Beruf und Karriere - Nicole Inez Fuchs

Therapieplatz finden – Psychologische Versorgung in Deutschland

Die wirtschaftlichen Kosten für Arbeitsausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen nehmen von Jahr zu Jahr zu. Bereits ein Fünftel der AU-Tage (Arbeitsunfähigkeitstage) sind in Deutschland auf psychische Probleme zurückzuführen. Für die Volkswirtschaft bedeutet das Kosten von knapp 147 Mrd. Euro jährlich. Die betriebliche Gesundheitsvorsorge und Reduzierung von Krankheitskosten rückt damit in den Mittelpunkt unternehmerischer Überlegungen. Viele Betriebe suchen nach Präventivkonzepten zur mentalen Gesunderhaltung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und stoßen dabei auf die Problematik der psychologischen und kassenfinanzierten Unterversorgung in Deutschland.
In diesem Beitrag erfahren Sie mehr zur psychologischen Versorgung in Deutschland.

Therapieplatz finden und Wartezeiten

Auch wenn das deutsche Gesundheitssystem zu den weltweit Besten gehört, beträgt die Wartezeit für einen kassenfinanzierten Therapieplatz durchschnittlich 20 Wochen. Der Grund liegt darin, dass psychotherapeutische Kassensitze fehlerhaft bemessen wurden. (Psychische Probleme werden nach wie vor stigmatisiert. Außerdem scheuen sich Personen mit psychischen Problemen oft davor, psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen).

Die mentale Gesundheit der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ist für Unternehmen jedoch sehr wichtig und beeinflusst maßgeblich die Gesamtperformance des Unternehmens. Nur mental gesunde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind leistungsfähig! Unternehmen haben die Möglichkeit, ihren Angestellten Zugang zu psychologischer Hilfe zu gewährleisten. Welche Vorteile hat eine psychologische Intervention? Sowohl im Berufs- als auch im Privatleben erhöht sich die Lebenszufriedenheit. Für Ihr Unternehmen heißt dies unter anderem, dass die AU-Tage sinken, die wirtschaftliche Produktivität steigt und das Employer Branding ausgebaut werden kann. Wussten Sie bereits, wieviel ein Burnout einem Unternehmen kostet?

Psychologische Versorgung in Deutschland

Was versteht man unter Online Therapie?

In Deutschland ist der Terminus “Psychotherapie” geschützt (BGBl. Nr. 361/1990). Konkret bedeutet dies, dass jemand eine entsprechende Ausbildung und Erlaubnis braucht, um psychologisch beratend zu arbeiten. Wen betrifft dies? Unter anderem Psychiater und Psychiaterinnen, psychologische Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen oder Ärzte und Ärztinnen mit psychotherapeutischer Ausbildung. Somit ist eine reine Online Therapie ein besonderes Therapieangebot. In diesem Fall findet der persönliche Austausch zwischen Klient und Klientin und den vorhin erwähnten Experten und Expertinnen online statt.

Werden konkrete Voraussetzungen erfüllt, so ist in Deutschland Online Therapie erlaubt. Einige Krankenkassen fördern Online Therapiesitzungen, wenn sie 20 Prozent des therapeutischen Angebots nicht überschreiten. Was verkompliziert Online Therapie in Deutschland? Das ist die Voraussetzung, dass es in einem/mehreren persönlichen Erstgespräch(en) zur unmittelbaren Diagnostik und Behandlung kommen muss. Während reine Online Therapie selten ist, ist blended therapy verbreiteter. Darunter versteht man eine Mischung aus Vor-Ort und Online Therapie.

Was versteht man unter Online Beratung?

Grundsätzlich versteht man unter Online Beratung einen nicht geschützten Begriff. Somit zählt dazu jedes Angebot, das nicht streng reguliert ist. Jedoch wird dieses Angebot nicht generell von deutschen Krankenkassen unterstützt, sondern nur, wenn bereits Kooperationen mit Unternehmen bestehen und konkrete Voraussetzungen erfüllt sind. So heißt es dazu im Gesetz: „Versicherte haben Anspruch auf Krankenbehandlung, wenn sie notwendig ist, um eine Krankheit zu erkennen, zu heilen, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder
Krankheitsbeschwerden zu lindern“ (§ 27 Abs. 1 SGB V).

Weiterhin dürfen in einer psychologischen Online Beratung psychische Krankheiten weder diagnostiziert, noch behandelt werden. Somit ist das Hauptziel der psychologischen Online Beratung vor allem die Prävention. Hier können Sie herausfinden ob Sie bereits körperliche Stressbeschwerden haben.

Voraussetzungen für einen kassenfinanzierten Therapie- oder Beratungsplatz

Damit Betroffene einen Therapieplatz finden können, braucht es eine entsprechende Diagnose laut ICD-10 (International Classification of Mental and Behavioral Disorders). Dementsprechend kann erst nach Diagnosestellung durch einen Experten oder Expertin ein freier Therapieplatz in Anspruch genommen werden. Außerdem braucht es die Bestätigung durch die Krankenkasse. Welche psychischen Erkrankungen werden durch Psychotherapie durch Krankenkassen unterstützt? Dazu zählen etwa:

  • Zwangsstörungen
  • Angststörungen
  • Depressive Störungen
  • Psychosomatische Störungen
  • Persönlichkeitsstörungen

Wie viele kassenfinanzierte Therapieplätze gibt es deutschlandweit?

In Deutschland gab es 2019 in Summe 28.067 Psychotherapeuten und Psychotherapeutinnen (Kassenärztliche Bundesvereinigung Deutschland). Diese sind Teil der Vertragsversorgung für Erwachsene. Besonders in ländlichen Regionen ist die Versorgung mit psychotherapeutischen Kassenangeboten ausbaufähig. Je mehr Klienten und Klientinnen auf einen Therapeuten/Therapeutin kommen, desto länger die Wartezeiten.

Therapieplatz finden – Vorgehensweise für Kassenfinanzierung

Gesundheitsvorsorge in Unternehmen ist das A und O. Sollten Sie selbst oder einer Ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen psychische Belastung verspüren, ist das keine Schande. Zum Glück gibt es psychologische Beratung. Doch, was müssen Betroffene in Deutschland konkret tun, um einen kassenfinanzierten Platz zu bekommen?

1. Erstgespräch vereinbaren

Der erste Schritt um einen Therapieplatz zu finden, ist der Weg zum Therapeuten oder zur Therapeutin. Beim Erstgespräch braucht es keine Überweisung. Diesbezüglich reicht eine Krankenkassenkarte. Eine weitere Möglichkeit ist, die Terminservice Stelle anzurufen (116 117). Dort werden Betroffene bei der Suche nach Experten und Expertinnen unterstützt.

2. Behandlungsbedarf herausfinden

Im Erstgespräch wird eruiert, ob Therapie hilfreich ist und ab wann ein freier Therapieplatz verfügbar ist. Dabei wird seitens Therapeuten oder Therapeutin die psychische Verfassung beurteilt. Weiterhin eine Diagnose gestellt.

3. Antrag bei der Krankenkasse

Nach dem Erstgespräch kann eine Kurzzeittherapie oder eine langfristige Psychotherapie bei der Krankenkasse beantragt werden. Eine Kurzzeittherapie umfasst maximal 12 Stunden pro Jahr. Bei einer Kurzzeittherapie werden in Summe zwei Mal zwölf Stunden verordnet. Bei einer Langzeittherapie richtet sich die Zeitspanne nach dem Therapieverfahren.

4. Dauer und Umfang einer Behandlung

Wie lange eine Behandlung dauert, kommt auf die Art der Psychotherapie an:

Verhaltenstherapie: höchstens 80 Sitzungen à 50 Minuten
Tiefenpsychologische Therapie: höchstens 120 Sitzungen
Analytische Psychotherapie: bis zu 300 Sitzungen

Wie kann die Instahelp Online Beratung helfen einen Therapieplatz zu finden?

Wenn jemand psychische Beschwerden hat, geben Psychologen und Psychologinnen Hilfe zur Selbsthilfe, bis sich ein Therapieplatz finden lässt. Ist dies vom Klienten oder der Klientin gewünscht, so können die Experten und Expertinnen ihr Netzwerk nutzen, um freie Psychotherapieplätze zu vermitteln. Wartezeiten auf einen freien Psychotherapieplatz können oft bis zu 20 Wochen dauern. In dieser Zeit kann betroffenen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen durch psychologische Online Beratung geholfen werden.

Laut einer Studie der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK, 2018) gelten in Deutschland folgende durchschnittliche Wartezeiten:

  • Erstgespräch: 5.7 Wochen
  • Akutbehandlung: 3.1 Wochen
  • Richtlinientherapie: 19.9 Wochen

Grundsätzlich gilt, wenn jemand mit psychischen Problemen die Voraussetzungen erfüllt, muss die Krankenkasse Psychotherapie finanzieren. Dennoch kommt es aus bürokratischen Gründen vor, dass eine Kostenerstattung für Therapie abgelehnt wird. Studienergebnisse der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV, 2018) verdeutlichten jedoch, dass Anträge von Krankenkassen oftmals abgelehnt werden, obwohl es Behandlungsbedarf gibt. Dies betrifft vor allem private Therapeuten und Therapeutinnen.

Psychologische Online Beratung für Unternehmen

Einem Unternehmen kommen psychische Erkrankungen ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen teuer. Um den wirtschaftlichen Schaden geringzuhalten, empfiehlt es sich auf die Gesundheitsvorsorge zu bauen. Sollten Sie bei sich selbst oder Ihrer Belegschaft mentale Probleme bemerken, setzen Sie Schritte. Warten Sie nicht untätig, bis ein Therapieplatz frei wird, sondern nutzen Sie bis dahin Experten und Expertinnen der psychologischen Online Beratung von Instahelp. Oftmals handelt es sich um alltägliche Probleme, bei der psychologische Beratung sehr gut helfen kann. Der Weg ist das Ziel und den geht man am besten gemeinsam.

Quellen:
www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/patienten/allgemeine-informationen/
www.deutschepsychotherapeutenvereinigung.de/index.php
www.aerzteblatt.de/nachrichten/89430/Krankenkassen-blockieren-Psychotherapie
www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/VV_SpotGes_Psych_final.pdf

Fotoquelle: (c) pexels.com/@cottonbro

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