Gesund im Job - Doro Raht

Mitarbeiterbindung beginnt bei der Einstellung

Eine hohe Mitarbeiter-Fluktuation bedeutet hohe Kosten, einen permanenten Verlust von Know-how und kann langfristig sogar den Unternehmenserfolg gefährden. Retention-Management, also Maßnahmen zur Bindung von Mitarbeitern, werden immer wichtiger in Zeiten des Fachkräftemangels und internationaler Konkurrenz um gutes Personal. Mitarbeiterbindung sollte bereits bei der Einstellung neuer Bewerberinnen und Bewerber starten. Wir zeigen Ihnen wie…

Mitarbeiterauswahl vorausschauend treffen

Durch den Fachkräftemangel haben es besonders kleine und mittlere Unternehmen schwer, ausgezeichnetes Personal zu gewinnen. Aber auch das Halten der Mitarbeitenden ist durch die Konkurrenz und Jobmobilität extrem schwer geworden. Setzen Sie mit Ihrem Retention-Management deshalb bereits bei der Auswahl der Bewerberinnen und Bewerber an. Stellen Sie sich bei allen Bewerberinnen vor, ob diese auch langfristig zufrieden in Ihrem Unternehmen werden können. Hierfür ist es wichtig, die Erwartungen der Interessenten an ihre Arbeit zu verstehen sowie ihre beruflichen Perspektiven. Werden die Erwartungen nicht erfüllt, führt dies zu Enttäuschung und oftmals zur Kündigung. Prüfen Sie also sorgfältig, ob die Erwartungen realistisch in Ihrem Unternehmen erfüllt werden können. Können Sie den Bewerbern ihre jeweiligen Wunschperspektiven in der Zukunft bieten?

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind zufrieden in Ihrem Job, wenn Sie sich gefördert und gefordert fühlen. Es ist aber ebenso wichtig, dass sie sich kompetent für den Job fühlen. Wenn Sie den Eindruck gewinnen, eine Person könnte durch die Aufgabe überfordert sein, legen Sie also mit deren Einstellung den Grundstock zu späterer Unzufriedenheit – und riskieren eventuell eine spätere Kündigung.

Sozial kompetente Mitarbeitende suchen

Wichtig bei der Auswahl von Bewerberinnen und Bewerbern ist außerdem die Zusammensetzung der Teams. Für die Identifikation mit einem Unternehmen ist die soziale und emotionale Einbindung sehr wichtig. Und eine hohe Identifikation mit dem Arbeitgeber führt zu einer niedrigen Kündigungsquote. Achten Sie bei der Einstellung neuer Angestellter also darauf, dass dabei auch sozial-kompetente Menschen sind. Diese binden andere Arbeitnehmer ein und so entsteht eine angenehme Arbeitsatmosphäre. Das Personal fühlt sich gut aufgehoben und geht gerne zur Arbeit.

Begeisterungsfähige Menschen stecken andere oft mit ihrer Begeisterung an. Enthusiastische Mitarbeiter und Teamplayer unterstützen das Betriebsklima positiv. Denken Sie bei der Auswahl der Angestellten deshalb auch an das gesamte Team und die Zusammensetzung in Hinsicht auf soziale und emotionale Kriterien. Ein Team mit einem hohen fachlichen Wissen, aber geringen sozialen Kompetenzen, kann sich schwertun eine gute Arbeitsatmosphäre zu bilden. Dadurch kann die Mitarbeiter-Fluktuation steigen.

Retention-Management meets Millennials

Besonders die junge Generation – die Millennials – sind auf der ganzen Welt zu Hause, mobil und haben eine hohe Job-Fluktuationsrate. Viele Millennials legen Wert auf persönliche Weiterentwicklung und streben Führungspositionen an. Ihnen ist wichtig, dass sie etwas Sinnvolles tun, zum Beispiel sich für ökologische oder soziale Verbesserungen einsetzen. Zum Senken der Mitarbeiter-Fluktuation ist darum ein Umdenken erforderlich: Obstkörbe oder ein Betriebssport-Angebot alleine, halten keine Millennials in einer Firma. Es gilt vielmehr ganzheitliche, sinnvolle Arbeitsfelder zu schaffen.

Das Arbeitsumfeld sollte das Ziel haben, dass sich die Mitarbeitenden sozial, psychisch und physisch gut aufgehoben fühlen. Hierfür gehört auch eine individuelle Förderung der Mitarbeiterinnen, statt allgemeiner Angebote für alle. Durch regelmäßige individuelle Feedbackgespräche kann eventuelle Unzufriedenheit rechtzeitig erkannt und gegengesteuert werden. Auch die individuellen Bedürfnisse und Perspektiven der Mitarbeitenden kommen zur Sprache. So können Sie dann individuell auf die jeweiligen Mitarbeiter eingehen und fördern die Mitarbeiterbindung.

Individuelle Mitarbeiterbindungs-Maßnahmen

Der eine Arbeitnehmer braucht zur Zufriedenheit vielleicht eine Weiterbildung, da er sich in einem seiner Aufgabenbereiche nicht kompetent genug fühlt. Eine andere möchte innerhalb des Unternehmens den Arbeitsbereich wechseln. Wieder ein anderer möchte die Möglichkeit manchmal von zu Hause zu arbeiten, zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Durch persönliche Mitarbeiterbindungs-Maßnahmen können Sie die Zufriedenheit der Arbeitnehmer oftmals effektiver steigern als durch allgemeine Angebote an alle, wie Yoga im Büro, Umsonst-Wasser und Kaffee und ähnliches. Dadurch kann vielen Kündigungen vorgebeugt und gutes Personal gehalten werden.

Diese neue Haltung Ihrem Personal gegenüber können Sie bereits beim Vorstellungsgespräch vermitteln – und damit ausgezeichnete Bewerber beeindrucken. Denn Mitarbeiterbindung beginnt (im doppelten Sinne) bei der Einstellung!

Fotoquelle: (c) iStock.com/cyano66


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MMag. Janina Pollak

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