase macht sich besonders unangenehm bemerkbar. Am nächsten Morgen fühlt sich der Betroffene wie gerädert.

Schlaf-Apnoe

Bei Schlaf-Apnoe setzt die Atmung während des Schlafs immer wieder aus oder wird zumindest deutlich schwächer. Die Atemstillstände können bis zu einer Minute dauern und zu einer bedrohlichen Unterversorgung mit Sauerstoff führen.

Mögliche Folgeerkrankungen und Komplikationen

Ein lange andauernder Schlafmangel kann die Ursache von Depressionen sein.

Lange anhaltende Schlafstörungen können zu Depressionen, automatischen Handlungen und Halluzinationen führen. Während des Tages besteht die Gefahr, dass die Müdigkeit die Betroffenen übermannt, weshalb das Steuern eines Fahrzeugs oder das Bedienen einer Maschine gefährlich sein kann.

Das Schlaf-Apnoe-Syndrom kann zu Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen führen. Das Risiko für Schlaganfall und für plötzlichen Herztod ist bei Personen mit Schlaf-Apnoe erhöht.

Diagnose

Eine gesicherte Diagnose wird in einem Schlaflabor gestellt, wo auch die Ursachen für die Schlafstörungen gefunden werden kann.

Besonders wichtig ist das Diagnosegespräch mit dem Arzt.

Mit einer Polysomnografie in einem Schlaflabor kann die Ursache für Schlafstörungen oft identifiziert werden. Der Betroffene wird während des Schlafs mit einer Infrarot-Kamera kontinuierlich überwacht, und es wird eine Reihe von Körperfunktionen gemessen. Mit dem Elektroenzephalogramm (Elektroenzephalografie) werden die Schlaf-Phasen registriert, ein Elektrookulogramm zeichnet die Augenbewegungen auf, ein Elektromyogramm (Elektromyografie) die Muskelaktivität und ein Elektrokardiogramm (Elektrokardiografie) den Herzrhythmus. Es gibt heute auch tragbare Geräte, mit denen eine Polysomnografie ambulant durchgeführt werden kann.

Auch beim Schlaf-Apnoe-Syndrom ist das Diagnosegespräch beim Arzt wesentlich, am besten gemeinsam mit dem Partner. Auch in diesem Fall kann eine Untersuchung im Schlaflabor sinnvoll sein. Dabei wird auch der Sauerstoffgehalt im Blut gemessen, oft auch der Luftstrom durch Nase und Mund. Auch die Atmungsfunktion kann untersucht werden. Fehlbildungen im Nasen-Rachen-Raum als Ursache der Atembehinderung können von einem HNO-Arzt diagnostiziert werden.

Behandlung

Es gibt verschiedene einfach Maßnahmen für einen guten Schlaf, die in vielen Fällen helfen. Erst wenn auch pflanzliche Präparate keine Wirkung zeigen, sollten pharmazeutische Mittel zum Einsatz kommen.

Wenn die Schlafstörung keine eindeutig identifizierbare Ursache hat, die eine gezielten Behandlung möglich macht, beginnt die Therapie am besten mit Maßnahmen für einen guten Schlaf. Erst wenn diese Methoden nicht zum Erfolg führen, ist eine medikamentöse Behandlung sinnvoll. Dabei machen am besten pflanzliche schlaffördernde Mittel den Anfang. Erst wenn auch diese nicht reichen, sind Schlafmittel angebracht. Eine medikamentöse Behandlung mit schlafanstoßenden, nicht gewöhnungsgefährlichen Antidepressiva ist auch bei Patienten zielführend, die keine manifesten depressiven Symptome haben.

Maßnahmen für einen guten Schlaf

  • Abschalten und den Tag abschließen. Es ist besser, keine Probleme mit ins Bett zu nehmen und schon gar keine Arbeit. Das Checken der E-Mails, aber auch von Facebook- oder Twittereinträgen auf Handy oder Tablet verhindert den Schlaf garantiert. Die LED-Displays sollen neueren Studien zufolge die Ausschüttung des schlaffördernden Hormons Melatonin bremsen.
  • Innere Ruhe fördert den Schlaf. Für mehr innere Ruhe kann auch ein regelmäßiger Tagesablauf sorgen. Abendrituale können viel zu einem guten Schlaf beitragen. Das kann ein Abendspaziergang sein, ein warmes Bad oder ein Schlaftrunk. Antialkoholische Getränke wie warme Milch oder Kräutertee sind generell besser, aber ein Glas Bier oder Wein sollten die Nachtruhe auch noch nicht stören. Wenn es mit dem Einschlafen nicht so recht funktionieren will, ist es besser, erst zu Bett zu gehen, wenn man wirklich müde ist. Später ins Bett gehen kann auch dann helfen, wenn man morgens zu früh aufwacht.
  • Langes Fernsehen vermeiden. Besonders nachteilig ist das Einschlafen vor dem Fernseher, weil man dabei in erhöhter Weckbereitschaft bleibt.
  • Stressbewältigung. Stress führt zu einer inneren Anspannung, bei deren Abbau Entspannungstechniken (Autogenes Training, Muskelentspannung nach Jakobson, Training zur Stressbewältigung) helfen können.
  • Ernährung. Mit einem zu vollen oder ganz leeren Magen schläft es sich schlecht, auch nach hohem Tee- oder Kaffeekonsum am Abend oder späten Nachmittag. Stärkerer Alkoholkonsum kann sich ebenfalls negativ auswirken: Alpträume und Durchschlafstörungen können auftreten.
  • Schlafbedingungen. Zu optimalen Schlafbedingungen gehören gute Betten und Matratzen, der Jahreszeit entsprechend nicht zu warme und nicht zu dünne Decken, ein gut gelüftetes und nicht zu warmes Schlafzimmer, möglichst ungestörte Ruhe und Dunkelheit.
  • Lesen statt Ärgern. Wenn man in der Nacht aufwacht und nicht wieder einschlafen kann, ist eine angenehme Betätigung besser, als sich im Bett zu wälzen.
  • Schlaftraining. Nur so lange im Bett bleiben, wie man in letzter Zeit auch wirklich geschlafen hat und den Wecker dementsprechend stellen. Hat man einige Nächte zumindest so lange gut durchgeschlafen, wird der Wecker eine halbe Stunde später gestellt. So kann die Schlafzeit sukzessive verlängert werden.

Medikamentöse Behandlung

Pflanzliche Wirkstoffe: Bei einigen pflanzlichen Wirkstoffen konnte der Nutzen bei Schlafstörungen auch in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen werden. Extrakte aus Baldrianwurzeln wirken gut gegen Einschlafstörungen. Das gilt aber nur für den europäischen Baldrian und nicht für Arten aus Mexiko und Indien. Extrakte aus Hopfenzapfen und Passionsblume wirken ebenfalls gegen Einschlafstörungen. Bei Melissenblättern, Lavendel- und Orangenblüten ist die Wirkung weniger ausgeprägt.

Erst wenn pflanzliche Präparate keinen Erfolg zeigen, sollten andere pharmazeutische Präparate zum Einsatz kommen. Seit einigen Jahren gibt es Präparate, die das schlaffördernde Hormon Melatonin enthalten. Während Melatonin in den USA als Nahrungsergänzungsmittel gilt und rezeptfrei abgegeben wird, sind die Mittel, in der EU rezeptpflichtig und nur zur kurzfristigen Behandlung bei Patienten ab 55 Jahren zugelassen.

Physikalische Therapie

Methoden der Physikalischen Medizin wie Vollbäder, Kneipp-Therapie, Arm- und Kniegüsse, Wassertreten, kalte Sitzbäder, Wadenwickel und Bewegungstherapie können zur Entspannung beitragen und so Schlafstörungen lindern.

Ergänzende Maßnahmen

Eine vollständige Auflistung und Einteilung der komplementärmedizinischen Verfahren in anerkannte, zweifelhafte, nicht allgemein anerkannte oder gesichert nutzlose therapeutische Verfahren ist angesichts der mangelhaften Datenlage kaum durchführbar. Eine Auswahl und Bewertung bestimmter Therapieformen wird aber dennoch angeführt: Diese Bewertung der Einschätzung kann sich in den nächsten Jahren sicherlich wieder verändern und stellt auch derzeit keine Konsensmeinung dar.

  • Zu den Naturheilverfahren, die gegen Schlafstörungen wirken können, gehören die Akupunktur und die Akupressur. Autogenes Training kann zur Entspannung beitragen und damit Schlafstörungen entgegenwirken.
  • Gegen Schlafstörungen werden auch unkonventionelle, wissenschaftlich nicht anerkannte Therapieverfahren eingesetzt, die aber von Einzelpersonen als hilfreich empfunden werden. Bei Schlafstörungen, die auf eine Störung der inneren Uhr zurückgehen – wie es zum Beispiel bei langjährigem Schichtdienst der Fall ist –, kann eine Photo- und Lichttherapie helfen. Methoden der Reflexzonentherapie können dann helfen, wenn die Schlafstörungen auf Schmerzen zurückgehen, die durch diese Methoden gelindert werden können.

Psychologische Betreuung

Bei anhaltenden Schlafstörungen ohne eine erkennbare zugrunde liegende Krankheit kann professionelle Unterstützung bei der Suche nach möglichen seelischen Ursachen helfen – und auch dabei, diese zu überwinden.

Heilungschancen

Der Großteil der Schlafstörungen kann wieder behoben werden, wobei zur anhaltenden Besserung eine Änderung gewisser Lebensgewohnheiten entscheidend beiträgt.



Redakteurin: Verena Ahne (Journalistin)
Aktualisierung: 09.11.2015, Elisabeth Tschachler (Journalistin)
Medizinisches Review: Univ. Doz. DDr. med. Josef Finsterer (Neurologie), Dr. med. Thomas Sycha (Pharmakologie)

Diese Informationen können den Besuch beim Arzt nicht ersetzen, sondern können Ihnen helfen, sich auf das Gespräch mit dem Arzt vorzubereiten. Eine Diagnose und die individuell richtige Behandlung kann nur im persönlichen Gespräch zwischen Arzt und Patient festgelegt werden.

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