Beruf und Karriere - Pascal Bandra

Leistungskurve im Arbeitstag: Hören Sie auf Ihren Biorhythmus!

Heute schon die Kurve gekriegt? Ganz bestimmt, denn ob wir wollen oder nicht: jeder Mensch hat eine bestimmte Leistungskurve im Tagesverlauf. Diese “Kurve” beschreibt die Leistungsschwankungen, die der jeweilige Organismus im Laufe des (Arbeits-)Tages hat und die großen Einfluss auf unsere Aktivitäten ausüben kann.

Je nach individuellem Biorhythmus kann die Leistungskurve sehr unterschiedlich ausfallen. Wie britische Forscher herausgefunden haben, hängt das Leistungsniveau stark von der Tageszeit ab. Damit ist keine bestimmte Tageszeit gemeint, sondern die Zeit des Tages, an der Ihr Biorhythmus auf Hochtouren läuft. Bei Ihnen kann das z.B. um 11 Uhr vormittags sein, bei Ihrer Nachbarin um 13 Uhr mittags. Wie die britischen Forscher am Beispiel von Leistungssportlern herausgefunden haben, beschreibt die Leistungskurve Schwankungen der Leistungsfähigkeit im Tagesverlauf von über 25 Prozent! Das ist jede Menge und macht womöglich bei bestimmten Aktivitäten den entscheidenden Unterschied.

Es gibt eine typische Leistungskurve

Die Leistungskurve im Arbeitstag kann früher oder später einsetzen. Je nach Biorhythmus werden Typen unterschieden, die morgens früher, später oder dazwischen fit werden – viele kennen die Diskussionen darum, dass der frühe Schul-/Arbeitsanfang nicht allen Kindern bzw. Arbeitenden gerecht wird. Tatsächlich gibt es so etwas wie eine “durchschnittliche Leistungskurve”, die auf viele Menschen zutrifft: Demnach ist die Leistungsfähigkeit morgens zwischen 9 und 10 Uhr und nachmittags zwischen 16 und 17 Uhr auf Höchstniveau – morgens vor allem die geistige und nachmittags vor allem die körperliche Leistungsfähigkeit. Auch wenn der Biorhythmus vieler Menschen derart gepolt ist, auf alle trifft das nicht zu. Wer beispielsweise kein Frühaufsteher-Typ ist, für den verschiebt sich die Leistungskurve im Arbeitstag entsprechend um eine oder mehrere Stunden – und dann sollten wichtige Tätigkeiten, die eine hohe Konzentration erfordern, möglichst nicht zu früh gelegt werden.

Wann sind Sie am leistungsfähigsten?

Es macht also Sinn, sich Gedanken über die persönliche Leistungskurve zu machen und die Aktivitäten im Tagesverlauf entsprechend zu strukturieren. Je nach familiären und beruflichen Anforderungen geht dies natürlich nicht komplett. Aber häufig besteht mehr Gestaltungsspielraum als gedacht – so kann zum Beispiel die morgendliche Joggingrunde nach Feierabend gelegt werden, um nur ein kleines Beispiel zu nennen. Auch innerhalb des Arbeitstages können häufig bestimmte Tätigkeiten zeitlich “getauscht” werden. Oder es wird mit dem Chef ein anderer Arbeitsbeginn vereinbart: Wenn Sie stets früh fit und munter sind, warum sollten Sie nicht eine Stunde früher anfangen zu arbeiten? Wenn es Ihnen gelingt, den Arbeitstag entsprechend der persönlichen Leistungskurve zu gestalten, ist das nicht nur persönlich ein großer Vorteil. Auch für den Job bzw. Arbeitgeber kann es ein effizienteres Arbeiten bedeuten.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Leistungskurve im Arbeitstag gemacht?

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