Besser leben - Sandra Linde

Tierische Hilfe bei Depressionen

Tiere wirken sich positiv auf die allgemeine Zufriedenheit aus und fördern entscheidend das Wohlbefinden. Sie können aber auch bei Depressionen eine große Stütze sein.

Depressive Menschen ziehen sich häufig von ihrem sozialen Umfeld zurück. Sie haben keine Interessen mehr und keine Kraft, ihren Alltag zu bewältigen. Das Selbstwertgefühl ist angeschlagen. Betroffenen fühlen sich wertlos. Tiere begegnen dem Menschen ohne Vorurteile, sie bewerten nicht. Sozialer Status, Aussehen und der gesundheitliche Zustand eines Menschen haben keinen Einfluss auf ihre Freundlichkeit und Zuneigung.

Vor allem die bedingungslose Zuneigung wirkt sich auf Menschen mit Depressionen äußerst positiv aus. Betroffenen fühlen sich wieder angenommen und können so ihr Selbstwertgefühl langsam wieder aufbauen.

Struktur im Alltag gegen Depressionen

Besonders, wer einen Hund als Haustier hat, bekommt durch diesen automatisch eine bessere Struktur im Alltag. Das regelmäßige Spazierengehen, wenn der Hund raus muss, und die Futtergabe sorgen routinierte Abläufe. Das hat mehrere Vorteile: zum einen werden Menschen mit Depressionen daran gehindert, den ganzen Tag im Bett zu verbringen. Oft ist die Antriebslosigkeit so stark ausgeprägt, dass Betroffene tagelang das Bett nicht verlassen würden. Zum anderen ist die Bewegung an der frischen Luft, erwiesenermaßen gesund für Körper und Seele. Und zusammen mit einem Hund macht ein Spaziergang wirklich Spaß.

Streicheleinheiten für die Seele

Das Körperliche spielt bei einer Depression auch eine wichtige Rolle. Da sich Betroffene oft selbst nicht mehr spüren, sich eher wie gelähmt fühlen, ist das Kuscheln mit einem Haustier sehr heilsam. Außerdem ist es natürlich wunderbar, wenn man nach Hause kommt und an der Tür von seinem tierischen Freund freudig erwartet wird. Die Kommunikation verbaler und nonverbaler Art wirkt der Einsamkeit entgegen, in die sich depressive Menschen oft durch ihren Rückzug freiwillig begeben. Tiere reagieren jedes auf seine Art, aber wer eine gute Beziehung zu seinem Haustier aufbaut, kann die Zeichen lesen und in ständigem Kontakt zum Tier stehen.

Natürlich sollten optimale Rahmenbedingungen gegeben sein, um ein Haustier zu halten. Wer selbst kein Haustier halten kann oder darf, hat immer noch die Möglichkeit ehrenamtlich in einem Tierheim in seiner Nähe tätig zu sein. In vielen Kliniken gibt es mittlerweile auch eine tiergestützte Therapie bei Depressionen.

Fotocredit: (c) iStock.com/fcscafeine


Die Artikel im Instahelp Online-Magazin leben von persönlichen Geschichten und Erfahrungen. Wir möchten unseren Autoren die Freiheit geben, Ihre eigenen Gedanken zu äußern. Die Artikel bringen somit die persönliche Meinung der Autoren zum Ausdruck und spiegeln nicht unbedingt die Meinung von Instahelp wider.


Instahelp unterstützt Sie in schwierigen Lebenslagen

Online-Beratung durch Psychologen


Christine Stöger-Knes

Mag. MSc Christine Stöger-Knes

Klinische Psychologin und Gesundheitspsychologin

Schreiben Sie sich Ihre Sorgen von der Seele.
Ich unterstütze Sie auf Ihrem Weg und freue mich auf Ihre Nachricht.

Schreiben Sie mir
Weitere Online-Psychologen anzeigen

Ähnliche Artikel

Depression

Die dunkle Seite der Macht: Die Geschichte meiner Depression

Ich nenne sie „die dunkle Seite der Macht“, denn eine Depression ist wahnsinnig dunkel und hat e

mehr erfahren
Depressionen erkennen

Wie erkennt man eine Depression und was kann man tun?

Laut dem deutschen Bundesministerium für Gesundheit leiden weltweit etwa 350 Millionen Menschen unt

mehr erfahren
Wie Angehörige mit Depressionen umgehen

Umgang mit Depressionen: Tipps für Angehörige

Bei Menschen mit Depressionen spielt das soziale Umfeld eine wichtige Rolle. Sei es die Familie, Fre

mehr erfahren

Wir sind für Sie da! ×
Herzlich willkommen bei Instahelp. Haben Sie ein persönliches Anliegen oder Fragen zu Instahelp? Wir helfen Ihnen gerne weiter.
Wir freuen uns auf Ihre Nachricht und antworten Ihnen innerhalb von zwei Minuten.