Selbstwert - Sandra Linde

Den Zauber der Adventszeit spüren

Ursprünglich galt die Adventszeit als besinnliche Zeit in Vorfreude auf das Weihnachtsfest. Doch in der heutigen Zeit scheinen Hektik im Alltag und Stress in der Arbeit nie größeren Ausmaßes zu sein, als in den Wochen vor Weihnachten. Dabei kann der Advent so zauberhaft sein, wenn man ihn lässt.

Der ursprüngliche Gedanke der Adventszeit

Der Name »Advent« stammt aus dem Lateinischen und bedeutet »Ankunft«. Gemeint ist die Ankunft Jesu Christi. Deshalb bereiten sich die Christen in dieser Zeit auf das Hochfest der Geburt des Jesus von Nazareth vor: auf Weihnachten. Soweit der christliche Gedanke.

In Zeiten, in denen weder Religion noch Glaube in unserer Gesellschaft eine große Rolle spielen, ist von diesem ursprünglichen Sinn der Vorweihnachtszeit nicht mehr viel übrig. Was aber sehr wohl übriggeblieben ist, sind die mit der Adventszeit über Jahrzehnte bzw. Jahrhunderte gewachsenen Traditionen und Rituale. Adventskalender, Adventskranz, Plätzchen backen, weihnachtliche Beleuchtung und Dekoration sind mehr als nur schöne Kindheitserinnerungen. Sie sind Symbole für Freude, Wärme, Familiensinn und Nächstenliebe. Und es lohnt sich, sie zu bewahren.

Das Leuchten im Advent

Die weihnachtliche Beleuchtung der Städte oder des eigenen Wohnraumes bringt Licht und Wärme in unser Leben. Gerade in der kalten und dunklen Jahreszeit eine Bereicherung. Ein leuchtender Stern im Küchenfenster, der Adventskranz im Wohnzimmer oder ein schöner Tannenbaum mit vielen Kerzen auf dem Christkindlmarkt können wahre Lichtblicke sein. Man muss sie natürlich sehen und vielleicht kurz innehalten, um den Moment zu genießen und das Licht in sein Herz zu lassen.

Die Kraft der Rituale und Traditionen

Speziell vorweihnachtliche Traditionen lassen den Zauber der Kindheit wieder aufleben. Beim Plätzchen backen oder beim Schmücken des Christbaumes fühlt man sich schnell an die Kindheit erinnert. Damals hat man seiner Mama beim Backen geholfen, jetzt macht man es selbst. Allein schon das Gefühl, das dabei aufkommt, ist es wert, solche Rituale fortzuführen. Nicht, weil sie zum Advent dazugehören, sondern weil sie etwas bedeuten. Auch das Anzünden der Kerzen am Adventskranz ist ein Ritual, das etwas bedeutet. Die Zahl der brennenden Kerzen zeigt uns immerhin, wie viele Sonntage noch vor Weihnachten liegen. Für die meisten Menschen gehört auch der Besuch auf dem Christkindlmarkt traditionell mit zur Vorweihnachtszeit. Dort gibt es die geballte Ladung Weihnachtsstimmung: die passenden Gerüche, Weihnachtslieder, Christbaum und – mit viel Glück – das entsprechende Winterwetter dazu. Aber vorweihnachtliche Stimmung kann nur entstehen, wenn man wirklich mit allen Sinnen präsent ist und den Augenblick lebt.

Der Schlüssel liegt im Gefühl

Erstaunlicherweise stehen gerade in den Wochen vor Weihnachten immer noch mehr berufliche und private Termine auf dem Plan als sonst. Deswegen fällt es natürlich nicht immer leicht, zur Ruhe zu kommen und den Zauber des Advents wahrzunehmen und zu fühlen. Da es aber tatsächlich nur darum geht, den Zauber zu fühlen, ist theoretisch jeder zu jeder Zeit und an jedem Ort in der Lage dazu. Man muss es nur zulassen, einen Moment innehalten, sich besinnen und erinnern. Dann haben Weihnachtsduft und Lichterglanz auch eine Chance, das Herz mit weihnachtlicher Vorfreude zu erfüllen.

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