Besser leben - Sabine Otremba

Selbstliebe: Wahre Liebe kommt von innen

Die Suche nach Liebe treibt uns an. Doch endet die Suche nach „wahrer Liebe“ manchmal damit, dass die Liebe eher zur Ware verkommt und wir uns in den Fängen von Online-Partneragenturen oder Dating-Apps verlieren. Immer in der Hoffnung, endlich den Menschen zu finden, der uns zeigt, wie sehr er uns liebt. Und der uns beweist, dass wir liebenswert sind – auch wenn wir insgeheim vom Gegenteil überzeugt sind. Keine Frage: Es ist wunderbar, eine liebevolle Beziehung zu führen. Nur vergessen wir oft, dass wir die wichtigste Beziehung bereits führen – nämlich die mit uns selbst. Und diese Beziehung gelingt nur mit Selbstliebe.

Wir selbst müssen uns zuallererst die Liebe geben, die wir uns von anderen wünschen. Und wenn wir dazu nicht fähig sind, kann das gravierende Folgen haben.

Wie sich fehlende Selbstliebe äußern kann

Mag sich die Umgebung auch blenden lassen – uns selbst können wir nicht dauerhaft belügen. Fehlende Selbstliebe ist wie der Stein im Schuh, der uns das Leben zur Qual macht. Fatalerweise tarnt sich dieser Mangel mitunter höchst geschickt, sodass wir sehr genau hinsehen müssen, um ihn überhaupt zu erkennen:

  • Wir hadern mit uns und zweifeln an uns.
  • Fühlen uns unzulänglich, dumm, hässlich oder zu nichts nutze.
  • Oder verurteilen uns für das, was wir tun. Und für das, was wir (nicht) getan haben.
  • Wir halten uns für wertlos und setzen uns selbst an die letzte Stelle.
  • Auch das Neinsagen ist problematisch, da die Interessen anderer meist wichtiger sind als unsere eigenen.
  • Haben wir einen Fehler gemacht, bauschen wir noch den kleinsten Fehler übermäßig auf, während wir selbst große Erfolge kleinreden.
  • Wir setzen uns zu kleine Ziele – weil wir ja eh nichts anderes verdient haben. Oder Ziele, die schier unerreichbar sind – um uns zu beweisen, dass wir ja eh nichts taugen.

Selbstliebe gibt es nicht von außen

Niemand kann uns von unserer schlechten Meinung über uns selbst abbringen, denn das können nur wir selbst. Alles andere prallt an uns ab und wie an einer unsichtbaren Mauer. Im Extremfall reizen uns die wohlmeinenden Worte anderer nur dazu, ihnen erst beweisen zu wollen, wie unliebenswert wir doch eigentlich sind. Manchmal geschieht dieses unliebenswerte Verhalten auch unabsichtlich. Etwa, indem wir unseren Partner als Quelle der Anerkennung missbrauchen und rund um die Uhr Bestätigung fordern. Wir glauben nicht, dass wir liebenswert sind, also muss unser Partner uns das Gegenteil beweisen. Nachvollziehbar, dass selbst der liebevollste Partner irgendwann genug davon hat und den Rückzug antritt. Womit wir wieder einen Beweis dafür haben, dass wir nicht liebenswert sind.

Die Wiederentdeckung der Selbstliebe

Es gehört Mut dazu, sich selbst einzugestehen, dass die Selbstliebe zu den persönlichen Entwicklungsgebieten gehört. Die gute Nachricht: Selbstliebe ist nichts, was uns gänzlich fremd ist. Viel mehr machen wir uns auf die Suche nach einer alten Bekannten. Ein kleines Kind käme nie auf die Idee, sich selbst nicht zu lieben. Erst im Lauf der Zeit, wenn es mitbekommt, dass bestimmte Verhaltensweisen erwünscht sind und andere nicht, wirkt sich das auf die Selbstliebe aus. Sie schwindet. Oder ist von äußerer Anerkennung abhängig und hat somit nichts mehr mit Selbstliebe zu tun. Wahre Selbstliebe legt es nicht darauf an, anderen gefallen zu wollen. Stattdessen hilft sie uns…

  • Auf uns selbst und unsere Bedürfnisse zu achten. Unabhängig davon, ob das anderen gefällt.
  • Uns so anzunehmen, wie wir sind. Mit unseren Licht- und Schattenseiten. Egal, ob andere uns so mögen.
  • Aufmerksam und liebevoll mit uns selbst umzugehen und unsere Bedürfnisse nicht geringer zu schätzen als die der anderen.
  • Kurz: Uns selbst der beste Freund zu sein. Und kein Feind.

Oscar Wilde sagte einst: „Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.“ Und wie es Romanzen so an sich haben, möchte auch diese gehegt und gepflegt werden. Guten Tagen werden schlechte folgen und manchmal werden wir uns fühlen, als stünden wir wieder ganz am Anfang. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, um diese Beziehung zu kämpfen. Weil wir verdient haben, eine liebevolle Beziehung mit uns selbst zu führen. Denn wenn wir es nicht schaffen, schafft es auch kein anderer.

 

Fotoquelle: iStock/anatols


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Simone Ehrlinger

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