Mentale Gesundheit - Nicole Inez Fuchs

Kognitive Verhaltenstherapie: Ablauf und Wirkungsweise

Vielleicht haben auch Sie sich schon einmal mit dem Thema Psychotherapie auseinandergesetzt. Wenn ja, dann ist Ihnen bestimmt aufgefallen, dass es verschiedene Methoden gibt. Jede von ihnen hat eine andere Herangehensweise und einen anderen Schwerpunkt. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über die Kognitive Verhaltenstherapie. Sie ist die am häufigsten untersuchte und verbreitetste Form der Psychotherapie.

Kognitive Verhaltenstherapie – Was ist das?

Bei der Kognitiven Verhalten (KVT) handelt es sich um eine Kombination aus kognitiver Therapie und Verhaltenstherapie. Würden Sie sich nun für diese Art der Unterstützung entscheiden, hätte diese ein konkretes Ziel. Nämlich, dass Sie sich über Ihre Gedanken, Einstellungen und Erwartungen bewusst werden. Dabei geht es konkret darum, dass Sie “falsche” und belastende Überzeugungen erkennen und ändern. Die KVT geht davon aus, dass vor allem die Bedeutung, die wir Dingen geben, belastend ist. Somit wird Ihr Wohlbefinden von Ihren Gedanken, Gefühlen und schließlich Ihrem Verhalten beeinflusst.

Wie eine Kognitive Verhaltenstherapie funktioniert

Wir alle haben das ein oder andere destruktive Denkmuster. Wenn dieses jedoch in eine psychische Krankheit mündet, ist Hilfe wichtig. Ein solches Denkmuster wäre zum Beispiel die “Übergeneralisierung”. Dabei wird aus einem negativen Ereignis verallgemeinert und auf ähnliche Situationen übertragen. Auch die “Katastrophisierung” fällt unter solche Muster. Hier werden übertriebene Schlussfolgerungen über ein beunruhigendes Ereignis gezogen. In der Kognitiven Verhaltenstherapie lernen Sie, destruktive Gedanken in realistische, weniger schädliche Gedanken umzuwandeln. Außerdem lernen Sie, Herr über Ihre Gedanken zu werden. Hauptziel ist es, dass Sie bald wieder ohne therapeutische Hilfe leben können.

Wann eine KVT besonders geeignet ist

Bei Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen sowie Suchterkrankungen wird sie besonders oft eingesetzt. Besonders deshalb, weil man davon ausgeht, dass diese Störungen eng mit destruktiven Gedankenmustern zusammenhängen. Auch bei körperlichen Erkrankungen wie Tinnitus, Rheuma oder chronischen Schmerzen kommt sie zum Einsatz. Dabei geht es immer darum, seine Lebensqualität durch neue Denkweisen zu erhöhen. Die Kognitive Verhaltenstherapie setzt im Hier und Jetzt an. Sie ist also besonders dann geeignet, wenn Sie Ihre Problem jetzt anpacken wollen. Anders als etwa die Psychoanalyse, beschäftigt sich die KVT nicht tiefergehend mit der Vergangenheit.

Wie eine Kognitive Verhaltenstherapie abläuft

In einem ersten Gespräch werden die aktuellen Problem besprochen. Sie können dabei Ihre Wünsche und Erwartungen äußern. Darauf basierend folgt ein Therapieplan und Behandlungsziele. Oft ist es Teil der Kognitiven Verhaltenstherapie, dass Sie Ihre Gedanken in einem Tagebuch notieren. Gemeinsam mit dem Therapeuten wird dann geschaut: Ist Ihre Einschätzung der Dinge realistisch? Was passiert, wenn Sie in einer bestimmten Situation anders handeln als sonst? Probleme und Fortschritte werden regelmäßig besprochen. Eine KVT ist verhältnismäßig relativ kurz. Je nach Problem braucht es zwischen zehn und 30 Sitzungen.

Methoden aus der Therapie

In den Sitzungen kommen verschiedene Methoden zum Einsatz. Darunter fallen neben Gesprächen: Entspannungs- und Konfrontationsverfahren, Vorstellungsübungen und systematische Desensibilisierung. Zudem gibt es zwischen den Einheiten immer wieder Hausaufgaben. So können destruktive Gedanken umgedeutet werden:

  • Katastrophisieren: Dabei wird sich in jeder Situation der worst case ausgemalt. Beispiel: “Wenn ich den Job kündige, werde ich nie wieder einen neuen finden.” Hilfreiche Umdeutung: “Es wird sich etwas Neues ergeben.”
  • Schwarz-Weiß-Denken: Erfahrungen werden entweder als gut oder schlecht bewertet. Beispiel: “Wenn ich das nicht schaffe, bin ich ein Versager.” Hilfreicher Gedanke: “Auch wenn ich das nicht schaffe, gibt es viele Dinge, die ich gut gemacht habe.”
  • Gedankenlesen: Die Person unterstellt anderen negative Gedanken sich selbst gegenüber. Beispiel: “Mein Partner denkt, ich bin zu langweilig.” Nützlicher Gedanke: “Solange mein Partner gerne mit mir Dinge unternimmt, wird dem nicht so sein.”

Sollten Sie ebenfalls in Gedankenmustern gefangen sein, scheuen Sie sich nicht, Unterstützung zu holen. Wenn Sie ehrlich zu sich selbst sind: Was ist besser: Zehn bis 30 Stunden seine Probleme anpacken oder ein Leben lang leiden?

Quellen:
https://www.sgvt-sstcc.ch/fuer-ratsuchende/verhaltenstherapie
https://www.gesundheitsinformation.de/kognitive-verhaltenstherapie.2136.de.html

Fotocredits: iStock.com/ilkercelik

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