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Generalisierte Angststörung: Anzeichen und Ursachen

Wahrscheinlich ist Ihnen der Begriff Generalisierte Angststörung schon einmal untergekommen. Dabei haben Sie sich vielleicht gefragt, was man darunter genau versteht. Es ist menschlich, Angst zu haben: Vor bestimmten Situationen, wie beispielsweise dem Reden vor einer größeren Gruppe, vor Bewerbungsgesprächen oder einem Date. Je nach Person sind diese Ängste auch verschieden. Angst ist in manchen Situationen sogar hilfreich. Denn es macht uns konzentriert und fokussiert. Bedenklich wird Angst erst, wenn sie Ausmaße annimmt, die über das Normale hinausgeht. In diesem Beitrag erfahren Sie, was man unter einen Generalisierten Angststörung versteht und ab wann man von einer Angsterkrankung spricht.

Wie häufig kommen Angststörungen vor?

Etwa 5 bis 15 Prozent der Menschen leiden zumindest ein Mal in ihrem Leben an einer Angststörung. Frauen sind dabei häufiger betroffen als Männer. Es können gleichzeitig mehrere Formen der Angststörung auftreten. Besonders die Generalisierte Angststörung (GAD) zeigt oft einen chronischen Verlauf. Dabei sind die Betroffenen meist ganze Zeit umhüllt von ihren Ängsten und Sorgen. Diese Angstzustände beziehen sich nicht nur auf spezielle Situationen oder Dinge, sondern sind, wie der Name schon sagt, generalisiert. Das bedeutet, auf eine Vielzahl an Momente gerichtet. Angst wird zur Angsterkrankung. Dementsprechend belastend ist die Störung. “Ich habe Angst”, ist nicht nur noch ein Satz – er ist Lebensinhalt. Wie ist es um Ihre Ängstlichkeit bestellt? Finden Sie es mit unserem Test heraus.

Wie fühlt sich eine Generalisierte Angststörung an?

Wie bereits erwähnt, sind betroffene Personen permanent ängstlich und besorgt. Diese Gedanken und Gefühle richten sich auf jeden Bereich des Alltags: Arbeit, Familie, Freunde, Job, Gesundheit, Finanzen. Dabei treten die Angstzustände auch auf, selbst wenn es keinen Grund zur Sorge gibt. Auf jeden Fall sind Menschen mit einer Generalisierten Angststörung sehr in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Stellen Sie sich vor, beinahe all Ihre Gedanken drehen sich um Sorgen. Sogar alltägliche Dinge, wie das Einkaufen gehen, würden Ihnen dann Kopfzerbrechen bereiten. Die Angst, dass etwas Schlimmes passieren wird, ist allgegenwärtig.

Wie zeigt sich eine Generalisierte Angststörung?

Sollten Sie an einer Generalisierten Angststörung leiden, dann verfolgen Sie die Symptome seit über sechs Monaten oder länger. Ihre Sorgen sind dabei so groß, dass die Ängste und Gedanken Sie an Ihrem alltäglichen Leben hindern. Dinge, wie zur Arbeit gehen, sich konzentrieren, einkaufen gehen oder Freunde treffen ist nur noch schwer machbar. Oft auch nicht mehr möglich. Sie fühlen sich gefangen in sich selbst und Ihre Angstzustände sind ihr täglicher Begleiter. “Ich habe Angst”, ist der vorherrschende Satz in Ihren Gedanken. Viele Betroffene leiden gleichzeitig auch unter Depressionen, sozialen Ängsten oder Panikstörungen. Oftmals werden Substanzen, wie Alkohol oder Drogen missbraucht, um das Leid zu lindern. Dazu kommen auch körperliche Symptome, wie etwa Magen-, Herz-, oder Kopfbeschwerden.

Verstärker eine Generalisierten Angststörung

Frauen sind häufiger von der Angsterkrankung betroffen als Männer. Grundsätzlich gilt, dass die Störung in jedem Lebensabschnitt und in allen Altersgruppen auftreten kann. Dabei sind auch Kinder und ältere Personen nicht ausgeschlossen. Spricht man mit Angstpatienten, wird klar, dass sie die Ursache ihrer Sorgen nicht festmachen können. Sie geben jedoch häufig an, dass sie sich schon immer große Sorgen gemacht haben. Erwachsene GAD-Patienten sehen bereits kleine Probleme als Katastrophe. Bei Kindern, die unter eine GAD leiden, kommen bestimmte Verhaltensweisen besonders häufig vor. Diese sind etwa:

  • Unsicherheit bezüglich sich selbst
  • Wiederholen von Aufgaben
  • Überanpassung
  • Perfektionismus
  • starke Abhängigkeit von Bestätigung durch Eltern oder Lehrer

Einen ausführlichen Beitrag zum Thema Angststörung finden Sie in unserem Lexikon der Psychologie.

Wie wird eine Generalisierten Angststörung behandelt?

Neben der Behandlung mit Psychopharmaka gibt es auch Formen der Psychotherapie, die in Anspruch genommen werden können. Eine Möglichkeit daraus ist etwa die Cognitive-Behavioural therapy (CBT). Kurz gesagt werden dabei die angstauslösenden Gedanken hinterfragt, auf ihren Realitätsgehalt geprüft und durch förderliche ersetzt. Weitere hilfreiche Maßnahmen sind beispielsweise Entspannungstechniken oder Meditation. Dazu zählen Autogenes Training oder Biofeedback. Da sich gerade Menschen mit einer Angsterkrankung vor Therapie scheuen, ist psychologische Online-Beratung eine gute Alternative.

Manchmal können Sie Ihre Angst so ganz und gar nicht gebrauchen oder Sie sind mit der Situation überfordert. Für solche Momente legen wir Ihnen unsere fünf Tipps gegen akute Angst ans Herz. Diese können Sie sich ausdrucken, damit Sie immer darauf zurückgreifen können:

was tun bei angst tipps

Haben Sie keine Angst vor Ihrer Angst. Nehmen Sie Ihre Angstzustände an der Hand und gehen Sie gemeinsam an einen Ort, an dem Ihnen geholfen wird. Vertrauen Sie darauf, dass Sie eines Tages zurückschauen und sich fragen werden, warum Sie diesen Schritt nicht schon früher gewagt haben. Der Gedanke “Ich habe Angst” und das Gefühl dazu, werden nur noch ein grauer Schleier der Vergangenheit sein. Wenn Sie Unterstützung brauchen, um mit Ihren Ängsten umzugehen, kontaktieren Sie uns gerne.

 
Quellen:
https://www.minimed.at/medizinische-themen/psyche/angststoerung/
https://oegpb.at/2015/11/23/dfp-die-generalisierte-angststoerung/
https://psychische-hilfe.wien.gv.at/site/fakten/angststoerung/arten-von-angststoerung/generalisierte-angststoerung-gad/

 
Fotocredits: iStock.com/anyaberkut

Aktualisiert am: 3. Juli 2024
Ängste und Phobien - Nicole Inez Fuchs