Besser leben - Susanne Prosser

Ist Valentinstag eine Zumutung?

Der 14. Februar geht mehr Menschen auf die Nerven, als man glaubt. Sind Sie auch dabei?

Vor ein paar Jahren noch hatten die einen oder anderen am Valentinstag beim Einkaufen ein Blümchen mitgenommen. Im Vorbeigehen eben, wenn es sich so ergab. Valentinstag war so etwas wie ein Namenstag. Man wusste, dass er stattfand, aber eine besondere Bedeutung hatte er nicht. Heute ist das anders. Kaum ist Silvester vorbei, beginnt der Hype um Valentin. Schon Anfang Jänner werden Dinner-Arrangements beworben, Geschenkideen angepriesen und Tipps gegeben, wie man den Schatz am 14. 2. mit Venusmuscheln und Granatapfel wirkungsvoll verführen und ihn mit in Schokolade getränkten Erdbeeren sexuell in den Liebeswahnsinn treiben kann.

Das alles ist schön und gut für alle, die im Februar frisch verliebt oder in einer glücklichen Beziehung sind und am Valentinstag – der heuer tatsächlich auf einen Dienstag fällt – beruflich freigespielt sind. Doch wenn man sich vor Augen hält, dass jeder 3. in Österreich und Deutschland Single ist und jede zweite Ehe geschieden wird, muss es doch eine ganze Reihe an Menschen in diesem Land geben, die sich am Valentinstag nur wegen des medialen Traras nicht geliebt, sondern einfach nur ausgeschlossen und damit richtig mies fühlen. Da muss man sich schon fragen: Was soll das eigentlich?

Wie finden die Millionen Singles in Österreich und Deutschland den Valentinstag?

Kaum mögen diese vielen Singles und unglücklichen Paare die Weihnachtszeit mehr oder weniger heil oder unheil überstanden haben, geht das ganze Theater schon wieder von vorne los. Nicht nur, dass man sich als Single, frisch Getrennte(r) oder Geschiedene(r) mit hoher Wahrscheinlichkeit angesichts der liebesmäßigen Reizüberflutung in den Medien so richtig als Außenseiter fühlen mag – auch, wenn man ob der oben genannten Single-Zahlen ja gar kein solcher Außenseiter ist, sondern eher die statistische Norm erfüllt.  Auch, wenn man sich in einer Beziehung befindet, fühlt sich womöglich genauso sonderbar, wenn man nicht eben mal 800 Euro für ein mehrtägiges, bombastisches Gourmet- und Wellnesspackage mit seinem Darling springen lassen will. Oder kann. Oder als Mann eben nicht nicht das nötige Kleingeld hat, um seinem Schätzchen am 14. Februar mal schnell einen Brillantanhänger als Zeichen seiner Liebe zu vermachen.

Gerade zum Valentinstag sollte man bewusst machen, dass nicht alle Menschen automatisch und wie selbstverständlich in einer Beziehung und darin auch noch glücklich sind. Ein guter Teil unserer Gesellschaft – wenn es nicht sogar der überwiegende ist – ist es nicht. Und meiner Meinung nach braucht eine ebensolche glückliche Beziehung, in der es nicht nur Höhen, sonder nimmer auch viele Tiefen gibt, nicht die Bestätigung ihrer selbst ausgerechnet am 14. Februar. Vielmehr lebt sie von den gemeinsamen und ganz persönlichen Momenten im Stillen, die ein Paar gemeinsam und erlebt und verbindet. Sei es der Jahrestag, der Geburtstag der Partner oder ihrer Kinder. Und auch, wenn man an diesen Tagen nichts auf Social Media dazu postet, heißt es nicht, dass diese Tage nicht stattgefunden haben oder eine besondere Bedeutung haben. Weil sie eben ganz privat und sehr persönlich sind.

Fazit Valentinstag:

Lassen Sie sich von dem Marketinghype und den vielen, vermeintlich ach so glücklichen Paaren und ihren Social Media Postings nicht verunsichern oder gar entmutigen. Schöne Beziehungen zeichnen sich nicht durch das Tamtam am Valentinstag aus. Und wenn Sie Single sind, heißt es nicht, dass Sie ohne Partner bleiben werden, wenn Sie das nicht wollen. Schauen Sie auf sich und tun Sie sich etwas Gutes – alles andere wird kommen.

Fotocredit: iStock/StefanieFrey


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Regina Farias

Dr. Regina Farias

Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin

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