Stress - Nicole Inez Fuchs

Ich kann nicht mehr, was soll ich tun? 5 Tipps aus der Krise

“Ich kann nicht mehr” – Ein Gedanke, der in unserer leistungsorientierten Gesellschaft kaum ausgesprochen wird. Wir sind es gewohnt, zu funktionieren, kaum Schwäche zu zeigen und schon gar nicht zu sagen “Ich bin am Ende”. Auf die Frage “Wie geht’s dir”, erwarten wir die Antwort “Danke gut, dir?” So war es auch bei Gerhard. Er hat sich über Jahre verausgabt, bis er eines Tages einfach nicht mehr konnte – er war mental und körperlich am Ende. Seine Diagnose Burnout. Wenn er nun zurückblickt, hätte er damals einiges anders gemacht, um ein Burnout zu verhindern. In diesem Artikel finden Sie 5 Tipps, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen alles zu viel wird.

Ich kann nicht mehr – Und du?

Überlegen Sie mal, wie oft hat Ihnen eine Person schon offen und ehrlich gesagt: “Mir wird alles zu viel?” Wahrscheinlich nicht viele. Dennoch steigt die Zahl der Menschen, die etwa von Burnout oder Depressionen betroffen sind. Kaum jemand spricht darüber, wenn es einem nicht gut geht. Dabei wäre es enorm wichtig, auch auf seine Psyche achtzugeben. Mehr noch: Es ist eine wichtige Erkenntnis, zu merken “Ich kann nicht mehr”. Warum? Somit können Sie sich eingestehen, dass irgendwas in Ihrem Leben verändert werden sollte. Wenn Sie Überforderung fühlen und ihre Gedanken immer negativer werden, ist Handeln angesagt. Sei es in Form von Hilfe durch einen Experten oder durch Schritte aus der Krise.

Warum fühle ich mich überfordert?

Sich überfordert fühlen – Dieses Gefühl oder dieser Gedanke kommt uns allen bekannt vor. Es gibt einfach Situationen im Leben, die uns vor Herausforderungen stellen. Auch neue Situationen können in uns Überforderung auslösen, das ist ganz normal. Manchmal jedoch kommen wir an einen Punkt, wo “nichts mehr geht”, wo wir einfach nur noch denken “ich kann nicht mehr”.

Der Gedanke “Ich kann nicht mehr” hat eine Vorgeschichte. Bei Gerhard war es so, dass er sich in seinem Job verausgabt hat, sein Sohn auf die Welt kam und er außerdem Vorstand in einem Verein war. Ruhe und Erholung waren Fremdwörter für ihn. Da er selten zuhause war und wenn, müde und schlapp, führte das oft zu Streit. Er fühlte sich überflutet von Reizen, Verantwortung und Stress. Die stressenden Faktoren überwogen jene, die ihn wieder Kraft gaben.

Was kann ich tun, wenn mir alles zu viel ist? 5 Tipps

1. Ich kann nicht mehr – aber warum nicht?

“Ich kann nicht mehr” ist ein warnender Gedanke an uns selbst, aber gleichzeitig jedoch ein sehr allgemeiner. Was konkret löst in Ihnen das Gefühl der Antriebslosigkeit und Erschöpfung aus? Was konkret bereitet Ihnen Sorgen und stresst Sie? Welche Dinge lösen bei Ihnen Überforderung aus? Finden Sie so genau wie möglich heraus, welche Themen Ihnen Kopfzerbrechen bereiten. Falls Sie noch nicht wissen, wie es um Ihre vitale Erschöpfung bestellt ist, können Sie das hier rausfinden.

2. Finden Sie Ihre Stressfaktoren

Dazu gehört auch, dass Sie herausfinden, welche Stressfaktoren in Ihrem Leben sind:

  • Bringt Sie Ihr Job ins Burnout?
  • Gibt es in der Familie immer wieder Streit?
  • Fühlen Sie sich in der Partnerschaft zu wenig unterstützt?
  • Haben Sie sich selbst zu viele Verpflichtungen aufgehalst?

Die Liste kann endlos weitergeführt werden und ist sehr individuell. Finden Sie heraus, warum Sie denken “Ich bin am Ende” und woher Ihre Antriebslosigkeit kommen könnte.

3. Alles zu viel – Ändern Sie, was Sie ändern können

“Mir ist alles zu viel”. Differenzieren Sie diesen Gedanken. Denn, wenn Sie denken “alles”, dann überfordert Sie das umso mehr. Denken Sie schrittweise und detailliert. Wenn Sie jene Faktoren und Situationen herausgefunden haben, die bei Ihnen zu Erschöpfung, Antriebslosigkeit und Stress führen, können Sie diese anpacken. Starten Sie bei einem Thema, bei jenem, das Ihnen am meisten Sorgen bereitet.

Beispiel: Gerhard hatte eine 80-Stunden-Woche. Die Arbeit war also sein größter Stressfaktor. 1. Arbeitete er zu viel, was Ihn letztendlich ausgebrannt hat. Daraus folgte 2., dass er sich mit seiner Frau stritt, da sich diese mit der Erziehung des Kindes alleingelassen fühlte. Es gesellten sich noch mehr Faktoren hinzu. Somit hatte Gerhard weder in der Arbeit noch im Privatleben Zeit für Erholung, was Ihn letztendlich ins Burnout schlittern ließ. Nachdem er begann, sich bei einer Online-Beratung mit einem Psychologen auszutauschen, wurde ihm klar, wo der Ursprung seines Problems lag: Er musste seine Arbeitszeiten reduzieren, wodurch sich seine gesamte Lebenssituation entspannte.

4. Akzeptieren, was man nicht ändern kann

Ich kann nicht mehr – Diese Aussage mag vielleicht auf Ihren inneren Gemütszustand zutreffen. Jedoch nicht darauf, dass Sie akzeptieren können, was Sie ohnehin nicht ändern können. Oftmals stressen uns Dinge, die wir ohnehin nicht ändern können am meisten. Bei Gerhard war es der Verein. Dort spielten sich viele Szenarien ab, auf die er keinen Einfluss hatte. Dennoch bereiteten sie ihm Sorgen und lösten Stress aus. Wir alle haben Dinge, über die wir uns immer wieder ärgern, aber nicht ändern können. Seien Sie sich bewusst: Was man nicht ändern kann, kann man nur akzeptieren. Ist man nicht verpflichtet, in der Situation zu bleiben, sollte man diese verlassen.

5. Ich kann nicht mehr – Achten Sie auf Ruhepausen

Pausen, Urlaub und Freizeit sind für Menschen wie bei technischen Geräten das Laden des Akkus. Zwingend notwendig, damit es wieder funktionstüchtig ist. Egal, ob Sie dreifache Mutter und voll berufstätig sind oder ob Sie alleinstehend und kinderlos sind: Sie brauchen Ruhe und Erholung. Zeit für sich, in der es nichts gibt, außer Ruhe und Entspannung. Schalten Sie ab von der Welt um sich, Sie werden merken, es geht Ihnen danach besser. In diesem Beitrag finden Sie Tipps, wie Sie sicherstellen, dass Sie sich regelmäßig Auszeiten nehmen.

In der Grafik finden Sie eine Zusammenfassung der Tipps gegen Überlastung:

Ich kann nicht mehr - 5 Tipps

Verurteilen Sie sich nicht, wenn Sie fühlen “ich kann nicht mehr”. Es ist ein Zeichen dafür, dass Sie bewusst wahrnehmen können, dass etwas nicht stimmt. Folgen Sie diesem Zeichen und ändern Sie etwas an Ihrem Zustand. Nicht immer muss das alleine sein. Wenn Sie den Verdacht hegen, Burnout oder Depressionen zu haben, gibt es viele Möglichkeiten, um sich wieder besser zu fühlen. Unsere Online-Beratung kann Sie ebenfalls dabei unterstützen.

Quellen:
www.emotion.de/de/erfahrungsberichte/wenn-die-seele-nicht-mehr-kann-6191
www.selbst-management.biz/ich-kann-nicht-mehr-was-tun-8-schritte-plan

Fotoquelle: www.pexels.com/@andrew

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