Psychologische Online-Beratung - Annette Wallisch-Tomasch (Instahelp Psychologin)

Wie starte ich gut ins neue Jahr?

Was kann ich tun, damit ich das alte Jahr gut abschließen kann? Was will ich unternehmen, um das neue Jahr willkommen zu heißen?

Viele Menschen nutzen den Jahreswechsel für einen Neubeginn. Für Bewertung des Geschehenen, für eine Bilanz von Gut und Schlecht. Manches Mal macht es Angst, dort hinzusehen. Verfolgen uns die Misserfolge und Rückschläge? Können wir Erfolge wirklich auf unser Konto verbuchen? Sind wir mit uns zufrieden?

Meist ist es so, dass wir das NICHT GUT GENUG auf unserer Stirn stehen haben. So setzen wir uns allerlei neue Vorsätze auf den Servierteller des Neuen Jahres. Daneben liegt aber nur unnützes Besteck, und so wundern wir uns, dass wir nicht vorankommen.

Woran könnte das liegen?

Haben Sie sich schon mal ernsthaft gefragt, für wen oder was Sie sich etwas vornehmen? Für die Vorgesetze? Den Partner? Die Mutter? Ihre Nachbarn? Für bessere Ergebnisse…? Oder geht es nicht ein klein wenig auch um SIE persönlich? Aber nein, das wäre doch selbstsüchtig. Lieber schrauben wir an den anderen herum, bis es passend erscheint. Oder wir verbiegen uns, damit wir passender scheinen. Beides ist ja eher eine ungesunde Lösung.

Was wollen Sie denn wirklich? Sie, mit Ihrem Leben. Ihren Talenten und Fähigkeiten?

Zeit für eine Bilanz mit Selbstliebe im Gepäck

An erster Stelle steht die Dankbarkeit. Für alles, was ich habe, was mir gegeben wurde, was mir gelungen ist. Dann erst der Blick auf das, was ich noch verändern möchte. Bewegen möchte. Und hier liegt meistens der Hund begraben: Wir sehen nur die Probleme und nicht die Lösung dazu. Nur den Mangel, nicht die zu schulende Fähigkeit.

Nutzen Sie die Erkenntnisse aus dem systemisch-pädagogischen Ansatz („Ich schaff‘s“ nach Ben Furman) und gehen Sie schrittweise vor:

  1. Beschreiben Sie, was Sie verändern wollen. Welche Fähigkeit wäre das? Welchen Nutzen hätte diese Fähigkeit für Sie?
  2. Benennen Sie diese Fähigkeit mit persönlichen Worten, nutzen Sie ein starkes, bildhaftes Symbol für den Alltag.
  3. Beschreiben Sie konkret die Verhaltensweisen, die mit der Fähigkeit verbunden sind.
  4. Setzen Sie diese in kleinen, überschaubaren Situationen in die Tat um. Dann erst ausweiten!
  5. Wählen Sie Vertraute aus, die als Unterstützer für Ihr neues Verhalten dienen werden.
  6. Lassen Sie sich von Ihnen sagen, warum sie an Sie glauben.
  7. Vereinbaren Sie mit Ihnen Zeichen, wie sie erinnert werden wollen, wenn Sie ihr „altes Verhalten“ wieder zeigen.
  8. Machen Sie Ihr „neues Ding“ öffentlich. Zeigen Sie, was Sie vorhaben.
  9. Tun Sie‘s einfach. Üben, ausprobieren, anwenden.
  10. Planen Sie eine Feier, eine Würdigung ihrer Anstrengung. Ein Ritual als Belohnung für erste Zielerreichung.
  11. Feiern Sie!
  12. Erzählen Sie von Ihren Erfolgen. Ermutigen Sie andere dazu, es Ihnen gleichzutun. Seien Sie Vertrauter der Ermutigung für Veränderung.

Wenn Sie das alles zu anstrengend finden, dann bleibt Ihnen immer noch die Dankbarkeit. Vielleicht ist ja doch alles gut, so wie es ist? Manchmal brauchen Wünsche und Entscheidungen für Neues auch seine Zeit. Lassen Sie es einfach geschehen. Für ein gutes „Neues Jahr“. Auch mitten unter dem Jahr.

Alles Gute!

Details zum Ich-Schaff’s-Programm, das ursprünglich von Ben Furman für Kinder entwickelt wurde, gibt es hier: Ich schaff’s – das Programm

Fotoquelle: iStock.com/Shaiith


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Raphael Duque

Mag. Raphael Duque

Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe

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